Die Freilandhühner von Stockhofe müssen in die Ställe. © Radtke
Geflügelpest

Geflügelpest-Ausbruch in NRW betrifft auch Haltern

Das Risiko der Ausbreitung der Geflügelpest in NRW wird vom Friedrich-Löffler-Institut als hoch eingestuft. Damit gilt nun eine Stallpflicht für Geflügel.

Die Geflügelpest hat Nordrhein-Westfalen erreicht. Das betrifft auch den Kreis Recklinghausen, teilte die Kreisverwaltung mit – und damit auch Haltern. Die Hühner müssen seit dem 27. März im Stall bleiben, das hat auch Auswirkungen auf die Eier.

„Nach mehreren Fällen der Aviären Influenza (HPAIV, Geflügelpest) in Nordrhein-Westfalen gilt ab sofort auch im Kreis Recklinghausen und in der Stadt Herne Aufstallpflicht für Geflügel“, teilte die Kreisverwaltung mit. Grund sei eine neue Risikoeinschätzung des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI).

In der Lagebewertung des FLI heißt es: „In Deutschland sind seit dem 30. Oktober 2020 etwa 1000 HPAIV H5-Fälle bei Wildvögeln und 133 Ausbrüche bei Geflügel, davon sechs bei gehaltenen Vögeln in Tierparks oder ähnlichen Einrichtungen, festgestellt worden.“ Das Risiko der Ausbreitung werde deshalb als hoch eingestuft.

„Die größten Einschränkungen bedeutet das für Geflügelhalter mit mobilen Ställen“, sagt Ludger Winkelkotte, Ortsverband-Vorsitzender Haltern im Landwirtschaftlichen Kreisverband Recklinghausen. Weniger betroffen von der Anordnung sind Halter, die ihr Geflügel in Bodenhaltung halten.

Für Rita Stockhofe, deren Familie mehrere bewegbare Hühnerställe in Haltern besitzt, bedeutet diese Entscheidung des Kreises einige Änderungen: Die freilaufenden Hühner müssen nun im Stall untergebracht werden. Damit diese weiterhin beschäftigt sind, „haben wir Rüben und Möhren in den Ställen aufgehängt“, sagt Stockhofe.

Bei der Geflügelpest handelt es sich um eine besonders schwere Form der Vogelgrippe – einer durch Viren ausgelösten Infektionskrankheit, die ihren natürlichen Ursprung bei wilden Wasservögeln hat. Alle Nutzgeflügelarten, aber auch viele Zier- und Wildvogelarten sind extrem anfällig für eine Infektion mit der Geflügelpest. Hühner und Puten haben mit bis zu 100 Prozent die höchsten Erkrankungs- und Sterberaten.

In den Ställen sei genug Platz für die Hühner, das sei kein Problem. Problematisch könnte es dann werden, wenn die Stallpflicht länger andauert. Bis zu sechs Wochen dürfe Stockhofe die Eier ihrer Hühner weiterhin als Freilandeier verkaufen, auch wenn die Hühner im Stall sind. Danach nicht mehr, sagt sie.

Sollte sie ihre Eier nicht mehr als Freilandeier verkaufen dürfen, müsste sie laut eigener Aussage neue Packungen und Stempel erwerben. Die Lieferzeit für beides betrage zwischen acht bis zwölf Wochen. „Wir hoffen daher, dass die Stallpflicht nicht lange andauert“, so die ehemalige Bundestagsabgeordnete der CDU.

Auch private Hühnerhalter betrifft die Anordnung des Kreises. Die Stallpflicht gelte für konventionelle Betriebe und Biobetriebe sowie für private Halter von Hausgeflügel, teilte die Kreisverwaltung mit.

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