Fachleute der Haardklinik informieren zum Thema „Bindung“

Haard-Dialog

Wie viel Nähe braucht mein Nachwuchs und wie wichtig ist die Erziehung zur Selbständigkeit? Fragen zu emotionaler Bildung beantworten Experten am Dienstag beim Haard-Dialog.

Haltern

03.02.2019, 12:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bindung beginnt in der Familie. LWL/Seifert

Bindung beginnt in der Familie. LWL/Seifert © LWL/Seifert

Wenn Inga morgens von ihrer Mutter in den Kindergarten gebracht wird, strahlt die Dreijährige über das ganze Gesicht. Nach einer kurzen Umarmung zum Abschied stürmt sie sofort los und begrüßt die Erzieherin. Marie hingegen hat große Schwierigkeiten, sich von ihrer Mutter zu trennen. Sie klammert sich an ihre Beine. Oft fließen dicke Tränen.

Kein Wunder, dass Maries Mutter zeitweilig ein schlechtes Gewissen plagt, wenn sie ihre vierjährige Tochter vermeintlich alleine lässt. Aber ist dieses schlechte Gewissen wirklich berechtigt? Wie wichtig ist es, Kindern die Möglichkeit zu geben, selbstständig zu werden und wie viel Nähe braucht unser Nachwuchs als Sicherheit, um auch als Heranwachsende und Erwachsene selbstbewusst und vertrauensvoll neue Erfahrungen zu machen und neue Beziehungen einzugehen? Das sind die Themen beim nächsten Haard-Dialog.

Emotionale Bindung heißt das „Zauberwort“

Bindung heißt das „Zauberwort“. Es beschreibt die emotionale Verbundenheit von Eltern mit ihren Kindern. Eine sichere Bindung ist eine grundlegende Voraussetzung für eine gelungene Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Wie eine sichere Bindung aussehen kann, wie man diese fördert und welche therapeutischen Möglichkeiten es bei Bindungsproblemen gibt, darüber referiert Dr. Rüdiger Haas, der Ärztliche Direktor der Klinik Marl-Sinsen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Ilona Betker, Heilpädagogin mit Marte-Meo-Ausbildung, zeigt anhand praktischer Beispiele, wie ein positiver Blick zu einer gelungenen Kommunikation führen kann.

Im Anschluss gibt der Sozialpädagoge Martin Forck interessante Einblick in die Snoezele-Therapie. Der Begriff „Snoezelen“ kommt aus den Niederlanden. Er vereint übersetzt die Worte „riechen“ und „dösen/träumen“. Beim Snoezelen lernen sowohl Eltern als auch Kinder, sich mithilfe von Musik, Licht oder spezieller Massagetechniken zu entspannen und miteinander Kontakt aufzunehmen.

Im Anschluss an die Veranstaltung stehen alle Referenten für Fragen und einen Dialog zur Verfügung.

Haard-Dialog, Bindung - die Wurzel für eine gesunde Entwicklung, Dienstag (5. Februar), 18.30 bis 20 Uhr, Festsaal der LWL-Klinik Marl-Sinsen, Halterner Straße 525. Der Eintritt ist frei. Telefonische Anmeldung bitte unter Tel. (02365) 80 20.
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