Entscheidung gefallen: Keine Flüchtlingsunterkunft auf AV8

Info-Abend

Es wird keine Flüchtlingsunterkunft auf dem ehemaligen Schachtgelände AV8 in Haltern-Lippramsdorf eingerichtet. Dies hat Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller bei einer Info-Veranstaltung zum Thema „Flüchtlinge in Haltern“ am Dienstagabend in der Aula des Schulzentrums bekannt gegeben.

HALTERN

, 26.04.2016, 18:56 Uhr / Lesedauer: 3 min

Über 300 Halterner hörten sich Dienstagabend in der Aula an, was Stadt und Bezirksregierung zur Flüchtlingspolitik in Haltern zu sagen hatten. Applaus bekam Dorothee Feller, als sie verkündete: „AV 8 wird vorerst keine Flüchtlingsunterkunft.“ Erster Beigeordneter Hans-Josef Böing fürchtete um seine Zuhörer: „Liebe Lippramsdorfer, ich bitte Sie, noch hierzubleiben.“

Genau deshalb waren viele aus dem Ortsteil gekommen: Um nach wochenlangen Diskussionen endlich zu hören, ob aus dem stillgelegten Schacht eine Landesunterkunft für Flüchtlinge wird.

Das Für und Wider

Erst am Nachmittag hatte sich die Regierungsvizepräsidentin die Legitimation bei der Landesregierung geholt, den Entschluss öffentlich machen zu dürfen. Was für und was gegen diesen Standort sprach, erläuterte sie später im Gespräch mit der Halterner Zeitung. AV 8 in Lippramsdorf-Freiheit als große Fläche mit vorhandener Infrastruktur hätte ohne großen Aufwand mit weiteren Containern Platz für 1000 Flüchtlinge bieten können. Die RAG Montan Immobilien hätte als Investor die Einrichtung aufgebaut, das Land hätte sie gemietet.

„Dagegen aber sprachen letztlich die Lage im Naturschutzgebiet, der Rückgang der Flüchtlingsströme und nicht zuletzt die vielen Bedenken aus der Bevölkerung“, sagte Dorothee Feller. Dass sie von „vorerst“ gesprochen habe, begründete sie so: „Weil ich nicht in die Zukunft schauen kann.“ Aber bevor das Land am Zechengelände neu investiere, sage es zunächst einmal nein zu diesem Projekt.

Erster Beigeordneter Hans-Josef Böing hatte in den vergangenen Wochen nie einen Hehl daraus gemacht, dass eine Landeseinrichtung in Lippramsdorf die Stadt entlastet hätte. Dienstagabend bedankte er sich bei Dorothee Feller für „klare Worte“.

Hier der Liveticker zum Nachlesen:

19.43 Uhr: Da nun Einzelgespräche geführt werden. Beenden wir an dieser Stelle den Liveticker. 

19.42 Uhr: Die Vorträge sind zu Ende. Ab sofort stehen die unterschiedlichen Gesprächspartner an Stehtischen als Ansprechpartner bereit. Die Bürger haben nun Chancen, Fragen zu stellen. 

19.39 Uhr: Hans-Josef Böing kritisiert Menschen, die in Sozialen Netzwerken Gerüchte über Flüchtlinge verbreiten. 

19.36 Uhr: Hans-Josef Böing ist froh, dass sich das Thema AV8 "erledigt hat".

19.34 Uhr: Auch er blickt noch mal auf die Flüchtlingssituation in den vergangenen Monaten zurück. "Wir in Haltern mussten innerhalb von wenigen Tagen Platz für Hunderte Flüchtlinge schaffen."

19.29 Uhr: Nun hält der Erste Beigeordnete der Stadt Haltern, Hans-Josef Böing, seinen Vortrag. "Ich bitte die Lippramsdorfer, weiter hier zu bleiben", scherzt Böing zu Beginn, nachdem Dorothee Feller die wichtigste Nachricht des Abends bekannt gegeben hat.

19.27 Uhr: Die ehemalige Schachtanlage AV8 in Lippramsdorf wird nicht als Flüchtlingsunterkunft genutzt: "Wir haben in den letzten Tagen Gespräche geführt und habe uns dazu entschieden, sie erst einmal nicht zu bauen", so Dorothee Feller. Applaus aus den Rängen.

19.26 Uhr: Voraussagen seien derzeit nicht möglich. "Wir beobachten, was passiert", so Dorothee Feller.

19.23 Uhr: Dorothee Feller: Seit Anfang des Jahres gehen die Flüchtlingszahlen zurück. Hauptgrund ist die Schließung der Balkanroute und Entscheidungen der EU. Täglich kommen deshalb nur noch 175 täglich in NRW an. 

 

19.19 Uhr: Dorothee Feller wirft einen Blick zurück auf die vergangenen Monate. "Unterbringungsmöglichkeiten haben bei 330.000 Flüchtlingen nicht mehr ausgereicht. Deswegen brauchten wir dringend Plätze." In Haltern am See wurde deshalb die Notunterkunft in Sythen eingerichtet. Sie wird aber im Sommer aus wirtschaftlichen Gründen als Landesnotunterkunft geschlossen. Für Bürgermeister Bodo Klimpel ist es durchaus denkbar, sie als städtische Unterkunft weiter zu betreiben.

19.14 Uhr: Nun spricht Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller: Für sie ist die Flüchtlingssituation die "größte Herausforderung unserer Gesellschaft".

19.12 Uhr: Einige aktuelle Zahlen: Etwas 600 Flüchtlinge leben derzeit in Haltern am See. Unter ihnen unter anderem 128 aus Syrien, 63 aus Afghanistan, 50 aus dem Irak, 23 aus dem Libanon und 190 Balkanstaaten. 

19.10 Uhr: Bürgermeister Bodo Klimpel bedankt sich bei allen ehrenamtlichen Helfern rund um den Asylkreis für die Flüchtlingshilfe, die sie in den vergangenen Monaten geleistet haben. 

 

Ein von Halterner Zeitung Live (@hzlive) gepostetes Video am 26. Apr 2016 um 10:05 Uhr

 

19.06 Uhr: Bürgermeister Bodo Klimpel begrüßt die Gäste und erklärt, was die Menschen erwarten können: Zuerst werden Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller und der Erste Beigeordnete der Stadt Haltern, Hans-Josef Böing, Vorträge halten. Anschließend stehen alle Beteiligten für Fragen zur Verfügung.

18.55 Uhr: Die Aula des Schulzentrums füllt sich. Thematisiert werden heute Abend die allgemeine Situation und auch ein Standort für eine Landesnotunterkunft für 1000 Flüchtlinge. Die Bezirksregierung untersucht, ob der stillgelegte Schacht AV 8 in Lippramsdorf für diesen Zweck umfunktioniert werden kann.

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