Einbruch mit roher Gewalt: „Als ich kam, steckte ein Stuhl in der Eingangstür“

mlzHaus Sundern

In der Nacht zu Montag sind Unbekannte in die Gaststätte Haus Sundern eingestiegen. Was sie dort anrichteten, macht Wirt Werner Heinz am Tag danach immer noch fassungslos.

Haltern

, 24.09.2019, 16:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eingeschlagene Fenster, umgeworfene Möbel, eine mit Löschschaum verwüstete Küche, überall zerbrochenes Geschirr, der Boden klebrig von verschütteten Getränken: Als Werner Heinz am Montagmorgen um acht Uhr seine Gaststätte „Haus Sundern“ betritt, ist er geschockt. Unbekannte hatten sich in der Nacht Zutritt verschafft und sich offenbar länger im Haus aufgehalten. Nachdem sie die Räume verwüstet hatten, nahmen sie anschließend Getränke, Lebensmittel, Bargeld, ein Laptop und eine Musikbox mit.

Einbruch mit roher Gewalt: „Als ich kam, steckte ein Stuhl in der Eingangstür“

Ein Stuhl steckte in der Eingangstür, als Wirt Werner Heinz am Montagmorgen vor seiner Gaststätte stand. © privat

Am Dienstagvormittag, einen Tag nach dem Einbruch, steht Werner Heinz in seiner Gaststube und zeigt auf die notdürftig mit Pappe abgedeckten Fenster. „Die haben ganze Arbeit geleistet.“ Nur zwei Fenster seien überhaupt ganz geblieben. „Als ich am Montag morgen kam, steckte ein Stuhl in der Eingangstür.“

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

So verwüsteten unbekannte Täter Haus Sundern

Eine Spur der Zerstörung hinterließen unbekannte Täter bei einem Einbruch in die Gaststätte Haus Sundern in der Nacht von Sonntag auf Montag.
24.09.2019
/
Mit großer Zerstörungswut waren die Einbrecher in der Nacht zu Montag (23. September) im Haus Sundern unterwegs.© Ilka Bärwald
Mit großer Zerstörungswut waren die Einbrecher in der Nacht zu Montag (23. September) im Haus Sundern unterwegs.© Ilka Bärwald
Mit großer Zerstörungswut waren die Einbrecher in der Nacht zu Montag (23. September) im Haus Sundern unterwegs.© Ilka Bärwald
Mit großer Zerstörungswut waren die Einbrecher in der Nacht zu Montag (23. September) im Haus Sundern unterwegs.© Ilka Bärwald
Mit großer Zerstörungswut waren die Einbrecher in der Nacht zu Montag (23. September) im Haus Sundern unterwegs.© Ilka Bärwald
Mit großer Zerstörungswut waren die Einbrecher in der Nacht zu Montag (23. September) im Haus Sundern unterwegs.© Privat
Mit großer Zerstörungswut waren die Einbrecher in der Nacht zu Montag (23. September) im Haus Sundern unterwegs.© privat
Mit großer Zerstörungswut waren die Einbrecher in der Nacht zu Montag (23. September) im Haus Sundern unterwegs.© Privat
Mit großer Zerstörungswut waren die Einbrecher in der Nacht zu Montag (23. September) im Haus Sundern unterwegs.© Privat
Mit großer Zerstörungswut waren die Einbrecher in der Nacht zu Montag (23. September) im Haus Sundern unterwegs.© privat
Mit großer Zerstörungswut waren die Einbrecher in der Nacht zu Montag (23. September) im Haus Sundern unterwegs.© privat

Die Zwischentüren wurden eingetreten, Schränke und eingedeckte Tische umgeworfen, Gardinenstangen aus der Verankung gerissen. „In der Küche haben sie nicht nur die Elektrogeräte mit Schaum aus dem Feuerlöscher besprüht, auch ein Braten wurde gegen die Wand geworfen.“ Spirituosen aus der Bar wurden verschüttet oder gestohlen.

Täter hinterließen Botschaft auf einer Kreidetafel

Auf der Tafel an der Wand haben die Täter mit Kreide eine Nachricht hinterlassen: „Dankeschön“ steht da in ungelenker Schrift, „kommen morgen wieder bringen euch um“, versehen mit einer obszönen Zeichnung. Angst habe er nicht, sagt Werner Heinz. Er hält das Ganze für eine Aktion von Jugendlichen, die in blinder Zerstörungswut gehandelt haben. Vielleicht haben sie gehofft, mehr zu erbeuten, und stattdessen ihren Frust an den Möbeln ausgelassen, mutmaßt der Wirt.

Einbruch mit roher Gewalt: „Als ich kam, steckte ein Stuhl in der Eingangstür“

Die eingedeckten Tische wurden umgeworfen, das Geschirr lag zerbrochen auf dem Boden. © Privat

Die Gaststätte in unmittelbarer Nähe zum Friedhof werde häufig für private Feiern gebucht. Gäste schätzten, „dass es hier auch mal lauter werden kann“, sagt Werner Heinz. So ist aber auch kein Anwohner auf das Treiben der unbekannten Täter aufmerksam geworden. Werner Heinz selbst wohnt nicht in dem Haus.

Seit vier Jahren betreibt er die Gaststätte, bisher hatte er keine Probleme mit Einbrüchen oder Diebstählen. „Ich hab mir ja vieles vorstellen können, dass hier Leute einbrechen und sich dann vielleicht am Schnaps bedienen, aber nicht solch‘ ein Ausmaß“, sagt der 62-Jährige.

Einbruch mit roher Gewalt: „Als ich kam, steckte ein Stuhl in der Eingangstür“

Die Eingangstür und zwei der eingeschlagenen Fenster sind am Dienstag notdürftig repariert worden. © Ilka Bärwald

Am Dienstag sind er und Familienmitglieder damit beschäftigt, sauberzumachen und alles wieder herzurichten. Er wisse aber noch nicht, ob und in welcher Größenordnung Elektrogeräte in der Küche durch den Schaum Schaden genommen hätten. „Ich hoffe, dass wir am Freitag den Betrieb wieder aufnehmen können.“ Da habe man eine Veranstaltung. Einer für Montag gebuchten Trauergesellschaft habe er bereits absagen müssen.

Polizei: Nehmen grundsätzlich jede Drohung ernst

Die Polizei hatte am Dienstag noch keine neuen Erkenntnisse über die Täter. Zu der geschriebenen Drohung sagte Pressesprecher Andreas Lesch von der Kreispolizeibehörde in Recklinghausen, dass man grundsätzlich alles ernst nehme. „Über eventuelle Maßnahmen zu Bedrohungssachverhalten erteilen wir aber keine Auskunft.“ Auch zur Schadenshöhe mache man grundsätzlich keine Angaben, so Andreas Lesch.

Das zuständige Kriminalkommissariat bittet unter der Telefonnummer 0800 2361 111 um Hinweise.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Sundernfriedhof

Diebstahl auf dem Sundernfriedhof: 40 Gräber sind betroffen

Die Metalldiebe auf dem Sundernfriedhof haben ganze Arbeit geleistet. Viele Anzeigen liegen schon vor. Wann es vermehrt zu solchen Delikten kommt, dafür nennt die Polizei einen Grund. Von Jürgen Wolter

Lesen Sie jetzt