Experten erwarten hohes Wespen-Aufkommen

Tiere werden aktiv

Sie essen gerne mit, auch wenn sie gar nicht eingeladen sind: Der süße Kuchen oder das Grillwürstchen schmecken auch Wespen besonders gut. In diesem Jahr sollen es besonders viele werden.

HALTERN

, 31.07.2015, 17:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
In diesem Jahr erwarten Experten noch ein hohes Wespen-Aufkommen.

In diesem Jahr erwarten Experten noch ein hohes Wespen-Aufkommen.

„Ich habe noch nie in einem Jahr bis zu diesem Zeitpunkt so viele Wespennester umgesiedelt wie 2015“, sagt Volker Fockenberg, der in Bottrop-Kirchhellen ein Umwelt-Planungsbüro betreibt und unter anderem auch an der Wildbienenforschung am Halterner Hutewald-Projekt beteiligt ist und Nisthilfen für Wildbienen vertreibt.

Fockenberg wird ebenfalls gerufen, wenn es um das Umsiedeln von Wespennestern geht. Normalerweise sind das 20 bis 30 Einsätze im Jahr. „2015 hatte ich bis jetzt schon 50 Umsiedlungen“, sagt er. „Solange die Wespen mit der Aufzucht des Nachwuchses beschäftigt sind, sondern die Larven im Nest einen Zuckernektar ab, das ist das Flugbenzin der Arbeiterinnen“, so Fockenberg.

Ungebetene Gäste

Jetzt sinkt allerdings die Anzahl der Larven im Nest, die Wespen stürzen sich vermehrt auf Nahrung außerhalb und werden zu ungebetenen Gästen an jeder Kaffeetafel. „Wir haben mehr Einsätze wegen Wespen als im letzten Jahr“, bestätigt auch Schädlingsbekämpfer Ralf-Peter Loewen aus Lippramsdorf. Allerdings rechnet er nicht mit einer dramatischen Entwicklung. „Jetzt zum Ende der Ferien werden wir noch verstärkt wegen Wespennestern gerufen, aber danach dürfte es auch wieder abflauen“, vermutet er.

„Ich versuche, ruhig zu bleiben, wenn die Wespen da sind“, sagt Sonja Balke, die als Verkäuferin bei der Bäckerei Geiping an der Rekumer Straße arbeitet. „Bisher ging es noch mit den Wespen“, sagt sie, „aber seit gestern sind sie schlagartig wieder da.“

Der Mai ist entscheidend

Pflaumenkuchen und süßer Zuckerguss, da kann keine Wespe widerstehen. Sonja Balke versucht, sie nicht aufzuscheuchen. „Vorhin hatte sich aber eine in eine Tüte verkrochen, da hätte ich beinahe hineingegriffen“, sagt sie.

Nicht danach schlagen ist auch Motto von Ute Zajac, die in derselben Filiale für die Fleischerei Ridderskamp und Hahn tätig ist. Auch auf Fleisch und Wurstwaren fliegen die Wespen. „Ich versuche, sie in Ruhe zu lassen, bin aber natürlich jetzt besonders vorsichtig“, sagt sie. Die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe können auf bis zu 4000 Tiere pro Staat anwachsen. So ein Nest in der Nähe kann dann schon sehr unangenehm werden.

Der Mai sei der entscheidende Monat für die Anzahl der Wespen, sagt Volker Fockenberg. „Wenn es dort nicht zu nass und nicht zu kalt ist, dann ist mit einer großen Population zu rechnen“, so Fockenberg. Genau das war 2015 der Fall. Regnet es dagegen im Mai ausgiebig, sterben zahlreiche Staaten ab. 

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