Evangelische Gemeinde trotzt dem Abwärtstrend - Spendenaktion

HALTERN Die finanzielle Lage ist nicht rosig. Auch in Haltern werden Gläubige zur Gemeindespendenaktion 2009 aufgerufen. Doch im Vergleich zu anderen Gemeinden in der Region geht es der Evangelischen Kirche in Haltern passabel.

von Von Silvia Wiethoff

, 03.03.2009, 14:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
Evangelische Gemeinde trotzt dem Abwärtstrend - Spendenaktion

Finanzkirchmeister Klaus Tykwer v.l.) und Pfarrer Andreas Becker stellten die Aktion Gemeindespende 2009 vor.

„Noch“, wie Finanzkirchmeister Klaus Tykwer und Pfarrer Andreas Becker jetzt beim Aufruf zur Gemeindespendenaktion 2009 betonten. Wie sich der demografische Wandel und die wirtschaftliche Talfahrt auf die Einnahmen der Zukunft auswirken werden, ist noch nicht klar abzusehen.Transparenz erhalten Auf jeden Fall soll es in Haltern weiterhin Transparenz darüber geben, was mit den Geldern der Gemeindeglieder passiert. Für das laufende Haushaltsjahr werden ähnliche Kirchensteuerzuweisungen wie im vergangenen erwartet. Sie liegen mit 290 318 Euro um 3000 Euro höher als 2008. „Unser Vorteil ist, dass wir weiter wachsen“, erklärte Andreas Becker. In anderen Gemeinden sehe das ganz anders aus.Gemeindespenden eingeplant

Neben finanziellen Mitteln aus Zinsen, Mieten und erhoffter Verpachtung von Erbbaugrundstücken sind von der Finanzabteilung der Halterner Kirche Gemeindespenden in Höhe von 19 000 Euro eingeplant, um einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können. Ein realistisches Ziel, denn im Vorjahr wurden auf diesem Weg 27 160 Euro zur Verfügung gestellt. In den nächsten Tagen werden alle über 60-jährigen Gemeindemitglieder persönlich angeschrieben und um eine Spende gebeten. Hintergrund ist die Tatsache, dass Rentner keine Kirchensteuern bezahlen.Ausgaben steigen kontinuierlich an Während seit 1996 auf der Einnahmenseite ein Abwärtstrend zu verzeichnen ist und sich die Finanzkraft um ein Drittel verringerte, steigen die Ausgaben kontinuierlich an. In diesem Jahr geht die Kirche von etwa 7 % höheren Personalkosten aus. Außerdem bleiben auch die Energiekosten auf hohem Niveau. Frühzeitig reagierte die Ev. Gemeinde in Haltern auf die sich ändernde finanzielle Situation und reduzierte zum Beispiel das Stundenkontingent von Mitarbeitern oder verzichtete auf eine Ausweitung des Raumprogramms. Nur deshalb sieht die Lage heute nicht vollkommen düster aus. Der Sparzwang wird auch in Zukunft alle Entscheidungen der Halterner Gemeinde mitbestimmen. Als Investition in die Zukunft wird zurzeit die Erweiterung des Anne-Frank-Kindergartens angedacht, der sich trotz mäßigen Kindersegens einer großen Beliebtheit erfreut.

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