Andreas Kampen hat früher als Kellner in Haltern gearbeitet. Mittlerweile hat er die Fotografie als seine Leidenschaft entdeckt. © privat
Fotostrecke Sinnliche Fotografie

Ehemaliger Kellner aus Haltern ist mittlerweile als Fotograf gefragt

Als Kellner hat Andreas Kampen viele Jahre in der Halterner Gastronomieszene gearbeitet. Mittlerweile lebt er in Gelsenkirchen und hat eine neue Berufung gefunden: Sinnliche Fotografie.

„Vor drei Jahren hat mir ein Freund seine Kamera geliehen. Da habe ich einfach mal ein bisschen ausprobiert“, erzählt Andreas Kampen. Mittlerweile, so der 53-Jährige, sei er ein durchaus gefragter Fotograf. „Meine Bilder werden auch regelmäßig veröffentlicht.“ Er hat sich dabei auf sinnliche Fotografie spezialisiert, rückt regelmäßig Models ins rechte Licht.

Dabei dreht sich meist alles um die künstlerische Darstellung des ganz oder teilweise unverhüllten Körpers. „Mir geht es vor allem darum, Gefühle und Atmosphäre mit den Bildern zu transportieren“, sagt der gebürtige Halterner. „Erotik findet im Kopf statt. Meine Aufnahmen sollen Fantasie anregen. Ich sehe mich als Geschichtenerzähler.“ Vor seiner Kamera stehen dabei Models wie Carla Carlotti, Tanja Würz, Miriam Bettermann, Jana Gierok und Tanja M. Lange.

Perfekte Ausleuchtung

Körperlandschaften, Body Parts und Körperlinien sind Begriffe für die abstrakte Darstellung des Körpers mit kontrastreichen Schattenflächen und Lichtkanten. In der Dessous- und Boudoire-Fotografie werden intime Einblicke auf edle Wäsche und Dessous gewährt. „Mittlerweile werde ich von Models angefragt, wo ich mich früher nicht mal getraut hätte, sie anzuschreiben“, erzählt er. Die Fotografie sei für ihn zwar nur eine Nebentätigkeit, aber er habe damit seine „persönliche Leidenschaft“ gefunden.

„Ein Aktfoto ist dann gut, wenn das Model es beim Geburtstag der Großmutter am Kaffeetisch rumzeigt und die Anwesenden es gut finden.“

Bei seinen Shootings legt der Fotokünstler auf drei Dinge besonderen Wert. „Licht, Licht und Licht“, erzählt er und lacht. Nur mit einer perfekten Ausleuchtung würden die Fotos ihre besondere Strahlkraft entfalten. „Natürlich gehört auch die Nachbearbeitung der Bilder dazu. Um den Bildern den passenden Feinschliff zu verpassen, braucht man im Durchschnitt eine Stunde pro Aufnahme.“

Nacktheit nie im Mittelpunkt

Für seine Shootings suche er sich außerdem geeignete Locations aus, so der 53-Jährige. „Gestellte Bilder im Studio sind nicht so mein Fall. Ich möchte vielmehr Situationen einfangen“, sagt er. Die Nacktheit stehe dabei nie im Mittelpunkt. „Während der Arbeit nehme ich das sogar gar nicht wahr.“ Er kreiere vielmehr Bilder. „Das macht mir sehr viel Spaß.“ Im nächsten Jahr, so erzählt er, sei er für Shootings unter anderem in Österreich und der Schweiz unterwegs.

Seinen beruflichen Schwerpunkt hat Andreas Kampen in den vergangene Jahren in der Gastronomie gehabt. Als junger Mann absolvierte er nach dem Besuch der Realschule zunächst eine Lehre im Sythener Hotelrestaurant Pfeiffer. Später habe er einige Zeit im „Movie Park“ bei Bottrop-Kirchhellen gearbeitet. „Dort durfte ich mich unter anderem um die Organisation von besonderen Events kümmern. Viele prominente Gäste wie Claudia Schiffer, Arnold Schwarzenegger oder George Clooney waren in dieser Zeit dort zu Gast“, erinnert er sich. Den meisten Halternern dürfte Andreas Kampen durch seine Tätigkeit als Servicekraft im Rossini, im ehemaligen Flöz Q oder dem Lake Side Inn bekannt sein. Zuletzt habe er für ein renommiertes Hotel gearbeitet, sagt er. „Dann kam die Corona-Krise.“

Handwerkliches Geschick

Mit seinen Modellen will er weiter Fotos im experimentellen Bereich oder zu Übungszwecken erstellen. „Auf eine kommerzielle Auswertung der fertigen Fotos kommt es dabei weniger an, eher darauf, mein handwerkliches Geschick und meinen visuellen Geschmack sowie die Ausstrahlung des Modells zu zeigen.“

An eine Karriere als professioneller Fotograf denke er nicht. „Wenn es sich irgendwann mal so ergibt, ok. Dann werde ich mich nicht dagegen wehren, aber meine künstlerische Freiheit ist mir wichtiger als Geld.“ Er wünsche sich für die Zukunft auch Aufträge fernab der sinnlichen Fotografie. „Ich würde zum Beispiel gerne mal ein Fotoprojekt mit Kindern und Senioren machen. Das steckt oft so viel verborgenes Potenzial.“

Mit seinen Aufnahmen hinterlässt der gebürtige Halterner bei seinen Models und „Fans“ jedenfalls offenbar einen guten Eindruck. Auf seiner Instagram-Seite „visual_art_and_sensual_moments“ kommentierte eine der Frauen: „So eine hervorragende Galerie, ein Bild schöner als das andere, ich bin sprachlos.“

Über den Autor
Redaktion Haltern
1982 in Haltern geboren. Nach Stationen beim NRW-Lokalfunk, beim Regionalfernsehen und bei der BILD-Zeitung Westfalen 2010 das Studium im Bereich Journalismus & PR an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen erfolgreich beendet. Sportlich eher schwarz-gelb als blau-weiß orientiert. Waschechter Lokalpatriot und leidenschaftlicher Angler. Motto: Eine demokratische Öffentlichkeit braucht guten Journalismus.
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Daniel Winkelkotte

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