Frauen treten in den Ehestreik

HALTERN Eine antike Handlung im modernen Gewand, das ist die "Inselkomödie", die der 13-er Literaturkurs des Joseph-König-Gymnasiums unter der Leitung von Lehrer Johannes Spital am Donnerstagabend in der Aula des Schulzentrums aufführte.

von Von Stefan Gewecke

, 23.01.2008, 16:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
<p>Kneipenbesitzer Konstantinos (Marcel Klüsener, l.) muss vom Popen (Sebastian Trogemann, M.) beschwichtigt werden. Stavros (Niklas Schenk, r.) staunt. Gewecke</p>

<p>Kneipenbesitzer Konstantinos (Marcel Klüsener, l.) muss vom Popen (Sebastian Trogemann, M.) beschwichtigt werden. Stavros (Niklas Schenk, r.) staunt. Gewecke</p>

Inhaltlich beruht das in den 70-er Jahren erschienene Stück von Rolf Hochhuth auf dem Lysistrata-Motiv. Die Theater-AG hatte den klassischen Stoff in der Version nach Aristophanes im letzten Jahr aufgeführt und war damit sogar bis auf die Bühne des Bochumer Schauspielhauses gekommen.

Viel Arbeit hatten die Schülerinnen und Schüler jetzt damit, den Stoff zu einer modernen Version "Krieg gegen den Terrorismus" umzuschreiben. Eigentlich hatte Autor Hochhuth bis zu 50 Schauspieler eingeplant. Diese konnte der Literaturkurs nicht stellen, eine weitere Hürde, die die Schüler bravourös meisterten.

Zum Inhalt: Auf einer kleinen griechischen Insel will die US-Regierung Bomben stationieren. Lysistrata befürchtet im Gegensatz zu den ortsansässigen Bauern, dass die friedliche Insel nun zum Kriegsschauplatz wird. Sie überredet die Frauen in das Wirtshaus von Konstantinos einzuziehen und in den Ehestreik zu treten. Der Plan, die amerikanischen Offiziere unter Einsatz körperlicher Vorzüge gegen die Bauern auszuspielen, gelingt jedoch nur teilweise. "Die Schüler wollten ein Stück mit einem ernsthaften Inhalt, aber doch lustigen Einlagen und keinen schlichten Schenkelklopfer spielen", erläuterte Regisseur Johannes Spital. Das gelang. Das Publikum hatte trotzdem Spaß an den reichlichen auch etwas derberen Einlagen. Der amerikanische Offizier sagt beispielsweise an einer Stelle, er sei "schon zweimal vorbestraft". "Im Knast gesessen?", lautet die erstaunte Frage, "Nein, verheiratet!", seine Antwort.

Man merkte dem Ensemble den Spaß an. Den hatten sie aber auch bereits bei den Proben und zusätzlichen Aufgaben, wie Aussuchen der Musik oder Gestaltung des Bühnenbildes. Kursleiter Johannes Spital, der schon zum achten Mal Regie bei einem Literaturkursstück, führte, wurde am Ende von seinem Ensemble frenetisch beklatscht.  

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