Das ASB-Seniorenzentrum Kahrstege war die erste Pflegeeinrichtung in Haltern, in der gegen das Coronavirus geimpft wurde. © Arne Pöhnert
Coronavirus

Erste Halterner bekommen am Dienstag die zweite Corona-Impfung

Bewohner der Halterner Pflegeeinrichtungen haben schon bald den bestmöglichen Schutz gegen das Coronavirus. Am Dienstag (26. Januar) findet im ersten Seniorenzentrum die zweite Impfung statt.

Viel Ärger um Corona-Impfungen: Die Öffnung des Impfzentrums im Kreis Recklinghausen sowie die Lieferungen der Impfdosen verzögern sich. Die Impfterminvergabe, die am Montag (25. Januar) starten sollte, lief ebenfalls nicht so reibungslos wie erhofft. Über Lieferengpässe müssen sich die Bewohner der Halterner Altenheime allerdings keine Sorgen machen: Nach der bereits erfolgten ersten Impfung soll die Nachfolgeimpfung wie geplant stattfinden, heißt es.

Bereits am Dienstag (26. Januar) bekommen im Seniorenzentrum Kahrstege des Arbeiter-Samariter-Bunds (ABS) die ersten Halterner Bürger den vollständigen Schutz gegen das Coronavirus. Die Impfungen werden erneut – wie bereits beim ersten Termin am 5. Januar (Dienstag) – die Allgemeinmedizinerin Dr. Nadine Anstipp sowie Dr. Friedhelm Bous vornehmen.

Nebenwirkungen blieben aus

ASB-Sprecher Martin von Berswordt-Wallrabe freut sich, dass bislang bei niemandem Nebenwirkungen nach der Impfung gegen das Coronavirus aufgetreten seien. „Allen geht es gut“, sagt er. Das bestätigt auch Dr. Nadine Anstipp. „Bislang sind Nebenwirkungen ausgeblieben. Mattheitsgefühle oder eine Rötung der Stelle, an der geimpft wurde, waren die einzigen Symptome.“

Gleiches konnte auch Peter Künstler, Geschäftsführer und Heimleiter der Altenwohnhäuser St. Anna und St. Sixtus, berichten. „Wir haben nach der Impfung bei uns keine negativen Bemerkungen der Bewohner erhalten.“ Es habe sich zwar auch bei ihm selbst „ein kleines Ei am Arm gebildet“, aber das sei normal bei einer Impfung. Personelle Ausfälle beim Pflegepersonal habe es nach der Corona-Impfung ebenfalls nicht gegeben.

Peter Künstler, Geschäftsführer und Heimleiter der Altenwohnhäuser St. Anna und St. Sixtus, hat nach der ersten Impfung weder beim Personal noch bei den Bewohnern Nebenwirkungen bemerkt. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Die Altenwohnhäuser St. Anna und St. Sixtus haben den Impfstoff für die Nachfolgeimpfung bereits bestellt. Geplanter Impftermin ist hier der 3. Februar (Mittwoch). Peter Künstler geht nicht davon aus, dass sich der Termin verschiebt. „Mein Kenntnisstand ist, dass genügend Impfstoff für die zweite Impfung in den Altenheimen verwahrt wurde“, sagt er.

Ähnlich äußert sich auch Kreissprecherin Lena Heimers. Das Land habe zugesichert, dass die Nachfolgeimpfung pünktlich durchgeführt werde. Ihr sei im Kreis Recklinghausen kein Fall bekannt, bei dem die zweite Impfung verschoben oder gar ausfallen musste. „Ich gehe davon aus, dass die Nachfolgeimpfung reibungslos verlaufen wird.“

Frühere Rückmeldung gewünscht

Peter Künstler hat nach eigenen Angaben noch keine Rückmeldung von der Kassenärztlichen Vereinigung, bei der er den Impfstoff bestellt hat, erhalten. Sorgen macht er sich deshalb aber nicht. „Bei der ersten Impfung kam die Rückmeldung, dass der Impfstoff ankommt, auch recht spät.“ Schöner wäre es aber dennoch, wenn die Bestellung auch frühzeitig bestätigt würde, gibt er zu.

Die würde sich auch Wilfried Kersting, Geschäftsführer des Lambertusstifts, wünschen. Geplanter Impftermin in der Lippramsdorfer Pflegeeinrichtung ist ebenfalls der 3. Februar. Auch Kersting hat keine Impf-Nebenwirkungen bei Bewohnern oder Personal festgestellt.

„Wir sind total zufrieden, wie es gelaufen ist“, sagt er. Die Bewohner seien froh, dass sie die Impfung rechtzeitig bekommen hätten. So sieht es auch in den Altenwohnhäusern St. Anna und St. Sixtus aus. „Wir sind sehr dankbar, den Biontech-Impfstoff bekommen zu können“, sagt Peter Künstler. „Auch, weil er gegen die Mutationen wirksam sein soll.“

Nachdem mehrere Menschen im Alloheim in Sythen positiv auf das Coronavirus getestet waren, hat sich die Situation inzwischen wieder beruhigt. © Benjamin Glöckner © Benjamin Glöckner

Ebenfalls in der kommenden Woche geimpft werden soll im Alloheim in Sythen. Das teilt eine Sprecherin der Alloheim Senioren-Residenzen mit. Die Situation im Alloheim hat sich zudem wieder beruhigt, nachdem mehrere Bewohner und Pfleger positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. „Aktuell sind noch zwei Bewohner Covid19-positiv getestet“, so die Sprecherin. Beim Personal gebe es keine Infizierten mehr.

Frust bei der Impfterminvergabe

  • Der Halterner Dieter Böhmer ist total frustriert: Er hat am Montag vergeblich versucht, über die Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung einen Impftermin für eine Corona-Schutzimpfung zu vereinbaren. „Ich habe die Nummer von 8 bis 15 Uhr ständig angerufen und bin nie durchgekommen“, sagt er. „Es gab immer nur die Ansage, ich sollte es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal versuchen.“
  • Böhmer ärgert sich, dass er bei dem schönen Wetter den ganzen Tag zu Hause verbringen musste. „Um 15 Uhr sind wir dann mal rausgegangen, danach habe ich es noch ein paar Mal versucht, aber wieder nichts“. Auch eine Anmeldung über das Internet habe nicht funktioniert.
  • „Hätte man das nicht anders organisieren können?“, fragt sich der Halterner, der im vergangenen Jahr das 80. Lebensjahr vollendet hat. „Vielleicht hätte man das städteweise machen können oder jeweils nur für bestimmte Buchstaben im Alphabet. So ist der Frust doch vorprogrammiert“, findet er.
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