Eingeschleppter Fisch frisst sich auch in Haltern durch

Problemfisch Schwarzmaulgrundel

Die heimische Fischwelt leidet. Grund ist eine eingeschleppte Art: die Schwarzmaulgrundel. Sie ist von Schiffen aus dem Mittelmeerraum zu uns eingeschleppt worden. In Haltern sind viele heimische Fischarten den gefräßigen Laichräubern zum Opfer gefallen.

Haltern

, 10.12.2017, 06:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Angler Frank Kleinwächter hält eine Schwarzmundgrundel in der Hand. Die kleinen Grundeln wirken unscheinbar und harmlos. Fachleute, Naturschützer und Angler in Nordrhein-Westfalen sehen wegen ihnen aber die Artenvielfalt  bedroht. Foto: Marius Becker/dpa

Angler Frank Kleinwächter hält eine Schwarzmundgrundel in der Hand. Die kleinen Grundeln wirken unscheinbar und harmlos. Fachleute, Naturschützer und Angler in Nordrhein-Westfalen sehen wegen ihnen aber die Artenvielfalt bedroht. Foto: Marius Becker/dpa © picture alliance / dpa

Die eingeschleppte Schwarzmeergrundel ist der Tod heimischer Fischarten. Die Lippe, Stever und Heubach haben sie nicht mehr alle: Bachschmerlen sind kaum noch zählbar, die Population der Aale, Hechte, und Gründlinge, Rapfen tendiert gegen null. Eine Volkszählung unter den Fischarten im Oktober in der Stever und im Heubach, deren Ergebnisse jetzt vorliegen, zeichnen ein niederschmetterndes Bild.

Schuld am Tod der Arten soll die Schwarzmeergrundel sein. „Er ist im Übermaß bei der Elektrobefischung festgestellt worden“, sagte Heinz Stiller, Fischereiberater, am Freitag auf unsere Anfrage. Die Schwarzmaulgrundel fresse die Eier anderer Firscharten und vermehre sich rasant. Die Schwarzmeergrundel sei ein Laichräuber.

Heinz Stiller weiß, dass Gelsenwasser, Lippeverband, die Anrainerstädte und der Kreis sowie die Anglerverbände im kommenden Jahr ein Spitzengespräch planen, um nicht länger im Trüben zu fischen: „Sie wollen dem Problem auf den Grund gehen und Gegenmaßnahmen entwickeln“, so Stiller. Eingeschleppt worden ist die mediterrane Fischart von Frachtschiffen über das Ballastwasser. Die Schwarzmaulgrundel breitete sich so über den Main-Donau-Kanal in den Rhein aus, von dort aus wiederum in den Nebenarmen und ist deswegen auch in der Lippe und den angrenzenden Gewässern zu finden. Das teilt der Landesverband für Umwelt- und Naturschutz (LANUV) auf seiner Homepage mit. Der Lippeverband weiß um die Schädlinge, die hier nichts zu suchen haben, und versucht mit mittel- und langfristigen Maßnahmen, den Neozoen (biologische Invasion), entgegenzusteuern. Ilias Abawi, Sprecher des Lippeverbandes: „Wir haben an strategischen Stellen der Lippe, zuletzt im Bereich von Wesel und Olfen, eine Million Quappen ausgesetzt. Es dauert aber, bis sich die Quappen, eine heimische Raubfischart, an vielen Stellen in der Lippe wiederfinden.“ Sie sollen dann die Schwarzmaulgrundel vertilgen und das ökologische Gleichgewicht im Lippe- und Steverwasser wiederherstellen..

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