Disko-Schlägerei in Haltern: Haftfrage bleibt bis Mai unbeantwortet

Landgericht Essen

Im Prozess um den Prügel-Angriff auf einen Olfener Security-Mitarbeiter in einer Disko in Haltern steht eine Antwort in der Haftfrage weiter aus. Am Dienstag wurde nur kurz verhandelt.

Essen/Haltern

, 15.04.2020, 09:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die angeklagten Brüder neben ihren Verteidigern Jens Tuschhoff (li.) und Thomas Schwieren.

Die angeklagten Brüder neben ihren Verteidigern Jens Tuschhoff (li.) und Thomas Schwieren. © Jörn Hartwich (Archiv)

Im Prozess um die folgenschwere Disko-Schlägerei in Haltern, bei der ein Türsteher aus Olfen ein Auge verlor, fällt eine Entscheidung über eine mögliche Haftentlassung des älteren Angeklagten wohl frühestens in drei Wochen. Am Dienstag wurde über die zuletzt von Verteidiger Jens Tuschhoff beantragte Freilassung nicht entschieden.

Grad der Alkoholisierung stand im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt eines kurzen Fortsetzungstermins am Essener Landgericht stand allein der Grad der Alkoholisierung der zwei Brüder am fraglichen Abend. Bei dem jüngeren Angeklagten wurden rund 1,5 Promille gemessen, bei dem älteren 1,3 Promille. Der Cocktailglas-Wurf, durch den die dramatisch schwere Augenverletzung des Olfener Security-Mitarbeiters herrührt, soll durch den jüngeren Angeklagten erfolgt sein. Der hatte im Prozess auf eine Art Blackout infolge seines Alkoholrausches verwiesen.

Älterer Bruder habe sich nur verteidigt

Der ältere Bruder (26) hatte dagegen von Anfang an beteuert, dass er sich ohnehin praktisch nur verteidigt hat. Videos zeigen zwar, wie er den blutüberströmten Sicherheitsmann mit Fäusten vor sich hertreibt. Diese Schläge waren laut Verteidigung aber scheinbar ohne Folgen geblieben. Denn Hämatome habe eine Rechtsmedizinerin nicht feststellen können. Weitere U-Haft, so Anwalt Tuschhoff, sei daher nicht mehr zu rechtfertigen.

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Beide Brüder sind wegen versuchten Totschlags angeklagt. Der Prozess wird am 4. Mai fortgesetzt.

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