Fünf auf einen Streich: Nachwuchs bei den Lavesumer Turmfalken

mlzSt.-Antonius-Kirche

Seit vielen Jahren bewohnen Turmfalken die Kirche in Lavesum. In diesem Jahr hat ein Pärchen erstmals Nachwuchs bekommen. Fünf kleine Küken sind im Mai geschlüpft und erobern jetzt das Dorf.

Lavesum

, 13.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vorsichtig öffnet Heinz Meusener die Klappe des Nistkastens, doch die gefiederten Bewohner der kleinen Holzkiste sind an diesem Vormittag leider nicht da. „Schade“, sagt er. „Die machen wohl gerade wieder einen kleinen Familienausflug ins Grüne.“ Fünf kleine Küken sind im Mai im Turm der Lavesumer Kirche geschlüpft. Mittlerweile sind sie flügge.

Heinz Meusener zeigt es an: Dort oben wohnen die Lavesumer Turmfalken.

Heinz Meusener zeigt es an: Dort oben wohnen die Lavesumer Turmfalken. © Winkelkotte

Bereits seit Jahren verfolgt Heinz Meusener das Treiben der Turmfalken im Bereich der Lavesumer Kirche. „Mir macht es Spaß, das Verhalten der Tiere zu beobachten“, erzählt er. Der Lavesumer ist im Naturschutzbund (NABU) und beim Natur- und Vogelschutzverein Haltern aktiv. Als Vorsitzender leitet er zudem seit Jahren den Männergesangsverein (MGV) in Lavesum. Man kennt ihn im Dorf.

Pflege der Anlagen

Immer donnerstags treffe er sich mit Freunden von der FKK-Gruppe, erzählt er.

FKK-Gruppe? „Ja, richtig gehört“, sagt der gelernte Schreiner und lacht. „Aber keine Sorge.“ Die Abkürzung FKK stehe für Freiwillige Kirchen Krätzer, klärt er auf. „Wir sind eine kleine Truppe von Männern, die sich um die Pflege der Anlagen hier im Bereich unserer schönen Dorfkirche kümmern.“

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Bei einem der Treffen sei im vergangenen Jahr die Idee entstanden, zwei Holzkisten im Inneren der Kirche anzubringen, um den Turmfalken damit eine Nistmöglichkeit zu bieten. „Ich fand die Idee gut und habe mich deshalb dafür eingesetzt. Als Handwerker macht man sowas ja gerne“, sagt Heinz Meusener. Unterstützung bekam er von seinem Bekannten Helmut Keller. Wohnungsmangel macht auch dem kleinsten heimischen Greifvogel mehr und mehr zu schaffen. Mit einem kleinen Spezialkasten kann Turmfalken wirksam geholfen werden.

Heinz Meusener kümmert sich regelmäßig um den Nistkasten im Lavesumer Kirchturm.

Heinz Meusener kümmert sich regelmäßig um den Nistkasten im Lavesumer Kirchturm. © Winkelkotte

Eigentlich sei es nur geplant gewesen, einen Nistkasten im Bereich der Sakristei anzubringen, da dieser Standort von den Turmfalken in der Vergangenheit stets bevorzugt wurde. „Spontan haben wir uns dann aber noch entschlossen, einen weiteren Nistkasten im Turm der Kirche zu installieren.“ Das war im Oktober vergangenen Jahres.

Männchen stets auf Nahrungssuche

Im April hat sich dann ein Turmfalken-Paar an dem Platz im Kirchturm niedergelassen. Meusener: „Offenbar fühlen sie sich dort wohl. Die fünf Küken waren zuletzt jedenfalls putzmunter.“ Während der Brutzeit sei das Weibchen beim Gelege gewesen, während das Männchen stets auf Nahrungssuche war. Mittlerweile, nach den ersten erfolgreichen Flugversuchen, erobern die kleinen Falken schon den Kirchplatz und die Lavesumer Umgebung.

Der Turmfalke ist der häufigste Falke in Mitteleuropa. Nicht nur in Lavesum, sondern auch über den Dächern der Sixtus-Kirche in der Halterner Innenstadt, ist Deutschlands Vogel des Jahres 2007 regelmäßig zu sehen.

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