Geo-Cache in Haltern: An dieser Weihnachts-Hütte ist schon so mancher Cacher verzweifelt

mlzGeo-Caching

Für Besucher sieht sie aus wie eine Weihnachtslandschaft, für Geo-Cacher steckt aber noch sehr viel mehr dahinter. Einer der schwierigsten und kreativsten Geo-Caches in Haltern.

Haltern

, 06.10.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn man derzeit das Wohnzimmer von Tanja Hartmann-Lücke und ihrem Mann Guido betritt, fängt man unwillkürlich an zu überlegen, wie viele Tage es noch bis Weihnachten sind. Entlang der Fensterbank reiht sich Keramik- an Keramikhäuschen, verziert mit grünen Tannenkränzen und kleinen Figuren, die an ihren Häusern noch schnell die letzten Vorbereitungen auf Heiligabend zu treffen scheinen. Während direkt daneben aus Styroporplatten Berglandschaften entstehen.

Was auf den ersten Blick aussieht wie die Deko-Vorbereitungen auf Weihnachten, sind in Wirklichkeit nur die Details eines viel größeren Plans. Denn: Die Familie programmiert seit Jahren das Innenleben einer Weihnachtshütte selber, in dessen Herz sich ein Geo-Cache versteckt.

„Das wurde so groß, dass die Krippe raus musste“

„Wir sind mitten im Basteln, die Hälfte haben wir schon geschafft“, sagt Tanja Hartmann-Lücke. An manchen Tagen seien es eine, an anderen Tagen vier Stunden, die die Familie nach Feierabend investierten. Und an wieder anderen Tage werde auch einfach mal nichts gemacht.

Angefangen hatte vor einigen Jahren alles mit der ersten Krippe. „Ich wollte immer eine haben“, sagt Tanja Hartmann-Lücke. Nach und nach füllte sich das Haus mit Figuren - und auch mit Weihnachtshäuschen für ein Winterdorf. „Das wurde so groß, dass die Krippe raus musste.“ Und zwar wortwörtlich: vor die Tür.

Guido Hartmann baute eine Vitrine, in der die Krippe ausgestellt wurde. Bis sich die Familie dachte: „Nur hinstellen und gucken ist ja dann doch langweilig.“ So tüftelte der studierte Informatiker gemeinsam mit seiner Frau für eine größere Hütte an der ersten elektronisch gesteuerten Winterlandschaft - mit fliegendem Schlitten, fahrender Eisenbahn und schneebedeckten Hängen, auf denen die kleinen Keramikhäuschen auf Besucher warteten. Samt Geo-Cache.

Geo-Cache in Haltern: An dieser Weihnachts-Hütte ist schon so mancher Cacher verzweifelt

Die erste Weihnachtshütte stand noch direkt vor dem Haus. Für die diesjährige Landschaft soll eine neue, größere Hütte her. © Tanja Hartmann-Lücke

„Die Kinder drücken sich die Nase platt“

Während sich für die normalen Besucher - die von den Geo-Cachern á la Harry Potter „Muggel“ genannt werden - mit einem Knopfdruck die ganze Winterlandschaft in Bewegung setzt, befindet sich an der Hütte eine zusätzliche verstecke Armatur, über die die Cacher mithilfe eines Rätsels an den Cache gelangen. Wo sich diese Armatur befindet, können Cacher nur über die Internetseite www.geocaching.com erfahren - voraussichtlich ab Anfang November.

Das Problem: Die Cacher müssen das Rätsel in einer bestimmten Zeit lösen. Als Belohnung habe es für die ersten erfolgreichen Versuche dann auch schon mal bekannte Weihnachtsfilme auf DVD gegeben, sagt Tanja Hartmann-Lücke. Wird die vorgegebene Zeit allerdings überschritten, müssen die Cacher noch einmal ganz von vorne beginnen. Das habe schon den einen oder anderen verzweifeln lassen, so Tanja Hartmann Lücke.

Nicht nur Kinder freuen sich über die Weihnachtslandschaft, sagt die Halternerin „Die drücken sich die Nase platt.“ Bei ihrem Elfendorf vor zwei Jahren haben der Familie auch erwachsene Männer geschrieben, wie sehr sie die Weihnachtshütte in ihre Kindheit zurückversetzt habe. Und nicht zuletzt Geo-Cacher schätzen das kreative Versteck: Einige Schatzsucher seien extra aus Recklinghausen oder Marl zu Besuch gekommen, um den Cache anschließend weiterzuempfehlen.

Geo-Cache in Haltern: An dieser Weihnachts-Hütte ist schon so mancher Cacher verzweifelt

Tanja Hartmann-Lücke und ihr Mann stecken mitten in den Bastel- und Programmierarbeiten für ihren Winterlandschafts-Cache. © Eva-Maria Spiller

Wie der diesjährige Weihnachts-Cache heißen und aussehen wird und welches Rätsel sich in der Hütte versteckt, will Tanja Hartmann-Lücke noch nicht verraten. Nur so viel: „Es wird technisch, hat viel mit dem Winter zu tun und man muss ein bisschen musikalisch sein.“

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