Dr. Heinrich Frühauf: Ausrüstung hat Note gut verdient

HALTERN Dr. Heinrich Frühauf (54), neuer Chefarzt der Chirurgie, sieht es als seine besondere Aufgabe an, Halterner von der Qualität ihres Krankenhauses zu überzeugen. „Hier werden die Patienten nach dem selben hohen medizinischen Standard wie in anderen Häusern operiert.“

von Von Elisabeth Schrief

, 02.03.2009, 16:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dr. Heinrich Frühauf: Ausrüstung hat Note gut verdient

Dr. Heinrich Frühauf, der neue Chefarzt der Chirurgie im St. Sixtus-Hospital.

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Ich habe noch gar keine Zeit gefunden, Haltern wirklich kennen zu lernen. Ich kenne die Stadt vor allem von früheren Familienausflügen zum See. Als Wochenend-Besucher würde ich sagen, Haltern ist eine attraktive Stadt.

Das Sixtus-Hospital ist kleiner und deshalb persönlicher. Das ist ein deutlicher Vorteil gegenüber Gelsenkirchen. Im Marienhospital gibt es eine größere Fluktuation von Ärzten und Pflegepersonal, die Atmosphäre ist anonymer. Für den Patienten hat das den Nachteil, da die persönliche Zuwendung oft zu kurz kommt.

Die Zusammenarbeit mit den Ärzten ist wichtig und muss langsam wachsen. Ich werde die Kollegen nach und nach besuchen und mich vorstellen. Natürlich wünsche ich mir, dass die Halterner vor allem im Sixtus-Hospital versorgt werden. Ein Krankenhaus muss immer wirtschaftlich denken, um die Existenz zu sichern. Das heißt aber nicht, dass wir unter diesem Druck unsere Patienten vernachlässigen dürfen.

Das wäre ein Thema, das man mit den Krankenkassen diskutieren müsste. Sie sorgen mit ihrem Kostendruck dafür, dass weniger Pflegepersonal eingestellt wird. Sie verursachen gleichzeitig einen ungeheuren Druck in allen Bereichen der Medizin. Das alles ist nicht im Sinne des Patienten.

: Eine kollegiale Zusammenarbeit ist mir wichtig. Entscheidungen und wissenschaftliche Erkenntnisse möchte ich im Team diskutieren. Von Einzelkämpfertum in der Medizin halte ich nichts.

Von Hause aus bin ich Bauchchirurg. Diesen Bereich möchte ich in Haltern forcieren. Erkrankungen des Darms, der Galle, des Magens, der Schilddrüse oder auch Sodbrennen möchte ich hier behandeln und bei Bedarf über Bauchspiegelungen operieren. Besonders vorantreiben möchte ich die Proktologie. Wir befinden uns in der Vorbereitungsphase, ich hoffe, wir kommen zügig voran. Frakturen versorgen kann ich auch, aber das Sixtus-Hospital stellt Mitte April einen neuen Unfallchirurgen ein.

Die Bauchchirurgie wird Handwerk bleiben, die teure Robot-Chirurgie wird es in diesem medizinischen Feld nicht geben. Stärker entwickeln wird sich die Lapraskopie, deren Entwicklung ich in Gelsenkirchen mitverfolgt habe. Sie ist als Operationsmethode erträglicher für den Patienten. Grundsätzlich muss Haltern immer bemüht sein, neue Entwicklungen mitzugehen. Die technische Ausrüstung in Haltern hat auf jeden Fall schon heute die Note gut verdient, sie ist nicht schlechter als in anderen Häusern.

Das habe ich fest vor. Denn ich identifiziere mich mit meiner Aufgabe und habe mich in Haltern schnell aklimatisiert. Ich glaube, das Sixtus-Hospital und ich sind ein Bündnis eingegangen. Deshalb werde ich alles dafür tun, die Chirurgie in Haltern zu erhalten. Das setzt natürlich auch voraus, dass die Halterner mit ihren gesundheitlichen Problemen zu uns kommen und nicht in andere Städte abwandern.

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