Flaesheimer trafen Flüchtlinge im Jägerhof

Tag der offenen Tür

"Wenn man diese Menschen näher kennenlernt, sind alle Vorurteile verflogen." Ähnliche Sätze waren am Sonntagnachmittag von vielen Flaesheimern zu hören, die zum Tag der offenen Tür zum Jägerhof kamen. Das ehemalige Restaurant und Hotel in der Dorfmitte dient seit Dezember als Flüchtlingsunterkunft.

FLAESHEIM

, 22.02.2016, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Flaesheimer begrüßten die Asylbewerber mit großer Herzlichkeit und erkundigten sich interessiert nach deren Geschichte.

Die Flaesheimer begrüßten die Asylbewerber mit großer Herzlichkeit und erkundigten sich interessiert nach deren Geschichte.

42 Asylsuchende sind in den Hotelzimmern und Wohnungen untergebracht. Für viele Flaesheimer war dieser Nachmittag nicht nur eine Gelegenheit für Gespräche mit den Flüchtlingen, sondern auch die Möglichkeit, noch einmal in den Räumlichkeiten zusammen zu sitzen, in denen sie viele Feste gefeiert haben. "Ich habe hier meine Goldene Hochzeit gefeiert. Ich freue mich, dass der Jägerhof nach der Schließung als Gaststätte nun den Flüchtlingen als Unterkunft dient", sagte eine Besucherin.

Große Resonanz

Über 150 Besucher kamen zum Tag der offenen Tür. Im Eingangsbereich wurden sie von Mitarbeitern des Asylkreises und von Flüchtlingen begrüßt. "Der Zuspruch überrascht mich", so Monika Brachmann von der Caritas. "Auch viele ältere Ur-Flaesheimer, die sonst eher skeptisch sind, sind hier dabei."

Von Skepsis keine Spur an diesem Nachmittag. Flaesheimer und Flüchtlinge gingen offen aufeinander zu und führten - soweit es die Sprachkenntnisse zuließen - Gespräche. Man hatte den Eindruck, eine große Familie feiert miteinander. Viele Besucher brachten Kuchen mit. "Wir werden hier sehr herzlich aufgenommen", sagte Feralbo Mustafa aus Albanien. Als kleinen Dank bereiteten die Asylsuchenden des Jägerhofs landestypische Speisen für die Gäste zu. Sie finanzierten dies von ihrem eigenen Geld.

"Die Resonanz ist überwältigend"

"Ich spüre hier wirkliches Interesse an der Situation der Flüchtlinge", beschreibt Theo Haggeney vom Asylkreis, der die Patenschaft für dieses Haus übernommen hat, seinen Eindruck. "Die Resonanz ist überwältigend und die Flüchtlinge werden mit großer Freundlichkeit aufgenommen."

Dieses Miteinander soll in Flaesheim weiter gefördert werden. "Ab sofort wird es im evangelischen Gemeindehaus im Dorf jeden Montag von 15 bis 18 Uhr ein Café für Flüchtlinge und Flaesheimer geben", sagt Lisa Bork, ebenfalls im Asylkreis tätig.

Vorurteile überwunden

Weiter stellt der Asylkreis in Zusammenarbeit mit den Kirchen, der Caritas und zahlreichen ehrenamtlichen Helfern aus Flaesheim weitere Projekte für die Asylbewerber auf die Beine, wie zum Beispiel den Deutschkurs zweimal in der Woche. Die Sprache war am Sonntagnachmittag auch die einzige Barriere bei der Zusammenkunft im Jägerhof. Aber auch mit Gestik und einem Lächeln kam man zum Ziel - zu dem Ziel, Vorurteile und Ängste verschwinden zu lassen.

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