Fahrlehrer begrapschte Schülerinnen

13.09.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Haltern Es ist ein idyllisches Fleckchen, die Aussichtshütte am See. Den Weg dorthin schlug ein Fahrlehrer (57) am 26. Juni 2006 gleich zweimal mit Schülerinnen ein, um sich den damals 17-Jährigen sexuell zu nähern.

Das Landgericht Essen verurteilte den Angeklagten wegen sexueller Nötigung zu zwei Jahren und drei Monaten Freiheitsstrafe. Außerdem darf er zwei Jahre lang weiblichen Fahrschülern keinen praktischen Unterricht erteilen. Dieses Berufsverbot erteilte das Gericht in Hinblick darauf, dass dies nicht die ersten Fälle waren, in denen sich der Angeklagte an seinen Schülerinnen verging.

Nachdem der Fall vom Juni 2006 veröffentlicht wurde, meldeten sich zwei Frauen bei der Polizei. Sie waren Ende der 80-er Jahre zu seinen Opfern geworden. Diese Fälle sind zwar verjährt, werfen aber ein schlechtes Licht auf den in Dülmen lebenden Angeklagten.

Widerstrebend gab er zu, im ersten Fall mittags mit einer heute 18-jährigen Hernerin zur Hütte gefahren zu sein und das Mädchen gegen ihren Willen geküsst und umarmt zu haben. Im zweiten Fall, der sichnur zwei Stunden später ereignete, sei auch nicht viel mehr passiert. Doch das Opfer aus Wanne-Eickel, das als Nebenklägerin im Prozess auftrat, schilderte massivere Übergriffe, die in Berührungen im Intimbereich gipfelten.

Opfer wie gelähmt

In beiden Fällen hatte der Angeklagte seine Schülerinnen gefragt, ob sie die Natur lieben würden. Dann könne er ihnen was Schönes zeigen und fuhr zu dem einsamen Platz am See. Beide Mädchen waren von den Attacken "schockiert" und "wie gelähmt". Die Verteidigerin meinte, vor allem die Wanne-Eickelerin habe doch gar keine echte Gegenwehr gezeigt. "Sie hätten doch das Knie hochziehen oder mit dem Handy Hilfe rufen können", meinte die Anwältin und bezeichnete die Übergriffe als "Rumschäkern". Nicht so Richter Staake: "Das war listenreiches und planvolles Vorgehen." Martina Ricken

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