Gaststätte Sievert in Sythen weicht Wohnhäusern

Abriss ist vorbereitet

Die Ära der Gaststätte Sievert in Sythen geht endgültig zu Ende. Das Gebäude wurde für den Abriss vorbereitet. Eine Genehmigung wurde von der Stadt allerdings noch nicht erteilt, weil das Entsorgungskonzept noch vom Kreis geprüft werden muss. Es soll aber Pläne für die Nutzung des Grundstücks geben.

SYTHEN

, 13.02.2015, 17:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gaststätte Sievert in Sythen weicht Wohnhäusern

Die Gaststätte Sievert in Lehmbraken wird bald abgerissen.

Eröffnet wurde das Speiselokal mit Thekenbetrieb 1965 von Agathe und Willi Sievert. Früher war das Anwesen ein Bauernhof. Nach dem Tod ihres Mannes 1969 führte Agathe Sievert die Gaststätte mit verwandtschaftlicher Hilfe, unter anderem von Sohn Ralf Sievert, allein weiter.

Die Kneipe war ein beliebter Treffpunkt für Vereine im Dorf. So war Sievert Kompanielokal der Schützen und regelmäßiger Ausstellungsort für den Kaninchenzuchtverein. Rund 40 Clubs nutzten außerdem die Kegelbahn. Bis sie 79 Jahre alt war, arbeitete Agathe Sievert als Wirtin in der Gaststätte. Vor vier Jahren wurde der eigentliche Betrieb dann geschlossen. Die Räumlichkeiten konnten allerdings noch für private Feiern angemietet werden.

Früher gab's 17 Kneipen

Die Zahl der Gaststätten in Sythen ist nunmehr auf eine Handvoll Betriebe geschrumpft. Kiepenkerl Paul Schrör zitierte beim letzten Heimatabend des Heimatvereins Sythen aus dem Jubiläumsjahrbuch. Danach existierten um 1980 noch 17 Lokale im Ortsteil. Viele mussten neuer Wohnbebauung weichen, zuletzt „Lensings Mia“ im Mühlbachtal und die Gaststätte „Zur Post“ im Dorfkern.

Nach den letzten Informationen will ein Halterner Bauunternehmer auf dem 3000 Quadratmeter großen Sievert-Grundstück vier Eigenheime und eine Doppelhaushälfte bauen. Wie die Stadt am Mittwoch, 11. Februar, mitteilte, wurde allerdings für das Vorhaben noch kein Bauantrag eingereicht.

Vorherige Pläne

Ursprünglich waren an dem Standort von einem Schwerter Investor 17 Reihenhäuser geplant, was auf Kritik stieß. Eine entsprechende Bauvoranfrage wurde von der Stadt abgelehnt.

Die SPD-Fraktion hatte sich für einen Bebauungsplan stark gemacht, um sowohl das Sievert-Grundstück in Lehmbraken als auch das Grundstück „Zur Scheune“ in der Stockwiese vor überdimensionierter Bebauung abzusichern. Dafür fand sich aber keine Mehrheit. Im Fall von Sievert wurde das Konzept gelobt, das der Bauunternehmer und das Planungsamt entwickelt haben. 

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