Für wen entscheidet sich Stephan Dweir?

Deutschland gegen USA

Wenn Donnerstagabend die deutsche Fußballnationalmannschaft gegen die USA spielt, schlagen in Stephan Dweir zwei Fußballherzen. Denn der gebürtige Halterner besitzt neben der deutschen auch die amerikanische Staatsbürgerschaft. Wie er damit umgeht...

HALTERN

, 25.06.2014, 18:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stephan Dweir ist in Haltern geboren. Er besitzt aber neben der deutschen auch die amerikanische Staatsbürgerschaft.

Stephan Dweir ist in Haltern geboren. Er besitzt aber neben der deutschen auch die amerikanische Staatsbürgerschaft.

Beim SV Hullern und TuS Haltern war der Verwaltungsfachwirt im Jugendbereich viele Jahre als Fußballer aktiv. „Meine fußballerischen Vorbilder waren Klinsmann und Matthäus“, erinnert er sich. „In einem Finale zwischen Deutschland und den USA würde ich zu Deutschland halten“, erzählt er. „Heute Abend wäre ich mit einem Unentschieden glücklich, denn dann wären beide Teams im Achtelfinale.“ Wie viele Menschen mit amerikanischer Staatsbürgerschaft leben eigentlich bei uns in Haltern? „Derzeit haben wir zehn Personen, die im Besitz einer amerikanischen Staatsbürgerschaft sind, in unserem Computer erfasst“, teilt Stadtsprecher Georg Bockey auf Anfrage mit.

Die städtischen Beziehungen in die Vereinigten Staaten würden sich allerdings in Grenzen halten, weiß er zu berichten. „Jedoch ist in diesem Zusammenhang natürlich unser Ehrenbürger Alexander Lebenstein zu nennen“, so Bockey. Lebenstein, nach dem auch die Halterner Realschule benannt ist, war bekanntlich der einzige Überlebende der Shoa aus Haltern. Bis zu seinem Tod im Januar 2010 lebte er in den USA, und zwar in Richmond im US-Bundestaat Virginia.

Viele Jahre war das Land der unbegrenzten Möglichkeiten auch bei Schülern des Halterner Gymnasiums hoch im Kurs. So fand im Rahmen eines deutsch-amerikanischen Partnerschaftsprogramms ein regelmäßiger Schüleraustausch mit einer High School in LaPorte (Bundesstaat Indiana) statt. Im Laufe der Jahre sind mehr als 150 Schüler nach LaPorte geflogen, etwa 100 amerikanische Schüler sind zum Gegenbesuch nach Haltern gekommen. Der Kontakt besteht allerdings mittlerweile nicht mehr.

Aus beruflichen Gründen ist der Bossendorfer Martin Seine aktuell in Chicago. „Die Menschen hier sind optimistisch, geradezu euphorisch“, erzählt er uns. Im Grant Park plane man ein Public Viewing mit mehr als 20.000 Fans. „Hier ist es dann 11 Uhr morgens“, berichtet er. „Ich habe mein Deutschland-Trikot dabei, hoffe auf einen deutschen Sieg.“ 

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