Einmaliger Glockenturm dient nun als Tauschbörse

Für den guten Zweck

Getauscht wird überall: auf Messegeländen, in Sammlerclubs oder auf dem Schulhof. Auf die Idee, einen Glockenturm in eine Tauschstube umzuwandeln, sind wohl nur die wenigsten gekommen: dazu zählt nun auch Pfarrer Martin Ahls.

HALTERN

09.09.2014, 17:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ab sofort ist der Glockenturm der Marienkirche der "Tauschturm". Man kann Spiele, Bücher, Porzellan etc. tauschen oder etwas Geld spenden - zu Gunsten von Arco Iris.

Ab sofort ist der Glockenturm der Marienkirche der "Tauschturm". Man kann Spiele, Bücher, Porzellan etc. tauschen oder etwas Geld spenden - zu Gunsten von Arco Iris.

Betreten des Glockenturmes war bisher - abgesehen von wenigen Ausnahmen – nicht gestattet. Eisengitter hielten Interessierte ab. Es lohnte nicht wirklich, außer Betonplatten gab es ja auch nichts zu sehen. Das ändert sich! Ab sofort ist der „Tauschturm“ eröffnet. Täglich von 8 bis 18 Uhr kann getauscht werden, was der Hausstand so hergibt.

 

Seit vielen Jahren gibt es zum Heimatfest die riesige Trödelaktion zugunsten von „Arco Iris“ in Bolivien. Der Erlös fließt in Pfarrer Neuendorfers Straßenkinder-Projekte in und um La Paz. Vieles bringen die ehrenamtlichen Helfer am Heimatfest-Wochenende an den Mann, aber einen Rest gab es fast immer. Was macht man damit? Entsorgen? Viel zu schade, dachte Pfarrer Martin Ahls und entwickelte die Idee: Der Glockenturm der Marienkirche wird zum „Tauschturm“.Tauschen oder spenden In den letzten Wochen wurde er entsprechend vorbereitet und innen gestaltet. In großen Regalen finden sich Bücher, Porzellan, Deko-Artikel, Spielsachen, Bilder, Vasen. Jeder darf kommen und alles im Turm ertauschen. Das heißt, man bringt selbst etwas vorbei und nimmt etwas anderes mit. Oder man kann einfach etwas Geld spenden und so „Arco Iris“ weiter unterstützen. So wie Doris Bardel: Sie kam am geöffneten Turm-Tor vorbei und schaute sich gleich um. Einige Dinge erkannte sie wieder, denn sie hatte am Freitag noch drei Kisten für den Trödelstand gespendet. Für den Partykeller fand sie am Dienstagnachmittag ein passendes Teller-Geschirr.Einmaliger Glockenturm

 

Der Glockenturm zur Marienkirche ist in Haltern am See einmalig. Als Kirche und Turm vor knapp 50 Jahren gebaut und eingeweiht wurden, fand die Architektur nicht nur ungeteilte Zustimmung. Die Kirche selbst erfreut sich einer grandiosen Akustik. Außer, dass manche den Turm als „Gottes Zeigefinger“ bezeichneten, hatte er keine Funktion – außer die Glocken zu beherbergen. Nach vielen Diskussionen wird die Turmspitze nun Mitternacht in Gold-Gelb getaucht, ein schöner Anblick. Bisher konnte der Glockenturm nur von außen durch die Eisengitter bestaunt werden. Das ändert sich ab sofort. Abgesehen von der Tauscherfahrung ist schon allein das Betreten des Tauschturmes ein Raumerlebnis, geht der Blick doch fast 20 Meter hoch zur Glockenstube.

 

Was jetzt noch fehlt, meinen Pfarrer Ahls und Lea Wunderlich, neue FSJlerin in der Pfarrei, die das Projekt betreut, sind zum Beispiel Metall-Schränke oder Spinde, um Bücher trocken zu lagern.

 

Tauschturm im Glockenturm der Marienkirche, Gildenstraße 22, täglich von 8 bis 18 Uhr; Kontakt: Tel. 9236-0.

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