Fotos vom Heidetag: Sythener Heimatverein zeigte, was die Heide trotz Trockenheit schafft

mlz39. Heidetag

Die Besenheide ist ein Tiefenwurzler, so hält sie Trockenheit (noch) gut aus. Deshalb steht die Westruper Heide in voller Blüte. Wir zeigen, was es dort Sonntag sonst noch zu entdecken gab.

Haltern

, 25.08.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum 39. Mal veranstaltete der Heimatverein Sythen mit Unterstützung von vielen Seiten einen Heidetag. „Früher sind wir barfuß durch die Westruper Heide gelaufen“, erinnerte sich eine ältere Besucherin.

Video
Heidetag 2019

„Wie schön, dass es diese einzigartige Natur immer noch gibt“, schwärmte sie bei ihrem Besuch im kleinsten Heidemuseum der Welt. Hier wird „erzählt“, wie es früher war und was alles mit der Geschichte und dem Erhalt der Heide in Verbindung steht. 80 Prozent des Halterner Stadtgebietes war um das Jahr 1800 Heidefläche, erklärt ihr Naturparkführerin Heike Kalfhues. Heute misst die Westruper Heide noch 90 Hektar, dazu gibt es noch kleine Restflächen in Hullern und auf den früheren Truppenübungsplätzen.

Ein Erlebnisraum

Der Heimatverein Sythen und weitere Vereine beziehungsweise Gruppen pflegen die Westruper Heide und gewährleisten so den Erhalt. „Ohne diese ehrenamtliche Arbeit würde es hier bald keine Heidelandschaft mehr geben. Das ganze Gebiet wäre vielmehr mit Birken, Gräsern und Sträuchern überwuchert“, machte Heimatvereins-Vorsitzende Marlies Salewski in ihrer Begrüßung deutlich. Sie lud ein, die Heide zu genießen: „Unsere Heide soll Erlebnisraum für uns Menschen und gleichzeitig Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt sein.“

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Eindrücke vom 39. Heidetag in der Westruper Heide

Der Heimatverein Sythen veranstaltete zum 39. Mal einen Heidetag in der Westruper Heide. Eigentümer ist der Kreis, er unterstützte die Ehrenamtlichen wie viele andere bei der Organisation. Wir zeigen Eindrücke von einem Sonntag in der blühenden Heide.
25.08.2019
/
Martin Kaspers von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Recklinghausen ist für Biodiversität zuständig. Dabei geht es um die Aufwertung von Flächen im Sinne des Arten- und Naturschutzes. Beim Heidetag verkaufte er Weißdorn-Pflanzen. Von Weißdorn leben über 100 Insektenarten.© Foto:Elisabeth Schrief
Paul Schrör war als Kiepenkerl in der Westruper Heide unterwegs.© Foto:Elisabeth Schrief
Christian Lynen (r.) und Heike Kalfhues (l.) zeigten Besucherinnen aus Marl das kleinste Heidemuseum der Welt.© Foto:Elisabeth Schrief
Dass die Bentheimer Schafe den Besuchern ihren Allerwertesten entgegenstreckten, hatte nichts mit Respektlosigkeit zu tun. Vielmehr verkrochen sich die Tiere vor der Hitze unter einer Schatten spendenden Kiefer.© Foto:Elisabeth Schrief
Viele Besucher kamen zum Heidetag nach Haltern, durchstreiften die Heide und genossen dann auf dem Parkplatz gegenüber das vielgestaltige Programm.© Foto:Elisabeth Schrief
Die Schafe machten keine Anstalten, sich auf die Besucher zuzubewegen. Aber auch von Weitem faszinierten sie Jung und Alt.© Foto:Elisabeth Schrief
Sommerkirche in der Heide: Pfarrer Michael Ostholthoff las zu Beginn des Heidetages eine Heilige Messe am Heidemuseum. Eine Instrumentalgruppe aus der Gemeinde St. Joseph spielte neues geistliches Liedgut.© Foto:Elisabeth Schrief
Bentheimer Schafe "pflegen" die Westruper Heide. Am Sonntag bei 32 Grad im Schatten reduzierten sie ihren Einsatz auf ein Minimum.© Foto:Elisabeth Schrief
In der Heide gilt: Immer auf den Wegen bleiben. Hinweisschilder erinnerten die Besucher daran.© Foto:Elisabeth Schrief
Die Westruper Heide steht in voller Blüte, das hält noch etwa bis zum 9. September, wie Naturparkführerin Heike Kalfhues vorhersagt.© Foto:Elisabeth Schrief
Am Bienenhaus, das allerdings leer steht, informierten sich die Besucher zum Themen Bienen in der Westruper Heide. 48 Wildbienenarten wurden in der Heide gezählt.© Foto:Elisabeth Schrief
Die Naturparkführer Hohe Mark hatten an ihrem Stand unter anderem eine Riechstation aufgebaut. Wie riecht Natur? Ziemlich gut.© Foto:Elisabeth Schrief
Bärbel Matuszczyk und Anne Drewes verkauften Handarbeiten, um Projekte in Ägypten zu unterstützen.© Foto:Elisabeth Schrief
Rosi Mühlenbrock liebt das Klöppeln und führte es am Heidetag vor.© Foto:Elisabeth Schrief
Der Imkerfachverein mit seinen 30 Mitgliedern nimmt traditionell am Heidetag teil. Norbert Giese und Jürgen Thran sowie weitere Imker führten viele Gespräche und verkauften Allerlei vom Bienenhotel bis zum Honig.© Foto:Elisabeth Schrief
Der Spielmannszug Blau-Weiß Sythen gestaltete das musikalische Rahmenprogramm.© Foto:Elisabeth Schrief
Trommelten für einen schönen Heidetag: Die Musiker von BW Sythen.© Foto:Elisabeth Schrief
Die Mühlenfrauen des Sythener Heimatvereins verwöhnten die Gäste des Heidetages mit Kaffee, Kuchen und Brühwürstchen.© Foto:Elisabeth Schrief
Kiepenkerl Paul Schrör stärkte die Besucher des Heidetages mit einem guten Tropfen Wacholder.© Foto:Elisabeth Schrief

Gleichzeitig müssen die Naturschützer ihre Gäste immer wieder ermahnen, auf den Wegen zu bleiben. Denn Trampelpfade nehmen Tieren wie Heidelerche, Schlingnatter oder Ameisenlöwe den Lebensraum.

Am besten mit dem Rad

Zahlreichen Gästen des Heidetages brachten der Heimatverein und die weiteren Akteure dieses schöne Fleckchen Erde näher. Die Sythener Heimatvereinsmitglieder erfuhren vielfältige Unterstützung durch den Kreis, die Naturparkführer Hohe Mark, den Imkerfachverein, Hobbykünstler, Rotes Kreuz, Technisches Hilfswerk und den Spielmannszug Blau-Weiß Sythen beispielsweise. Auch Direktvermarkter boten Produkte der Region an.

Die Vestische richtete für einen bequemen Besuch einen Shuttle-Dienst ein. Besucher mit Pkw hatten ihre liebe Not, veranstaltungsnah zu parken. Die meisten Gäste setzten sich gleich aufs Rad.

Träge in der Hitze

Bei 32 Grad im Schatten kamen Organisatoren und Gäste ordentlich ins Schwitzen. Richtig träge waren aber nur die Bentheimer Schafe, die zurzeit die Heide pflegen. Sie zeigten sich wenig interessiert an den Besuchern, sondern tauchten im Schatten einer Kiefer ab.

Lesen Sie jetzt