Fitnessstudios sind wieder geöffnet, auch in Haltern. © picture alliance/dpa
Halterner Fitnessstudios

Fitnessstudios wieder auf: „Das ist so eine Art zweiter Januar-Effekt“

In den Halterner Fitnessstudios darf wieder trainiert werden. Viele Kunden wollen offenbar den „Corona-Speck“ wieder loswerden. Das sagen die Betreiber und Trainer in Haltern.

Fitnessstudios gehörten zu den Branchen, die von der Corona-Pandemie besonders gebeutelt waren. Monatelange Schließungen konnten sie höchstens mit Online-Angeboten überbrücken. Jetzt dürfen sie wieder öffnen – und freuen sich, ihre Kunden wieder „live“ zu sehen.

Besonders schwierig war die Situation in Haltern für das neue Studio Clever Fit an der Recklinghäuser Straße. Drei Monate nachdem Nicolas Korte und Dennis Krügel ihr neues Studio eröffnet hatten, mussten sie schon wieder schließen. Ihre finanzielle Situation war schwierig, aber jetzt sieht die Zukunft schon wieder besser aus. „Wir freuen uns sehr, dass sich viele Kunden neu angemeldet haben, um zu trainieren“, berichtet Nicolas Korte. „Und zwar deutlich mehr, als wir erwartet hatten.“

Die Kontakte haben gefehlt

Korte spricht vom „zweiten Januareffekt“: Zum Jahreswechsel füllen sich normalerweise immer die Fitnessstudios mit vielen Sportlern, die den Weihnachtsspeck wieder abtrainieren und gute Vorsätze fürs neue Jahr in die Tat umsetzen wollen., „Der Effekt jetzt ist ähnlich“, so Nicolas Korte. „Die Leute wollen einfach wieder aktiv werden und sich bewegen. Es ist ja bekannt, dass viele in Deutschland an Gewicht zugelegt haben in der Coronazeit.“

Außerdem sieht Korte noch einen anderen Grund: „Vielen haben die sozialen Kontakte gefehlt“, sagt er. „Das spürt man deutlich an den Reaktionen. Es gibt ja Gruppen, die kennen sich nur durchs Fitnessstudio, die haben sich teilweise auch monatelang nicht gesehen.“

Der Betreiber selbst blickt wieder optimistischer in die Zukunft. „Es sieht ja so aus, dass die Inzidenzwerte jetzt nachhaltiger sinken, nicht nur in Haltern, sondern in ganz NRW und in Deutschland. Das macht uns natürlich Hoffnung.“

„Uns war der Boden unter den Füßen weggezogen“

Ewas ruhiger verlief der Start im Studio Sportbalance an der Annabergstraße. „Zuallererst waren die Hartgesottenen da, die schon auf den Trainingsstart gewartet hatten“, sagt Studioleitern Hannah Voss. Bei den älteren Mitgliedern sieht sie noch eine gewisse Zurückhaltung. „Einige lassen sich nicht so gern testen und warten wohl noch, bis sie die zweite Impfung bekommen haben. Aber alle, die da sind, kommen mit einem Lächeln im Gesicht und freuen sich, dass sie endlich wieder trainieren können.“

Auch Voss hofft, dass die Inzidenzwerte nachhaltig niedrig bleiben, „damit wir nicht im Herbst wieder schließen müssen“. Für sie selbst und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellt die aktuelle Situation eine neue Motivation dar: „Uns war ja für Monate der Boden unter den Füßen weggezogen worden“, sagt sie. „Es fühlt sich gut an, dass wir jetzt unseren normalen Alltagbestrieb wieder aufgenommen haben.“

Auch Silvia Poloczek, Inhaberin der Frauen-Fitness-Studios Mrs. Sporty an der Lippstraße, freut sich, wieder viele Kundinnen „live“ begrüßen zu können. „Ein kleines Hindernis ist noch die Testpflicht“, sagt auch sie. „Es ist zwar gut angelaufen, aber es gibt einige Mitglieder, insbesondere ältere Kundinnen, die lieber noch warten wollen, bis sie zwei Mal geimpft sind.“

Großer Online-Fundus ergänzt jetzt das Angebot

Wer mehrmals in der Woche trainieren wolle, müsse auch mehrmals einen Test machen. Das sei einigen dann doch zu aufwendig, so Poloczek. Sie hofft darauf, dass bei weiter stabilen Inzidenzwerten in Kürze der Besuch im Studio auch wieder ohne Test möglich ist.

„Die Coronazeit hat dazu geführt, dass wir inzwischen einen Online-Fundus von 500 Workouts haben, den die Frauen auch zuhause oder vielleicht im Urlaub nutzen können“ sagt Silvia Poloczek. „Aber das ersetzt natürlich nicht den persönlichen Kontakt. Unser ganzes Team freut sich, dass wieder Training bei uns im Studio möglich ist.“

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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Jürgen Wolter

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