Gegen Katzenleid: Streunerkatzenprojekt und Gnadenhof in Haltern arbeiten eng zusammen

mlzTierschutz Haltern

Es gibt immer mehr herrenlose Katzen und Fundtiere in Haltern. Das haben Vertreter des Streunerkatzenprojekts und des Katzengnadenhofs festgestellt. Sie verstärken ihre Zusammenarbeit.

Haltern

, 09.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Zahl der herrenlosen und verwilderten Katzen sowie der Fundtiere in der Seestadt steigt. Und damit auch das Katzenleid. Denn ohne Zufütterung finden die Tiere häufig nicht genügend Nahrung und müssen verhungern. Mitunter sind die Streuner auch krank. Der Arbeitskreis Katzenschutz Haltern, der sich aus den Mitgliedern des Katzengnadenhofs Haltern und des Streunerkatzenprojekts Haltern sowie weiteren Tierschützern zusammensetzt, intensiviert daher seine Zusammenarbeit.

Bis zu 100 Katzen werden jedes Jahr eingefangen

Jacqueline Kaminski vom Katzengnadenhof, der von der Aktiven Tierhilfe Marl/Haltern geführt wird, und Tina Franzgrote-Uhländer vom Streunerkatzenprojekt Haltern hatten bereits alle Hände voll zu tun. „Normalerweise sind es pro Jahr zwischen 80 und 100 herrenlose Katzen, die ich einfange und die dann kastriert werden“, erklärt Franzgrote-Uhländer. Die ehrenamtliche Tierschützerin sorgt dafür, dass die Streuner später wieder an ihren Fangort zurückgebracht und dort möglichst an Futterstellen weiterversorgt werden. Nur die wenigsten Tiere sind vermittelbar. Katzenkinder und zutrauliche Samtpfoten werden aber von umliegendenden Tierheimen aufgenommen und weitervermittelt.

Im Gnadenhof besteht längst Aufnahmestopp

Greifen die Katzenfreunde allerdings kranke Tiere auf, finden diese vorübergehend im Gnadenhof Unterschlupf. Dort leben derzeit rund 70 Katzen. Etwa 30 von ihnen sind vermittelbar. Es herrscht Aufnahmestopp.

„In diesem Jahr sind die Würfe sehr stark gewesen“, stellt Jacqueline Kaminski fest. Und es gebe noch immer viele Würfe. Dazu hätten möglicherweise auch die milden Temperaturen entscheidend beigetragen. Kaminsiki betont: „Wir haben aktuell noch einige Katzenkinder zur Vermittlung hier.“

Bevölkerung soll über das Thema Katzenschutz aufgeklärt werden

Damit möglichst vielen Streunern geholfen werden kann, arbeiten das Streunerkatzenprojekt und der Gnadenhof künftig noch enger zusammen. Für das kommende Jahr sind bereits einige Maßnahmen angedacht. Neben dem weiteren Ausbau der Tierschutzeinrichtung in Lippramsdorf - beispielsweise soll der Hof teilweise überdacht und an Stelle eines Pavillons eine Hütte gebaut werden - seien auch Projekte zur Aufklärung der Bevölkerung geplant. Dabei geht es nicht nur um die Notwendigkeit der Kastration von Freigängern, um eine explosionsartige Vermehrung von Katzenpopulationen zu verhindern. „Wir wollen den Halternern auch aufzeigen, was sie tun können, wenn sie eine herrenlose Katze finden“, sagt Tina Franzgrote-Uhländer. Denn viele Menschen stünden diesem Problem hilflos gegenüber.

Gespräche mit dem Ordnungsamt

Auch mit Vertretern des Ordnungsamts der Stadt Haltern haben die Katzenschützer sich kürzlich ausgetauscht. In diesem Zusammenhang weisen sie auf das Bürgerbüro in Haltern hin. Wer ein Tier findet, sollte sich zunächst an die dortigen Mitarbeiter wenden - telefonisch unter 02364/933-180 oder per Mail an buergerbuero@haltern.de. Auch eine virtuelles Fundbüro hat die Stadt eingerichtet. Dort kann das Fundtier ebenfalls gemeldet werden. Besteht keine Möglichkeit, es vorübergehend in Obhut zu nehmen, veranlasst das Bürgerbüro die Abholung. Die Streuner werden dann unter Umständen vorübergehend im Baubetriebshof untergebracht oder direkt in das Tierheim nach Ahaus transportiert. Mit dieser Einrichtung kooperiert die Stadt Haltern. Jacqueline Kaminski und Tina Franzgrote-Uhländer haben das Tierheim im Kreis Borken bereits besucht. „Es ist eine sehr gute Einrichtung“, sagen sie.

Auf Spenden und tatkräftige Unterstützung angewiesen

Die Arbeit des Streunerprojekts ist dringend auf Spenden angewiesen. Zurzeit verkauft Tina Franzgrote-Uhländer bundesweit auch selbstgebaute, wetterfeste Hütten für Streuner. Zum Preis von zehn Euro sind sie zu haben.

Die Aktive Tierhilfe kann zudem auf die Beiträge ihrer rund 140 Vereinsmitglieder zurückgreifen. Außerdem versucht der Gnadenhof, beim Heimatfest und Nikolausmarkt Gelder zu sammeln. Und erstmal ist er im Fressnapf mit einem Wünschebaum vertreten. Nass- und Trockenfutter, Spielzeug, Zubehör und Spülmaschinentabs für die Reinigung der zahlreichen Fress- und Trinknäpfe werden immer benötigt. Bürger können hier Wünsche erfüllen. Wer dagegen ganz praktisch helfen will, kann im Gnadenhof mitanpacken: „Wir brauchen dringend Helfer bei der Reinigung des Hauses sowie bei der Fütterung und Pflege unserer Katzen“, sagt Jacqueline Kaminski. Interessierte können sich gern melden (Tel. 02360/10038; Mail: katzengnadenhof@web.).

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