Dröge EU-Normen humorvoll in Theaterstück verpackt

Plattdeutsches Theater

SYTHEN Normalerweise sind EU-Richtlinien und trockene Normvorschriften nicht der Stoff für ein plattdeutsches Lustspiel. Dass es auch anders geht, beweist die Autorin Angelika Obeling aus Marl mit ihrem ersten Stück „Alls nao de Norm“, das von der Theatergruppe des Heimatvereins Sythen im Pfarrheim im Beisein der Autorin mit großem Erfolg uraufgeführt wurde.

HALTERN

von Von Rudolf Marwitz

, 27.10.2009, 13:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Theatergruppe im Heimatverein Sythen startet den Vorverkauf für das neue plattdeutsche Stück "All nao de Norm". Aufführungstermine für das Lustspiel in drei Akten, das zurzeit noch unter der Regie von Ulla Alfermann einstudiert wird. 
Ort: Pfarrheim Sythen

Die Theatergruppe im Heimatverein Sythen startet den Vorverkauf für das neue plattdeutsche Stück "All nao de Norm". Aufführungstermine für das Lustspiel in drei Akten, das zurzeit noch unter der Regie von Ulla Alfermann einstudiert wird. Ort: Pfarrheim Sythen

Die EU-Beauftragte, Frau Seggelmann (Steffi Schlüter) erscheint zur Inspektion auf dem Hof, denn es geht nicht ohne Vernetzung, eine Zusammenarbeit mit einem Partner- Hof. Da macht sein Freund Wilm gerne mit. Als Nachbarin Ilse (Birgit Felling), die schon lange hinter Bauer Walther her ist, erfährt, dass bei erfolgreicher Kooperation 10000 Euro Fördergelder winken, holt sie sogar für Bärnd von Püttmanns „een Stücksken Koken“. Von dem ganzen EU- Kram verstehen alle nichts. Auch nicht Bernadette (Stina Schmalöer), obwohl sie einen Computerladen besitzt. Doch Bärnd weiß genau: Wenn er Geld sehen will, muss ein Boskop der EU- Norm für die Entwicklung des ländlichen Raumes -hier genormter Apfelanbau Sorte Boskop- entsprechen. Wunderpräparat Nicht ganz zufällig taucht gerade jetzt der Jagdkumpel von Bauer Bärnd auf, der Biologe Dr. Thorsten Teckling (Janos Schlüter), der zwei Wunderpräparate entwickelt hat.  

Das eine macht die Norm-Äpfel rund und schön, das andere vernichtet das Unkraut auf den Apfelwiesen. Doch als es bei allem Durcheinander zu einer Verwechslung der Präparate kommt, schrumpfen die Boskops zu Trockenpflaumen, und das Gras gedeiht prächtig. Ein Glück für Bauer Wilm, der den „Goldenen Euter“ für vorbildliche Milchwirtschaft erhält. Doch gegen einen Norm- Boskop ist Wilms Melkpreis nur ein „Kattendriet“. Wie es sich für ein Lustspiel gehört, klärt sich am Ende alles auf. Wilm gibt der Seggelmännschen einen aus. Und auch Thorsten erklärt Bernadette die Geheimnisse der Ökonormen. Wo ginge das besser, „äs bi´n Glas Wien in de Wiärtschopp ´Tom Friebad`“. Die nächsten Aufführungen versprechen vergnügliche Stunden mit „vull Plasseer.“ 

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