Firmen leiden unter langsamem Internet

DSL in Hullern

HALTERN Das Konjunkturpaket II soll es möglich machen: den schnellen Internet-Anschluss in Hullern. Wie sehr das Fehlen eines Breitbandkabels ihre Arbeit einschränkt, schildern Hullerner Unternehmer.

von Von Irene Stock

, 26.11.2009, 16:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die meisten Halterner Haushalte sind gut vernetzt. Viele können zwischen Kabel, DSL, Funk, UMTS wählen. Nur Hullern ist www-Diaspora. Es ist nicht so, dass die Firmen komplett vom Internet abgeschnitten sind, nur müssen sie für ihre Verbindung nach draußen viel zahlen. Das Ingenieurbüro Haupt ist so ein Fall. Die DSL-Standleitung schlägt mit einer monatlichen Grundgebühr von 300 Euro zu Buche.

Die sei zwar „superschnell“, sagt Lothar Haupt, aber damit darf das Unternehmen gerade mal zwei Megabit pro Sekunde verschicken, jedes weitere Gigabyte kostet zehn Euro zusätzlich. Dabei wachsen die Datenmengen. „Wenn ich von Kollegen höre, die für 36 Euro im Monat eine 16 Megabit-Leitung haben, kommen mir die Tränen in die Augen“, so der Firmenchef.

Das Problem: Die Deutsche Telekom scheut die Investition, die sich auf dem Land nicht lohnt. Kleinere Anbieter wie Vodafone oder O² werben mit Funklösungen, doch die Funkwellen stoßen auf Widerstände – nicht selten in der Bevölkerung. Für die Kaminbaufirma Brüninghoff öffnet sich das Tor zur Geschäftswelt über Funk. Bis Mai 2010 hat die Firma einen Vertrag mit einem kleineren Anbieter. Das sei „saumäßig teuer“, der Leitungsaufbau „extrem langsam“, die Daten kämen „verzerrt“ an und bei Datenübertragungen breche manchmal die Leitung zusammen, weil das Netz überlastet sei, so Firmenchef Brüninghoff. „Wir warten händeringend auf das Breitbandkabel.“

Hullerner Geschäftsleute haben Listen unterschrieben, Info-Veranstaltungen besucht, Werber abgewiesen, die ihnen Verträge aufschwatzen wollten. Karl Gustav Gienau hat überlegt, vor dem Europäischen Gerichtshof zu klagen. Schließlich sei „schnelles Internet Teil der Grundversorgung.“ Aber dass das Kabel komme, glaube er erst, „wenn der erste Bagger die Erde aufreißt“, so Ingenieur Haupt. Manche haben das Warten einfach aufgegeben und sind weggezogen. Zum Beispiel die Inhaber der Computer-Firma Hot Chili, die wegen der schnelleren Verbindung nach Oer-Erkenschwick verzogen ist.

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