Illegal angelegte Strecken wie diese gibt es so einige in der Haard. Das findet RVR-Förster Harald Klingebiel gar nicht gut. © Daniel Winkelkotte
Waldgebiet Haard

Förster verärgert: „Rücksichtslose Biker machen unseren Wald kaputt“

Tiefe Risse durchqueren den Waldboden, an einigen Stellen liegen Wurzeln der Bäume offen. Mountainbiker, die in der Haard illegal querfeldein fahren, sorgen zunehmend für Verärgerung.

„Illegal angelegte Mountainbike-Strecken stellen eine Gefährdung für unseren Naturraum Wald dar“, sagt Harald Klingebiel, Förster beim Regionalverband Ruhr (RVR). „An diesen Stellen wird der Waldboden nachhaltig geschädigt, Erosion ist die Folge. Der ökologische Schaden ist enorm“, erklärt er. Denn zugleich werde damit auch der Lebensraum von empfindlichen Arten wie Waldschnepfen, Baummarder und Wespenbussarde zerstört.

Vor allem die dauerhafte und wiederkehrende Nutzung der Wege durch die Biker sorgt für nachhaltige Schäden. © Winkelkotte © Winkelkotte

Inakzeptables Verhalten

Die Folgen seien fatal, betont der RVR-Förster. Regelmäßig sperrt er mit seinen Kollegen die illegalen Strecken mit Baumstämmen und baut selbstgebaute Sprungschanzen wieder ab – oftmals vergeblich. Ein Umstand, der auf das inakzeptable Verhalten vereinzelter Biker zurückzuführen sei, „die sich einfach nicht an die Regeln halten“, so Klingebiel.

„Dieses Verhalten ist extrem unsolidarisch, denn es gilt die Potenziale und Ressourcen unseres Waldes nachhaltig zu schützen“, stellt der 56-Jährige klar. Einige Biker interessiere das offensichtlich nicht. Sie würden zum Teil sogar mit Spaten und Motorsäge anrücken, um die Trails im Wald zu bearbeiten. „Diese rücksichtslosen Biker machen unseren Wald kaputt.“

Der Förster und auch die Ranger vom RVR-Eigenbetrieb Ruhr Grün machen gelegentlich Kontrollfahrten, verhängen Bußgelder, wenn sie einen Biker abseits der offiziellen Wege erwischen. Doch auch die Kontrollen wirken nur bedingt. „Trotz unserer ständigen Appelle werden weiterhin zahlreiche illegal angelegte Downhill-Strecken in der Haard genutzt“, so Klingebiel. „Das ist ärgerlich.“

Regelrechter Ansturm von Erholungssuchenden

Das Problem mit den Mountainbikern, die querfeldein fahren, habe sich aktuell nochmal „deutlich verschärft“. Denn: Vor allem durch die Corona-Einschränkungen erlebe das Waldgebiet seit Wochen einen regelrechten Ansturm von Erholungssuchenden.

„Umso wichtiger ist es, dass sich alle an die Regeln halten und die offiziellen Wege benutzen.“ Diese Rücksichtnahme sei für den Wald von großer Bedeutung – auch für das heimische Wild, dass seine geschützten Rückzugräume brauche.

Für alle MTB-Radsportfreunde gäbe es seit dem Sommer zudem eine sehr gute Alternative: Vor wenigen Monaten weihte der RVR einen 42 Kilometer langen Rundkurs („Haard on Tour“) ein. Über 50 000 Euro wurden investiert, um in ausgewiesenen Bereichen ein „naturverträgliches Landschaftserlebnis“ zu schaffen. Die neue Strecke wird auch gut angenommen. „Aber sie soll auch dafür sorgen, dass Mountainbiker nicht mehr durch ökologisch empfindliche Bereiche fahren.“

Der MTB-Rundkurs
Der MTB-Rundkurs „Haard on Tour“ führt auf 42 Kilometern durch das RVR-Waldgebiet Haard. Hiermit wurde ein spezielles Angebot für die Biker geschaffen. © Winkelkotte © Winkelkotte
Über den Autor
Redaktion Haltern
1982 in Haltern geboren. Nach Stationen beim NRW-Lokalfunk, beim Regionalfernsehen und bei der BILD-Zeitung Westfalen 2010 das Studium im Bereich Journalismus & PR an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen erfolgreich beendet. Sportlich eher schwarz-gelb als blau-weiß orientiert. Waschechter Lokalpatriot und leidenschaftlicher Angler. Motto: Eine demokratische Öffentlichkeit braucht guten Journalismus.
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Daniel Winkelkotte

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