Exklusiver Einblick in den Bunker auf der Helenenhöhe

Nazi-Bau in Haltern

Dr. Alfred Meyer, Gauleiter der NSDAP, ließ sich auf der Halterner Helenenhöhe eine Bunkeranlage einrichten. Kaum jemand kennt den geheimnisvollen Ort. Wir durften einen Blick in eine verborgene Welt werfen und lassen Sie in unserer Fotostrecke teilhaben.

HALTERN

, 16.01.2018, 17:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Natur erobert das Gelände der Helenenhöhe zurück.

Die Natur erobert das Gelände der Helenenhöhe zurück. © Foto:Holger Steffe

Seit mehr als 20 Jahren ist die Gaststätte Helenenhöhe geschlossen. Dass unter ihr ein Stollen mit befestigtem Bunker liegt, weiß nur noch die ältere Generation. Heimatforscher Uli Backmann schrieb darüber im Halterner Jahrbuch 2013. So berichtet er, dass der Bauunternehmer Josef Dickerhoff 1933 das Ausflugslokal Helenenhöhe in Holzbauweise erbaut und nach seiner Frau Helene benannt hat.

Jüngst sorgte die Helenenhöhe und der alte Bunker für Gesprächsstoff, als Jugendliche dort ihre Spielchen trieben. Eigentümer Hans-Joachim Doctor stellte gegenüber der Halterner Zeitung klar, dass schon das Betreten des Grundstückes verboten sei. Den Eingang des Bunkers mauerte er deshalb zu. Älteren Mitbürgern ist das Areal am Fuße des Treckebergs durchaus ein Begriff. So auch Maria Jeffré (83). „Mein Vater Bernhard hat als Bergmann 1943 beim Bunkerbau auf dem Annaberg mitgearbeitet, einem mit Holzstempeln und Schalbrettern abgestützten Ausbau eines Stollens.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Ein exklusiver Blick in den Bunker auf der Helenenhöhe

Dr. Alfred Meyer, Gauleiter der NSDAP, ließ sich auf der Halterner Helenenhöhe eine Bunkeranlage einrichten. Kaum jemand kennt den geheimnisvollen Ort. Wir durften einen Blick in eine verborgene Welt werfen und lassen Sie in unserer Fotostrecke teilhaben.
16.01.2018
/
© Foto:Holger Steffe
Einblick ins Gelände der Helenenhöhe.© Foto Holger Steffe
So sah es auf der Helenenhöhe mal aus.© Repro: Holger Steffe
Im November waren noch viele Bäume und Sträucher auf dem Gelände grün.© Foto Holger Steffe
Im November waren noch viele Bäume und Sträucher auf dem Gelände grün.© Foto Holger Steffe
Im November waren noch viele Bäume und Sträucher auf dem Gelände grün.© Foto Holger Steffe
Im November waren noch viele Bäume und Sträucher auf dem Gelände grün.© Foto Holger Steffe
Im November waren noch viele Bäume und Sträucher auf dem Gelände grün.© Foto Holger Steffe
Im November waren noch viele Bäume und Sträucher auf dem Gelände grün.© Foto Holger Steffe
Im November waren noch viele Bäume und Sträucher auf dem Gelände grün.© Foto Holger Steffe
Im November waren noch viele Bäume und Sträucher auf dem Gelände grün.© Foto Holger Steffe
© Foto:Holger Steffe
© Foto:Holger Steffe
© Foto:Holger Steffe
© Foto:Holger Steffe
© Foto:Holger Steffe
© Foto:Holger Steffe
© Foto:Holger Steffe
© Foto:Holger Steffe
© Foto:Holger Steffe
© Foto:Holger Steffe
© Foto:Holger Steffe
© Foto:Holger Steffe
© Foto:Holger Steffe
© Foto:Holger Steffe
© Foto:Holger Steffe
© Foto:Holger Steffe
© Foto:Holger Steffe
© Foto:Holger Steffe
© Foto:Holger Steffe
© Foto:Holger Steffe
© Foto:Holger Steffe
© Foto:Holger Steffe
© Foto:Holger Steffe
© Foto:Holger Steffe
© Foto:Holger Steffe
© Foto:Holger Steffe
© Foto Holger Steffe
© Foto:Holger Steffe
So sah es auf der Helenenhöhe mal aus.© Repro: Holger Steffe
Im November waren die Büsche und Bäume noch grün.© Foto Holger Steffe
Im November waren die Büsche und Bäume noch grün.© Foto Holger Steffe
Im November waren die Büsche und Bäume noch grün.© Foto Holger Steffe
In der Mauer des Bunkereingangs klafft schon wieder ein grpßes Loch, das Unbekannte auf dem Helenenhöhe-Gelände geschlagen haben, um sich widerrechtlich Zutritt zum Bunker zu verschaffen.© Foto:Holger Steffe
Im November waren die Büsche und Bäume noch grün.© Foto Holger Steffe
In der Mauer des Bunkereingangs klafft schon wieder ein grpßes Loch, das Unbekannte auf dem Helenenhöhe-Gelände geschlagen haben, um sich widerrechtlich Zutritt zum Bunker zu verschaffen.© Foto:Holger Steffe
In der Mauer des Bunkereingangs klafft schon wieder ein grpßes Loch, das Unbekannte auf dem Helenenhöhe-Gelände geschlagen haben, um sich widerrechtlich Zutritt zum Bunker zu verschaffen.© Foto:Holger Steffe

Als auf der Helenenhöhe für den Gauleiter Westfalen-Nord, Dr. Alfred Meyer, ein Befehlsstand mit Fluchtburg errichtet werden sollte, wurde auch mein Vater von der Organisation Todt zur Mitarbeit verpflichtet“, erinnert sich Maria Jeffré an ihre Kinderzeit und Besuche an der Baustelle. Die damals Neunjährige sagt heute: „Die schweren Arbeiten mussten Zwangsarbeiter übernehmen. Sie schleppten Steine und gossen Beton, um einen Bunker in den Berg zu bauen. Diese Männer lebten an der Lavesumer Straße in Baracken.“ Ob ihr Vater jemals Gauleiter Meyer dort gesehen hat, kann die 83-Jährige nicht sagen. Auch weiß sie nicht genau, ob der Bunker wirklich 116 Meter lang und mit fünf Nebenräumen jemals in geplanter Größe fertig wurde.

Begehbar war zuletzt ein etwa 70 Meter Rundbogengang. Er ist 2,50 Meter breit wie hoch, hat Ein- und Ausgang an beiden Enden. Der eigentliche Bunkerraum ist schon vor Jahren zugemauert worden. Überliefert ist, dass in den kleinen Räumen unter anderem Klappschränke für die Telefonvermittlung standen. Hier arbeiteten sogenannte Blitzmädchen. Hitlerjungen mussten Telefonkabel zwischen dem Bunker Helenenhöhe, dem Schloss Sythen und dem Hochbunker in Hullern verlegen.

Die schweren Luftangriffe am 3. Februar 1945 auf Haltern haben Dr. Meyer und sein Gaubefehlsstab bei guter Lebensmittelverpflegung im Bunker überstanden. Alliierte Tiefflieger hatten die Gau-Befehlsstelle Westfalen-Nord auf der Helenenhöhe angegriffen. Am 27. März 1945 floh der Gauleiter vor den anrückenden Alliierten aus Haltern. Hans- Joachim Doctor will die Helenenhöhe verkaufen. Er hat aktuell mehrere Bewerber für Grund und Boden, Gaststätte und Bunker. Eine zukünftige landwirtschaftliche Nutzung wird gewünscht; die Stadt würde das genehmigen.

Lesen Sie jetzt