Corona-Selbsttests sind in Haltern noch Mangelware. © picture alliance/dpa
Corona-Schnelltests

Drogerie, Apotheke oder Arzt? Die Suche nach Schnelltests in Haltern

Bund und Länder haben mehr Corona-Schnelltests als Teil des Lockerungs-Plans versprochen. Aber wo kommt man gerade in Haltern wirklich an welchen Test? Ein Überblick.

Ein kurzer Besuch bei Verwandten oder eine Behandlung im Kosmetikstudio – so etwas soll dank Schnelltests seit dieser Woche eigentlich wieder möglich sein. Doch die Suche nach einem solchen Schnelltest gestaltet sich in Haltern aktuell noch ganz schön schwierig.

Was gibt es im Handel?

Die Drogerieketten Rossmann und dm hatten angekündigt, in dieser Woche mit dem Verkauf von Selbsttests (Laien-Tests) für die eigene Anwendung zu starten. Der große Andrang wie am Samstagmorgen in einigen Aldi-Filialen, die eine geringe Menge Selbsttests verkauften, blieb am Dienstagmorgen in den Halterner Drogerien aus – aktuell haben sie nämlich noch gar keine Lieferung erhalten. Am Dienstagmorgen wissen weder die Verkäuferinnen im dm-Markt noch bei Rossmann in der Innenstadt, wann in den Halterner Filialen wirklich solche Selbsttests erhältlich sein werden.

Es gibt zwei verschiedene Arten von Antigen-Schnelltests. Beide Tests weisen Eiweißbestandteile auf der Hülle des Virus nach. Sie sind nur für symptomfreie Personen geeignet und das Ergebnis nur maximal einen Tag gültig. Der Unterschied:

  • Laien-Tests, auch Selbsttests genannt, kann jeder bei sich selbst durchführen. Sie wurden für den Verkauf im Handel oder in Apotheken zugelassen, allerdings ist die Produktion noch nicht weit und die Lieferung dauert in den meisten Fällen noch.
  • PoC-Tests (Point-of-Care-Tests) wurden bisher von Hausärzten durchgeführt. Ab sofort können das aber auch Zahnärzte und Apotheken, die dafür die Möglichkeiten in ihren Räumen haben. Auch in Testzentren wird diese Art von Schnelltest durchgeführt. Der Vorteil: Hier gibt es eine Bescheinigung über das Testergebnis.

Was gibt es in der Apotheke?

Die Frage nach Schnelltests hat auch Dr. Philipp Schulte-Mecklenbeck, der die Bären- und die Römer-Apotheke in Haltern leitet, schon oft gehört. Er berichtet von viel Verwirrung und Verunsicherung bei Kunden, was das Thema Schnelltests angeht. Denn Apotheken dürfen beide Arten von Schnelltests anbieten. So möchte auch Dr. Schulte-Mecklenbeck in seinen Apotheken gerne Selbsttests für die eigene Anwendung verkaufen. „Da wurden aber noch nicht genug von produziert“, sagt der Halterner Apotheker.

Außerdem dürfen die Apotheken zertifizierte PoC-Tests anbieten, für die die Kosten nach der Bundestestverordnung erstattet werden. Diese Testungen, die etwa 15 Minuten dauern, muss das Personal mit Schutzanzug in einem abgetrennten Raum durchführen. Das kann nicht jede Apotheke umsetzen – und erst recht nicht so kurzfristig, sagt Dr. Schulte-Mecklenbeck. Denn die Allgemeinverfügung des Landes, die Apotheken mit der Durchführung von PoC-Testungen beauftragt, kam erst am Sonntagabend (7. März).

Wer nach einem Schnelltest ein positives Ergebnis erhält, muss direkt danach einen PCR-Test machen lassen. Dabei erfolgt ein Abstrich in Nasen- und Rachenraum, der dann im Labor untersucht wird. Ein Ergebnis dauert hierbei also länger als bei den Antigen-Schnelltests. Auch für symptomatische Patienten kommt nur ein PCR-Test in Frage.

Was gibt es beim Arzt?

Bislang gab es bei einigen Hausärzten bereits kostenpflichtige PoC-Tests für etwa 30 Euro. Laut Gesundheitsministerium NRW sollen Ärzte und Zahnärzte, die von den kassenärztlichen Vereinigungen betrieben werden, nun auch die kostenlosen Schnelltests anbieten. Die Halterner Ärztesprecherin Dr. Astrid Keller sagt am Dienstag jedoch: „Wir mussten leider die Patienten vertrösten, da es trotz großer Ankündigung über die Medien bis heute keine offizielle Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung gibt.“ Außerdem fehlten Hinweise dazu, wie die Tests dokumentiert und abgerechnet werden sollen.

Dr. Keller betont, dass die Schnelltests eigentlich keine ärztliche Aufgabe seien – schließlich gehe es nicht um die Behandlung von Kranken. „Daher kann jede Praxis selber entscheiden, wieviele Tests sie anbietet.“ In ihrer Praxis habe man bereits die Kapazitäten für zwei mal wöchentliche Testungen von Lehrern und Erziehern geschaffen. Auf dem Markt gebe es grundsätzlich auch genügend Tests, „aber personelle und räumliche Kapazitäten sind nicht ausreichend vorhanden“, meint Dr. Keller.

Über die Autorin
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Ich studiere Journalistik und Politikwissenschaft an der Technischen Universität Dortmund, komme aber immer wieder gerne zurück nach Haltern am See. Zum Beispiel, um dort für die Lokalredaktion Haltern unterwegs zu sein und so meine Heimatstadt und ihre Menschen jedes Mal noch ein bisschen besser kennenzulernen.
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Pia Stenner

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