Obwohl Corona-Patienten genesen sind, können sie vielerorts erst nach einem zweiten negativen Test zurück in die Pflegeeinrichtung. © (A) Blossey
Corona-Pandemie

Genesene Patienten können KKRN-Krankenhaus nicht verlassen

Obwohl sie als genesen gelten, lehnen einige Alten- und Pflegeheime die Wiederaufnahme von genesenen Corona-Patienten aus Kliniken des KKRN-Verbunds ab. Es geht um den zweiten negativen Test.

In den Kliniken des KKRN-Verbunds in Haltern, Dorsten, Marl und Herten befinden sich zurzeit rund 140 isolierte Corona-Patienten. Nach Auffassung der Ärzte sind unter ihnen viele, die eigentlich nicht mehr im Krankenhaus behandelt werden müssten.

Das Problem: Die Patienten können ohne einen zweiten negativen Corona-Test nicht in die Pflegeeinrichtung zurückkehren. Wie Dr. Andreas Weigand, medizinischer Geschäftsführer des KKRN-Klinikverbundes, ausführt, müssten die PCR-Tests über ein externes Labor erbracht werden. Bis die Ergebnisse vorlägen, dauere es etwa 24 Stunden. Oftmals werde ein Zeitabstand zwischen den zwei Tests gefordert, deswegen „verzögert sich eine Entlassung schon einmal um drei bis vier Tage“, so Weigand.

Dr. Andreas Weigand ist medizinischer Geschäftsführer des KKRN-Klinikverbundes. © KKRN © KKRN

Das Problem gäbe es nicht, wenn zwei negative Antigentests reichen würden, so Weigand weiter. Die führe das Krankenhaus selbst durch. „Nachteilig wäre allerdings, dass diese nicht so sensibel wie der PCR-Test sind und es wird auch kein CP/CT-Wert erhoben, der den Grad der Infektiosität des Patienten darstellt.“

Im St. Anna und St. Sixtus in Haltern bisher noch keine Corona-Fälle

In den Altenwohnheimen St. Anna und St. Sixtus in Haltern gab es bisher noch keinen positiven Corona-Fall. „Bisher hatten wir die Situation noch nicht“, sagt Peter Künstler, Geschäftsführer und Hausleiter der Altenwohnheime St. Anna und St. Sixtus in Haltern, und meint damit die Wiederaufnahme eines Bewohners nach einem Corona-Aufenthalt im Krankenhaus. „Wir hoffen auch, dass wir nicht in die Situation kommen werden.“

Ein Krankenhausaufenthalt eines Bewohners wegen anderer Ursache sei jedoch vorgekommen in den vergangenen Wochen. Wenn das der Fall ist, braucht der Patient einen negativen Corona-Test, um zurück in die Pflegeeinrichtung ziehen zu dürfen.

Am sechsten Tag nach der Krankenhausentlassung wird dann in der Pflegeeinrichtung ein zweiter Corona-Test von der Gesundheitsbehörde gemacht. „Mit dem Tag, an dem der Bewohner zurückkommt, geht der Prozess automatisch seinen Weg“, sagt Peter Künstler. Auch die Zusammenarbeit zwischen der Pflegeeinrichtung und dem Sixtus-Hospital klappe „hervorragend“.

„Alle sind im Haus, keiner ist zurzeit im Krankenhaus“

Auch das ASB-Seniorenzentrum Kahrstege in Haltern ist von der Situation nicht betroffen. „Alle sind im Haus, keiner ist zurzeit im Krankenhaus“, sagt Martin von Berswordt, Sprecher des Arbeiter-Samariter-Bunds.

Der KKRN-Klinikverbund plant, eine Sonderstation für nicht mehr zwingend akute Corona-Fälle im Altbau des Gertrudis-Hospitals in Herten einzurichten, abgeschottet von den anderen Patienten im Neubau. „Derzeit besteht dort aufgrund der vielen Infizierten noch eine ‚Covid-Station‘ auf zwei Ebenen, sagt Andreas Weigand. Außerdem sei ein Genesungszentrum für den gesamten Kreis Recklinghausen geplant.

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In der Grafschaft Bentheim aufgewachsen, während des Journalismus-Studiums in NRW verliebt. Danach über 2 Jahre in Kanada gelebt und jetzt wieder zurück im Lieblingsbundesland. Seit 2020 Volontärin bei Lensing Media
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Anne Schiebener

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