Gericht verlangt Enttarnung des Informanten

Kandaouroff-Prozess

Die Spannung steigt: Im Prozess um den schrecklichen Kopfschuss-Tod des Halterner Seehof-Chefs Klaus Kandaouroff (80) hat die Frage nach dem geheimnisvollen Tippgeber entscheidende Fahrt aufgenommen.

HALTERN

von Von Werner von Braunschweig

, 25.10.2011, 17:26 Uhr / Lesedauer: 1 min

Polizei und Staatsanwaltschaft sicherten der Person Vertraulichkeit zu, die Opferfamilie stockte die Belohnung nach einem Verhandlungsgespräch unter Anwälten auf 300 000 Euro auf. Erst danach gab der Tippgeber seine Deckung auf. Ende Dezember wurde die Person von der Polizei zwei Mal vernommen und hat dabei erklärt, dass der Kellner Mladen P. Drahtzieher des Dramas vor der Millionärsvilla in Datteln-Klostern war. Sieben Wochen später klickten bei P. (43), Michael M. (46) und Volker H. (47) die Handschellen.

Fest steht: An der Geheimhaltung des Informanten hat sich bis heute nichts geändert. Die Richter haben nun aber beim zuständigen Landesministerium um dessen „Enttarnung“ nachgesucht. Die Kammer folgt damit einer Anregung der Verteidiger, die die Rolle des Tippgebers zuletzt scharf kritisiert hatten. Der Mann oder die Frau, so Anwalt Hans Reinhardt, verfüge offenkundig „über konkretes Täter- und Tatwissen“ und habe kalt berechnend „auf dem Rücken einer trauernden Familie“ die Belohnung in die Höhe getrieben. Für die Geheimhaltung des Namens fehle jede Begründung, obendrein sei die Zeugenpflicht eine Bürgerpflicht. Im Prozess haben gestern außerdem zwei Polizisten ausgesagt, die Mladen P. und Michael M. vernommen haben.

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