Erste KFD Halterns löst sich nach 93 Jahren auf: „Dieser Schritt tut in der Seele weh“

mlzKFD St. Antonius

Vor 93 Jahren wurde die KFD in Lavesum gegründet. Lange kämpften die Mitglieder um Nachwuchs im Leitungsteam. Jetzt löst sich die Frauengemeinschaft St. Antonius als erste in Haltern auf.

Lavesum

, 26.10.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Jahr 1926 wurde die KFD von St. Antonius in Lavesum gegründet. 93 Jahre später steht die katholische Frauengemeinschaft nun vor dem Aus. Bei der Mitgliederversammlung am vergangenen Montag beschlossen die Anwesenden, die KFD St. Antonius Lavesum aufzulösen. Das teilte Annette Brockstedt jetzt mit.

Die Lavesumerin ist genauso wie Hildegard Altrogge mehr als 20 Jahre Mitglied des Leitungsteams gewesen. Vor 13 Jahren stieß Maria Stockhofe als Kassiererin hinzu. Lange hatte das Trio um Nachwuchs in der Leitung gekämpft.

Schon bei der Jahreshauptversammlung im April hatten die drei Frauen ihre Ämter niedergelegt und die KFD in Lavesum quasi kommissarisch weitergeführt - stets in der Hoffnung, dass sich noch jemand unter den 96 Mitgliedern finden werde, der die Leitung übernehmen will. Doch die Hoffnung platzte am Montag endgültig. Lediglich zwölf Frauen waren zur Mitgliederversammlung gekommen, ein Amt übernehmen wollte keine.

„Es findet sich einfach niemand, der im Leitungsteam weitermachen will“, sagt Annette Brockstedt. „Es gibt keine Zukunft mehr für die KFD in Lavesum.“ Die Lavesumerin zeigt aber auch großes Verständnis für jüngere Frauen, die als potenzielle Nachfolgerinnen angesprochen wurden. „Mit Beruf, Familie, Kindern und Haushalt sind sie voll ausgelastet.“ Intern sei es schwer gewesen, einen Nachfolger zu finden. Das liegt auch an der Altersstruktur: Die Mitglieder sind größtenteils zwischen 51 und mehr als 90 Jahre alt.

„Jetzt muss man den Schlussstrich ziehen“

„Ich habe es gerne gemacht“, sagt Brockstedt über ihre Arbeit in der katholischen Vereinigung. Dort habe sie viele Menschen kennengelernt und viel Spaß gehabt. „Aber jetzt musss man den Schlusstrich ziehen.“

Die Rentnerin bedauert besonders, dass ausgerechnet die Lavesumer KFD die erste der insgesamt neun Frauengemeinschaften in der Halterner Großgemeinde ist, die an den Nachwuchsproblemen scheitern musste. „Es sind auch Tränen geflossen“, gibt Annette Brockstedt zu. „Denn dieser Schritt tut uns allen in der Seele weh.“

Auch Anne Lackner vom KFD-Regionalteam Haltern am See bedauert die Entscheidung. Ihr Team hatte die Lavesumer KFD in den letzten Monaten begleitet, die dortigen Versammlungen besucht. „Es hat sich leider niemand für die Nachfolge des Lavesumer Leitungsteams gefunden“, sagt sie.

Auflösung zum Jahresende ist vorgesehen

Zum Jahresende 2019 soll die Auflösung erfolgen. In den nächsten Tagen besuchen die KFD-Mitarbeiterinnen die Mitglieder, um das Thema Mitgliedschaft zu erörtern. „Den Frauen steht natürlich offen, in eine der acht anderen Frauengemeinschaften Halterns zu wechseln“, erklärt Annette Brockstedt.

Ob sie selbst noch einmal wechselt, weiß sie indes nicht. „Ich bin mir noch nicht schlüssig“, sagt sie. Nicht verhehlen will sie, dass die Lavesumer Frauengemeinschaft in der Vergangenheit den Zuspruch durch die jüngeren Seelsorger der Großgemeinde vermisst hat.

Die Theatergruppe der KFD Lavesum bleibt unterdessen bestehen, wird aber wohl künftig unter einem anderen Namen geführt werden. Außerdem hat der Gemeindeausschuss Bereitschaft signalisiert, die Organisation des alle zwei Monate stattfindenden Werktagsgottesdienstes mit anschließendem Frühstück zu unternehmen.

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