Die Glück-Auf-Förderschule in Marl ist überlastet. © Jürgen Wolter
Förderschüler

Förderschüler aus Haltern suchen eine neue Schule

Rund 25 Förderschüler aus Haltern besuchen jährlich die Glück-Auf-Schule in Marl-Brassert. Jetzt hat die Stadt Marl angekündigt, die Nutzungsvereinbarung zu kündigen.

Seit der Schließung der Erich-Kästner-Schule gibt es in Haltern keine Förderschule mehr. Rund 25 Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf aus Haltern besuchen deshalb die Glück-Auf-Schule in Marl-Brassert. Aber die platzt aus allen Nähten. Die Stadt Marl will deshalb die Nutzungsvereinbarung kündigen.

Betroffen sind davon nicht nur Halterner, sondern auch Hertener Schüler, die ebenfalls in Marl unterrichtet werden.

Die Glück-Auf-Schule hat einen Förderschwerpunkt für geistige Entwicklung. Offiziell darf sie 125 Schülerinnen und Schüler unterrichten, mit fast 170 Kindern ist die Grenze aber weit überschritten. Kinder mit geistigen Behinderungen brauchen Raum, doch der ist in Brassert knapp. Drei Jahre lang versuchte die Stadt Marl, in Gesprächen mit Herten und Haltern eine Lösung zu finden, aber ohne Ergebnis.

Kündigung liegt in Haltern noch nicht vor

Damit die Schule nicht dauerhaft aus allen Nähten platzt, will die Stadt Marl nun Druck machen und die Verträge mit den Nachbarstädten kündigen, berichtet die Marler Zeitung. Das hat der Marler Stadtrat fast einstimmig beschlossen. Weiter heißt es: „Marl soll aber mit Herten und Haltern konstruktiv eine Lösung suchen. Sie könnte so aussehen, dass Herten selber eine Förderschule baut oder eine Schule umbaut. Die Stadt Marl kann aufgrund vieler Baumaßnahmen einen Erweiterungsbau nicht finanzieren.“

Eine Kündigung liegt der Stadt Haltern aber noch nicht vor, informiert Stadtsprecherin Sophie Hoffmeier auf Anfrage. Sie würde zum 31. Dezember dieses Jahres erfolgen, aber erst am 1. Januar 2025 wirksam werden. „Ein erstes Austauschgespräch hat auf Kreisebene bereits stattgefunden, da insbesondere auch die Stadt Herten direkt und die Stadt Recklinghausen indirekt betroffen sind. In der Glück-Auf-Schule in Marl werden auch Kinder aus Herten beschult. Darüber hinaus besuchen weitere Schüler aus Herten eine Förderschule in Recklinghausen“, teilt die Stadt mit.

Neuer Förderschulstandort in Herten?

Letztlich wurde festgehalten, dass die Anzahl der Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung, die aus Herten in Marl und in Recklinghausen beschult werden, groß genug ist, um in Herten entweder einen Teilstandort einer Förderschule oder eine eigene Förderschule gründen zu können. Die dazu erforderliche politische Beratung wurde in Herten auch schon angestoßen. Diese Maßnahme würde sowohl die Förderschulen in Marl und in Recklinghausen erheblich entlasten.

„Wenn möglich, soll bereits zuvor schon eine Entlastung der Glück-Auf-Schule herbeigeführt werden“, teilt die Stadt Haltern mit. „Die Anzahl von rund 25 Schülerinnen und Schülern ist zu gering, um vor Ort in Haltern einen Teilstandort oder eine selbstständige Förderschule zu gründen.“

Alle Halterner Schüler, die heute bereits die Glück-Auf-Schule besuchen, werden ihre Schulzeit dort aber noch zu Ende bringen können. Darüber hinaus hat die Stadt Marl signalisiert, dass nach Abgang der Hertener Schüler möglicherweise auch in der Glück-Auf-Schule eine neue Lösung für die Halterner gefunden werden könnte.

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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Jürgen Wolter

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