Flüchtlingsunterbringung: Stadt bleibt auf Kosten sitzen

Trotz zusätzlicher Mittel

Bund und Landesregierung haben die Zuschüsse für Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen erhöht: Von zusätzlich zur Verfügung gestellten 108 Millionen Euro bekommt Haltern einen Anteil von 258.000 Euro. Insgesamt erhält die Seestadt damit 902.000 Euro für die Flüchtlingshilfe. Doch auch diese Aufstockung reicht nicht aus.

HALTERN

, 17.07.2015, 18:16 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das neue Asylbewerberheim am Lorenkamp ist bereits wieder vollständig belegt.

Das neue Asylbewerberheim am Lorenkamp ist bereits wieder vollständig belegt.

„Die Erstattung des Landes reicht nicht annähernd aus, um die Kosten zu decken“, sagt Stadtsprecher Georg Bockey. Den Fehlbedarf könne die Stadt zum jetzigen Zeitpunkt zwar noch nicht seriös ermitteln. „Wir können aber davon ausgehen, dass in 2015 letztlich nicht mehr als 50 Prozent der Kosten durch das Land erstattet werden“, so Bockey.

Kosten liegen höher

Bisher hat die Stadt in 2015 rund 690.000 Euro für Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz aufgewendet. Würden keine weiteren Flüchtlinge mehr nach Haltern zugewiesen, wären es am Jahresende etwa 1,38 Millionen Euro. Darin enthalten sind aber weder die Kosten für die Errichtung und Instandhaltung der Flüchtlingsunterkünfte noch die Energie- und Verbrauchskosten in den Unterkünften.

„Da der Zustrom aber unvermindert anhält, werden die Kosten deutlich höher liegen“, prognostiziert der Stadtsprecher. Die finanziellen Grenzen der Stadt seien bereits überschritten.

„Hier sollten Land und Bund ihrer Finanzverantwortung nachkommen und die Kommunen nicht im Regen stehen lassen. Natürlich wollen auch wir die Betroffenen menschenwürdig unterbringen, doch erwarten wir als Stadt, dass dieses Problem nicht nur auf städtischen Schultern abgeladen wird“, so Georg Bockey.

Personelle Grenze erreicht

Auch personell sind durch stetig steigende Fallzahlen die Grenzen der Belastbarkeit erreicht. Die Stadt bemüht sich, Flüchtlinge gleicher Herkunft und Sprache auch gemeinsam unterzubringen. „Dies ist sicher auch ein Grund dafür, dass es bisher vergleichsweise wenige Probleme gegeben hat“, sagt der Stadtsprecher zum Zusammenleben der Flüchtlinge.

In anderen Städten hat es teilweise schon heftige Auseinandersetzungen unter Flüchtlingen geben. „Selbstverständlich sind Mitarbeiter des Ordnungs- und Sozialamtes im Rahmen der Betreuung der Flüchtlinge ohnehin täglich vor Ort.“

Die Stadt sucht weiter händeringend Wohnungen für die Flüchtlinge. Potenzielle Vermieter sollten sich bitte in der Stadtverwaltung melden bei Michael Schniederjan, Tel. 93 32 50, oder bei Hermann Neukirchen, Tel. 93 32 20.

 

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