Dr. Hannes Müller ist Apotheker in Haltern. © Silvia Wiethoff
FFP2-Masken

FFP2-Masken: Halterner Apotheker rechnet mit erhöhtem Bedarf

Minister Spahn versprach ab Dezember kostenlose FFP2-Masken für Risikogruppen. Auch in Haltern fragten Kunden in den Apotheken, wurden aber enttäuscht. Nun ist klar: Die Masken sollen bald kommen.

„Seit 1. Dezember haben wir einen großen Zulauf in den Apotheken“, sagt Juliane Stark-Kreul, Sprecherin der Apotheken im Kreis Recklinghausen. Seitdem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verkündete, dass im Dezember kostenlose FFP2-Masken für Risikogruppen in Apotheken verteilt werden sollen, stehe das Telefon nicht mehr still. Viele Bürger kämen, um die kostenlosen Masken zu holen. Das bestätigen auch Halterner Apotheker. Das Problem: Eine offizielle Verordnung dafür ist noch gar nicht in Kraft. Sie soll aber demnächst kommen.

Ungefähr 27 Millionen Menschen möchte die Bundesregierung mit FFP2-Masken versorgen. Das sollen Bürger über 60 Jahre, mit chronischen Vorerkrankungen, aber auch schwangere Frauen sein. Wenn diese im Dezember drei Masken kostenlos bekommen sollen, wären das bereits 81 Millionen Masken in Deutschland.

„So viele Masken an einem Tag wie in einem Monat“

In Haltern rechnet der Apotheker Dr. Hannes Müller mit 13.000 Bürgern, die Masken bekommen können. Seinen Bestand wolle er nicht nennen, nur so viel: „Ich denke, dass wir an einem Tag so viele Masken brauchen wie sonst in einem Monat.“

Der logistische Aufwand für die Apotheken sei enorm, sagt Hannes Müller, der von einem gestiegenen Interesse an FFP2-Masken seit Anfang Dezember berichten kann. Die gleichen Beobachtungen machten die Mitarbeiter der Lambertus Apotheke in Lippramsdorf. „Wir haben einen stark erhöhten Zulauf“, sagt Apothekerin Elisabeth Pöter. Auch in der Sixtus Apotheke sei die Situation gleich, teilte eine Mitarbeitern mit.

FFP2-Masken richtig verwenden

  • Die Maske muss eng, möglichst lückenlos anliegen, sagt Apotheker Dr. Hannes Müller.
  • Die Maske soll nur an den Trageringen, bzw. Schlaufen berührt werden. Und auch nur, wenn vorher die Hände gründlich mit Seife gewaschen wurden.
  • Sie ist ein Einweg-Artikel. Sie ist nicht waschbar.
  • Die Regierung plant eine Maske pro Woche für 15 Winterwochen bis Mitte April ein. „Wie sicher sie ist, wenn man sie mehrmals trägt, weiß man nicht“, sagt Müller.

Angst davor haben, dass nicht genügend Masken vorhanden sein werden, müsse man aber nicht, sagt die Kreis-Apothekensprecherin Stark-Kreul. „Das ist für uns eine sportliche Aufgabe, die wir aber bewerkstelligen werden.“ Auch der normale Verkauf der Masken werde nicht beeinträchtigt sein. FFP2-Masken können in Apotheken weiterhin normal erworben werden.

Die Masken müssten die Apotheker selber einkaufen. Abgerechnet werden solle über die Krankenkassen, auch wenn noch nicht alles bis ins Detail geklärt sei.

Nach dem Plan des Gesundheitsministerium sollen die genannten Gruppen im Dezember drei Masken kostenlos bekommen, im Januar und im Februar soll es je sechs Masken geben. Dann, so der Plan, wird ein Eigenanteil von zwei Euro für die sechs Masken fällig.

Im normalen Verkauf können pro Maske bis zu 6 Euro veranschlagt werden. Die Preise in den Apotheken variieren, weil sie sich an den Einkaufspreisen orientieren, die sich je nach Hersteller unterschiedlich gestalten, so der Halterner Apotheker Dr. Hannes Müller. Qualitätsunterschiede gebe es zwischen den Herstellern nicht. „FFP2 ist eine europäische Norm, die erfüllt sein muss. Die Masken werden vorher zertifiziert“, so Müller.

Bescheinigung für Berechtigte

Wichtig ist, dass Anspruchsberechtigte für die Masken im Januar und Februar eine Bescheinigung zugeschickt bekommen. Nur wenn sie diese vorlegen, dürfen Apotheken die FFP2-Masken herausgeben. Für die Masken im Dezember gibt es diese noch nicht, „weil die Bescheinigungen nicht so schnell gedruckt und verschickt werden können“, so Stark-Kreul.

Um eine Maske im Dezember zu bekommen, sollte daher die Medikation oder der Personalausweis für Bürger über 60 Jahre vorgezeigt werden, sagt sie. Eine Pflicht ist das aber nicht.

Wichtiger Appell der Apothekensprecherin

Die Verordnung des Gesundheitsministeriums soll am 14. Dezember (Montag) verabschiedet werden und am folgenden Tag in Kraft treten. Dann sollen FFP2-Masken kostenlos an die genannten Gruppen herausgegeben werden können. Stark-Kreul appelliert an alle Bürger, nicht auf einmal zu kommen. Lieber solle zuvor einmal angerufen werden. „Sonst wird das nichts mit Abstand halten“, sagt sie. Die Sprecherin bittet die Kunden, nur in ihre Stammapotheken zu gehen.

Sie ergänzt zudem, dass FFP2-Masken noch nicht bedeuteten, dass man sicher vor einer Infektion mit dem Coronavirus sei: „Wichtig ist weiterhin, die AHAL-Regeln einzuhalten.“

Apothekensprecherin Julian Stark-Kreul war wichtig, zu betonen, dass auch der Grippe-Impfstoff in den Apotheken wieder verfügbar ist.

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Niklas Berkel

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