Ein Schaustellerbetrieb kauft das Halterner Nikolausdorf

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Mit einem richtigen Holz-Dorf wollte die Werbegemeinschaft 2008 den Nikolausmarkt nach vorne bringen. Weil Auf- und Abbau aber zu teuer wurden, stand das Dorf zum Verkauf. Es hat geklappt.

Haltern

, 21.01.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Werbegemeinschaft Haltern am See hat das Nikolausdorf zum Beginn des Jahres 2019 an einen neuen Eigentümer übergeben. Der Vorbericht in der Halterner Zeitung im November 2018 und private Kontakte brachten insgesamt vier Interessenten in die engere Auswahl. „Der neue Eigentümer ist ein Schaustellerbetrieb aus dem Kreis Recklinghausen. Unser Nikolausdorf wird nun umgebaut und soll künftig in Norddeutschland als eine Art nordischer Weihnachtsmarkt wiederverwendet werden“, teilte Geschäftsführer Christoph Kleinefeld mit. Die Werbegemeinschaft habe sich abgesichert, dass die Konstruktion in den kommenden zehn Jahren nicht im weiteren Umkreis von Haltern am See aufgebaut werden dürfe.

Spende an Bürgerstiftung

Die Eigentumsübertragung erfolgte unentgeltlich. Der neue Eigentümer kam aber der Bitte der Kaufleute nach einer Spende an die Bürgerstiftung „Halterner für Halterner“ gerne nach. Der Zahlungseingang ist von der Bürgerstiftung inzwischen bestätigt worden.

Die Stadt Haltern am See war bekanntlich seit 2015 wegen der Sparmaßnahmen im Rahmen des Stärkungspaktes und dessen Folgen nicht mehr in der Lage, das Nikolausdorf auf- und wieder abzubauen. Auch gab es für die Werbegemeinschaft sehr hohe ordnungsbehördliche Auflagen für eine Bauabnahme und die erforderliche wiederkehrende TÜV-Prüfung. Seither schlummerte das Nikolausdorf in zwei Seecontainer auf dem Gelände der alten Abfall-Umladestation am Lorenkamp. Christoph Kleinefeld dazu: „Allen Beteiligten war klar, dass dies kein guter Zustand für das eingelagerte Material war.“

120 Sitzplätze

Mit dem Nikolausdorf als Alleinstellungsmerkmal wollte die Werbegemeinschaft den traditionellen Nikolausmarkt nach vorne bringen und Gäste in der vorweihnachtlichen Zeit ins Zentrum der Stadt locken. Zimmerer Georg Rohlf aus Haltern-Lavesum hatte dafür rund sieben Kubikmeter Holz für eine 250 Quadratmeter große überdachte Fläche mit 120 Sitzplätzen verbaut. 18 Tonnen Beton verliehen dem Dorf die nötige Standfestigkeit.

Die Eröffnung war ein Paukenschlag. Besucher konnten in gemütlicher Runde Glühwein, Punsch oder heißen Kakao im Trockenen genießen und dabei stimmungsvoller Musik lauschen. Egal, von welcher Seite sich das Wetter auch zeigte: Im Halterner Nikolausdorf hatten die Besucher ein festes Dach über dem Kopf – auch wenn nicht alle die Konstruktion schön fanden, weil sie die Stände des Marktes in den Schatten stellte und wie ein Klotz im Herzen der Stadt wirkte.

Doch nach sieben Jahren war schon Schluss. Seit 2015 lag das Nikolaus-Dorf eingemottet in Hochsee-Containern.

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