Ein Stall voller Schoko-Hasen

Besuch beim Osterhasenbäcker

Thorsten Föcker hat in diesen Tagen besonders viel zu tun. Bei den vielen tierischen Leckereien, die die Backstube und den Verkaufsraum übervölkern, legt der Chef der "Peters Backstube" auch persönlich mit Hand an. Er produziert täglich frischen Hasen-Nachwuchs. Ostern ist Hochsaison. [MIT VIDEO]

LAVESUM

von Von Elke Rüdiger

, 23.04.2011, 07:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehl und Butter abwiegen, Backpulver, vermengen, kneten, backen, ins Schokobad tauchen oder verzieren mit Krokant, Nüssen oder Buttercreme, Rosinen als Augen eingedrückt, „Zöpfe“ geflochten – tausendfach hat er das in den vergangenen zwei Wochen für Osterkränze, -nester, -brot, -hasen, -lämmer gemacht. Backen ist Handwerk, sagt Föcker. Ein leckeres. Auch heute noch nascht er gerne. Am liebsten Eierlikörtorte, und weil ihm die so gut schmeckt, gibt’s natürlich auch Eierlikör-Lämmer. Köstlich schmecken selbst die „schlichten“ Backwerke – z.B. der Hase aus Quarkteig.Leckeres Mitbringsel Die Oster-Leckereien gehen gut, „viele nutzen sie als Mitbringsel, als kleines Geschenk“, erklärt Thorsten Föcker. Der Bäckermeister, der die Backstube 2003 übernommen hat, probiert gerne Neues aus, setzt aber auch auf Konstanz. Unterwegs Augen, Nase und Ohren offen halten, auch mal was wagen und auf Kundenwünsche eingehen, das sei seine Devise. Früher standen nur Lämmer und Hasen mit Puderzucker bestreut auf der Ladentheke, heute sind es flache, dicke, kleine, große Tiere mit verschiedenen Schokoladen-Überzügen oder auch Buttercreme. Föcker liebt seinen Beruf. Langeweile gibt es nie. Allerdings ist der Beruf nichts für Langschläfer, morgens klingelt der Wecker um zwei Uhr. Was einen Bäcker sonst noch auszeichnet? Geruchs- und Geschmackssinn, technisches Verständnis, er darf keine (Lebensmittel-) Allergie haben.Mit Opa in der Backstube  Es gäbe vielleicht leichtere Arbeiten, sein „täglich Brot“ zu verdienen, aber für ihn keine schönere, sagt der 31-Jährige. Als Kind habe er Oma und Opa in Lavesum besucht und war oft in der Backstube. „Irgendwann kam für mich gar kein anderer Beruf mehr in Frage.“ Im Oktober feiert er sein Zehnjähriges als Bäckermeister. Thorsten Föcker ist stolz. Seine Backstube floriert. Er setzt auf Qualität, Geschmack und Frische. Die Oster-Leckereien werden nicht schon Wochen vorher auf Halde gelegt, sondern täglich neu produziert. Und wenn Ostern ein „Stall voll übrig bleibt“? Unwahrscheinlich, meint der Chef. „Wir füllen ja immer nur die leeren Regale. Falls doch, schenken wir unseren Kunden einen Osterhasen.“   

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