Erderschütterungen in Lippramsdorf übersteigen die Norm

Bedenkliche Werte

LIPPRAMSDORF Fünf Erderschütterungen innerhalb von vier Wochen bringen Lippramsdorfer aus der Ruhe. Professor Dr. Klaus Günter Hinzen, Leiter der Erdbeben-Station Bensberg, mag auch gar nicht widersprechen: „Bei Schwinggeschwindigkeiten von 17,1 Millimeter pro Sekunde sind Bauwerk-Schäden durchaus denkbar.“

von Von Elisabeth Schrief

, 20.10.2009, 14:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
In Lippramsdorf gibt es bereits viele Bergschäden. Weitere sind nicht auszuschließen.

In Lippramsdorf gibt es bereits viele Bergschäden. Weitere sind nicht auszuschließen.

Bensberg, das der Universität Köln angeschlossen ist, hat 40 Stationen mit Seismometern, im wesentlichen im Rheinland. Aus den Seismogrammen wird die größte Bodenbewegung abgelesen. Dieser Wert zusammen mit der Entfernung bestimmt die Magnitude, die ein logarithmisches Stärkemaß ist. Am 14. Oktober um 22.40 Uhr wurde ein Magnitude von 2.0 gemessen. Das Bergwerk misst an seinen sechs Lippramsdorfer Stationen in Schwinggeschwindigkeit. Mit einem Zeitverzug von drei Stunden meldete AV am 15. Oktober um 0.40 Uhr Erschütterungen von 12,4 Millimetern pro Sekunde. Bei einem natürlichen Beben wie es häufiger im Rheinland vorkommt, ist das kaum zu spüren, weil es sich in Tiefen von 10 bis 15 Kilometern unterhalb der Erdoberfläche ereignet.

Ein gleich starkes Ereignis im Bergbau 1200 Metern untertage dagegen wird als heftig wahrgenommen. „Da kann man dann Schäden an normalen Bauwerken nicht mehr ausschließen“, sagt Geophysiker Hinzen.

Markscheider Peter Konrad Müller gesteht, dass in entsprechendem Frequenzbereich Beeinträchtigungen entstehen können. Es sei allerdings schwierig, durch Bodensenkungen oder Erschütterungen entstandene Schäden auseinander zu halten. Dass die Abbaugeschwindigkeit mit den Beben zusammenhängen, sei wissenschaftlich nicht bewiesen. Im Baufeld 50 wird mit normaler Geschwindigkeit von 10 bis 12 Metern pro Tag Abbau betrieben.

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