Flaesheimerin will den höchsten freistehenden Berg der Welt bezwingen

mlzIntensives Training

Marianne Baumeister möchte auf das Dach Afrikas, auf den Kilimandscharo, den höchsten freistehenden Berg der Welt. In einer Höhenkammer trainiert die Flaesheimerin für diesen Aufstieg.

14.09.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ende September fliegt Marianne Baumeister nach Tansania. Wie sie wollen Jahr für Jahr 20.000 Menschen auf den 5895 Meter hohen Kilimandscharo, doch nur knapp die Hälfte schaffen den Berg. Die Flaesheimerin wappnet sich. Sie trainiert seit Februar für ihren Traum, der eigentlich eine Belohnung ist.

Flaesheimerin will den höchsten freistehenden Berg der Welt bezwingen

Jahr für Jahr wollen 20.000 Menschen den 5895 Meter hohen Kilimandscharo besteigen. © picture-alliance/ dpa-tmn

Der Kilimandscharo gilt zwar als technisch einfach zu bewältigen, doch was ihn anspruchsvoll macht, ist die Höhe. Marianne Baumeister hat eine Ahnung von den zu erwartenden Strapazen. 2014 war sie im Himalaya auf 4600 Metern Höhe, 2017 in den peruanischen Anden auf 5200 Metern. Bergwandern und Trekking sind ihre besondere sportliche Leidenschaft.

Die Höhe trainieren

Marianne Baumeister hat sich ein spezielles Training verordnet, um ihr sportliches Ziel zu erreichen. Von Februar bis April holte sie sich einen eigenen Trainer an ihre Seite, seit April bereitet sie sich mit Laufen und - zweimal die Woche - mit einem intensiven Höhentraining bei einem Essener Anbieter, der Bewegungsfelder GmbH, auf die Herausforderung vor. „Ich stecke mitten in den alpinen Vorbereitungen“, sagt sie bei einem Gespräch in der Redaktion.

Flaesheimerin will den höchsten freistehenden Berg der Welt bezwingen

In der Höhenkammer „bewegungsfelder“ in Essen bereitet sich Marianne Baumeister zwei Mal wöchentlich unter erschwerten Bedingungen auf den Kilimandscharo vor. © Marianne Baumeister

Am Tag zuvor war sie im Essener Studio. Hier akklimatisiert sie sich in der Druckkammer, um die zu erwartende Höhe verkraften und ihre Leistungsfähigkeit unter schwierigen Bedingungen steigern zu können. Das geschieht bei sportwissenschaftlicher Betreuung. „Das Höhentraining hilft mir, mich vorab an die Sauerstoffmangel-Bedingungen anzupassen“, beschreibt Marianne Baumeister den Nutzen. Das Training bringt sie weiter: 4800 Meter schaffte Marianne Baumeister Mitte August, zehn Tage später ist sie bei 5000 Meter. „Bis Ende September geht es noch hinauf auf 5900 Meter, um auf der Trekkingtour die Höhe gut zu verkraften“, erzählt sie. In dem alpinen Training wird auch das körpereigene Hormon EPO angestoßen, um mehr rote Blutkörperchen und damit Sauerstoffträger zu bilden.

Körper leistet Schwerstarbeit

Eine gut überlegte Vorbereitung ist unabdingbar, sagt die Flaesheimerin. „Mit der Höhe sinkt der Luftdruck und der Körper muss härter arbeiten, um die Versorgung mit Sauerstoff zu schaffen. Wir atmen schneller, unser Herz schlägt in einer erhöhten Frequenz und das Kreislaufsystem wird stärker belastet.“ Kurzum: Der Körper leistet Schwerstarbeit.

Flaesheimerin will den höchsten freistehenden Berg der Welt bezwingen

Das Training mit Rucksack auf dem Laufband bei 17,5 Prozent Steigung gehört auch zum Vorbereitungsprogramm. © Marianne Baumeister

Marianne Baumeister hat die Bergbesteigung bei einer erfahrenen Organisation gebucht, um keine Risiken einzugehen. Sie wird mit vier Frauen und drei Männern sowie Begleitern neun Tage unterwegs sein. Die letzte Etappe auf den Berg startet nachts, um den Sonnenaufgang über Tansania auf dem Gipfel zu erleben. „Wenn ich daran denke, bekomme ich schon Gänsehaut. Dieses Bild treibt mich an.“

„Frauen trauen sich zu wenig zu“

Die frühere Führungskraft bei der Sparkasse Münsterland-Ost hat sich mit 63 Jahren für den Vorruhestand entschieden und möchte sich für eine intensive Arbeitszeit nun mit der Reise nach Afrika belohnen. Außerdem findet sie: „Viele Frauen trauen sich einfach zu wenig zu.“ Sie nicht. Marianne Baumeister hat den Ehrgeiz, den „Kili“ zu bezwingen. Aber sie ist auch demütig. „Ich gehe mein Projekt mit großem Respekt an. Auch trotz intensiver Vorbereitungen kann ich krank werden und dann muss ich die Tour abbrechen.“

Träumen von Afrika

So erging es 2010 der ehemaligen Tennis-Profispielerin Martina Navratilova. Wegen Höhenkrankheit kehrte sie auf 4500 Metern Höhe um, um keine bleibenden Gesundheitsschäden zu riskieren.

Diese Vernunft würde auch Marianne Baumeister walten lassen. Aber jetzt hat sie erst einmal das große Ziel vor Augen: Sie träumt von Afrika.

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