Es muss nicht immer Braten sein

Kochkurs in Erich-Kästner Schule

HALTERN Saltimbocca vom Hirsch, überbackenen Mangold und Kürbis-Kartoffel-Gratin - Dass es nicht immer Braten sein muss, erfuhren die Teilnehmer eines Wildbretkochkurses in der Erich-Kästner-Schule.

von Von Ilka Bärwald

, 30.10.2009, 15:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Küche der Erich-Kästner-Schule sind die 18 Teilnehmer schon fleißig als Küchenhelfer im Einsatz. Viele Jung-Jäger sind darunter, eine ganze Clique hat sich gleich gemeinsam angemeldet. Dazu gehört Magdalena Mrotzek, die seit gut einem Jahr einen Jagdschein hat. Die Tipps der Profiköchin nimmt die 52-Jährige gerne an. „Ich koche eher einfach, würze hauptsächlich mit Pfeffer und Salz. Da ist das hier mal etwas anderes.“ Das Hirschfleisch hat Josef Lehmkuhl mitgebracht, Hegeringleiter in Haltern und Organisator des Abends. „Mit den Kochkursen wollen wir die Leute für Wildfleisch begeistern. Es ist kalorienarm, eiweißhaltig und ein absolut edles Lebensmittel.“

Ilka Hartmann massiert inzwischen eine eigens zusammengestellte Wild-Gewürzmischung in die gefüllten, dunkelrot glänzenden Filets. Später werden sie in der Pfanne angebraten. „Wild muss man nicht immer als üppigen Braten servieren“, ist die Köchin überzeugt. Bernhard Schämann guckt aufmerksam zu. Er hat nach dem Tod seiner Frau seine Leidenschaft fürs Kochen entdeckt. „Einmal im Monat lade ich meine Kinder zum Essen ein. Das nächste Mal steht Wild auf dem Speiseplan.“ Der Rentner ist außerdem Mitglied eines Kochclubs in Dülmen. „Da stehen nur Männer am Herd“, sagt er und grinst verschwörerisch.

Derweil sammeln sich die Übrigen um Volker Krug, der gerade die Medaillons in der Pfanne anbrutzelt. Dass er nicht zum ersten Mal kocht, sieht man sofort. Adele Prenting, Ehefrau eines Jung-Jägers, hofft ein wenig, dass die männlichen Koch-Vorbilder auch ihren Mann inspirieren. „Zuhause koche ich sonst immer.“ In der Küche der Erich-Kästner-Schule widmet sich der Gatte jedoch zunächst dem Abwasch – nicht weniger lobenswert. Wenn jeder mithilft, schnippelt und schält, brät und spült, ist das Menü im Handumdrehen fertig. Dass es allen schmeckt, sieht man anschließend bei Tisch. Schnell leeren sich die Teller. Es muss eben doch nicht immer Schmorbraten sein. 

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