Eigeninitiative: Daniel Backhaus fertigt Schutzvisiere für LWL-Klinik

LWL-Klinik in der Haard

Der 40-Jährige Daniel Backhaus unterstützte die LWL-Klinik in der Haard mit 80 selbst gefertigten Schutzvisieren. Das Besondere: Er stellte sie mithilfe eines 3D-Druckers her.

Haltern

26.06.2020, 15:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
So sieht ein fertiges Visier aus. Daniel Backhaus hat 80 davon hergestellt.

So sieht ein fertiges Visier aus. Daniel Backhaus hat 80 davon hergestellt. © LWL/Seifert

Als Daniel Backhaus die ersten Berichte über die Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus gelesen hat, war ihm sofort klar: „Da muss ich etwas tun, um mitzuhelfen, meine Kolleginnen und Kollegen und auch unsere Patienten zu schützen.“ Der 40-Jährige ist Mitarbeiter in der klinikeigenen Technik der Marler Kinder- und Jugendpsychiatrie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

Außerdem ist er Mitglied in der sogenannten Maker-Szene, einer großen Gemeinschaft von Hobbybastlern und Tüftlern. Hier gab es bereits erste Programme für die Erstellung einer Visierhalterung mithilfe eines 3D-Druckers – und den hat so ein Tüftler natürlich im Keller stehen.

Visierhalterung aus einem Plastikfaden

„Der Drucker ist mit einem Plastikfaden bestückt. Dieser wird entsprechend des Programms in Schichten übereinander gedruckt, bis die Visierhalterung fertig ist. Dieser Vorgang dauert etwa dreieinhalb Stunden“, erklärt Daniel Backhaus die Herstellungsweise der Visierhalterung. Das Visier selbst besteht aus einer 0,3-Millimeter starken Folie. In diese werden mit einem Locher Löcher gestanzt, in welche die Visierhalterung dann eingeklickt werden kann.

Entsprechende Folie hatte Backhaus bereits vorrätig und so stand der Herstellung eines ersten Schutzvisiers nichts mehr im Wege. Nachdem die Betriebsleitung den Prototyp gesehen hatte, gab sie grünes Licht für die Produktion. Weiterer Kunststoff wurde bestellt und die Hygienebeauftragte lieferte das passende Gummiband zur Befestigung der Schutzvisiere am Kopf. „Natürlich sind das keine industriell gefertigten und geprüften Medizinprodukte“, weiß der Tüftler, „aber sie sind genau, wie die selbstgenähten Stoffmasken, in jedem Fall besser als kein Schutz.“

Drei Wochen Arbeit für 80 Visiere

Circa 80 Visiere hat Daniel Backhaus bereits hergestellt, die in den LWL-Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie in der Haard und Hamm sowie in einer Tagesklinik zum Einsatz kommen. Dafür hat der Tüftler mehr als drei Wochen gebraucht, in denen sein Drucker nonstop gelaufen ist. Dass er dabei teilweise auch seine Freizeit geopfert hat, ist für Daniel Backhaus kein Problem: „Ich freue mich einfach, wenn ich helfen kann!“

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