Edeka-Pläne sind zu großspurig

Kommentar

Wo beginnt verantwortliche Stadtpolitik? Dort, wo dem großräumigen Werben eines Münsteraner Handelsunternehmens nachgegeben oder wo auf Erhalt kleinstädtischer Idylle mit Wohlfühl-Charakter für Bürger und Touristen Acht gegeben wird? Das fragt sich Redakteurin Elisabeth Schrief in ihrem Kommentar.

23.04.2011, 12:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
So könnte der Edeka am Nordmarkt aussehen.

So könnte der Edeka am Nordmarkt aussehen.

Die Entscheidung für ein Edeka-Center zwischen Nordwall und Grabenstiege will wohl bedacht sein. Sie lässt sich auch nicht mit einem Handstreich gegen den Willen der Bürger durchsetzen. Bekanntlich zwingen diese die Stadt bereits in den Schwitzkasten. Stroetmann befindet sich seit sechs Generationen im Familienbesitz, Bewusstsein für Traditionen dürfte dem Unternehmen nicht fremd sein und deshalb auch nicht das Anliegen der Anwohner. Ein Edeka-Center mag die Innenstadt beleben, nur die vorgestellte Architektur ist zu großspurig, sie korrespondiert nicht mit dem Umfeld.Verdrängungswettbewerb statt Attraktivitätssteigerung Außerdem ist Verdrängungswettbewerb statt versprochener Attraktivitätssteigerung zu befürchten. Textiler argumentieren freilich anders als Bäcker und Metzger. 10.000 Qudratmeter versiegelte Fläche ist mehr als die eigentliche Muttergottesstiege mit 6000 Quadratmetern umfasst. Eine zweite Bausünde (mit Leerständen) braucht Haltern nicht, sondern weitsichtige Nachhaltigkeit. Hier beginnt verantwortliche Stadtpolitik.

 

 

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