Gerüchte über "Toiletten-Polizei" ärgern Schulleiterin

Marienschule

Die Halterner Marienschule steht im Zentrum von Gerüchten, die einen ausländerfeindlichen Ursprung haben. Eltern von zukünftigen Erstklässler reden über die sogenannte "Toiletten-Polizei" an der Grundschule. Wir haben die Schulleiterin auf diese Gerüchte angesprochen.

HALTERN

12.10.2017, 15:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Susanne Ploner, Schulleiterin der Marienschule

Susanne Ploner, Schulleiterin der Marienschule

Derzeit finden an allen Grundschulen in der Stadt Informationsabende statt und die i-Männchen des Schuljahres 2018/2019 können angemeldet werden – aber wo? Natürlich tauschen sich Eltern untereinander über Vor- und Nachteile der einzelnen Schulen aus, über die geografische Lage, die Konfession oder das Lernmodell. Dass aber Gerüchte verbreitet werden, die eine einzelne Schule in ein schlechtes Licht rücken, ist bei der Entscheidungsfrage wenig hilfreich. Und die betroffene Schulleitung ist entsetzt.

„An der Marienschule gibt es zu viele Kinder mit Migrationshintergrund, es gibt deswegen kaum vernünftigen Unterricht in den Regelklassen und weil sich niemand mehr allein aufs Klo traut, musste eine ‚Toiletten-Polizei‘ gegründet werden.“ In Gesprächen bei einem Infoabend an einer anderen Grundschule tauschten Eltern, die nicht namentlich genannt werden wollen, diese Gerüchte untereinander aus.

Susanne Ploner, Schulleiterin der Marienschule, reagiert vehement: „Mir ist das bereits zu Ohren gekommen, dass solche Dinge über unsere schöne Schule verbreitet werden - und ich weise diese Aussagen entschieden zurück.“ An der Marienschule seien alle Kinder willkommen, sagt sie. „Wir werben ja sogar damit, dass unsere Schülerinnen und Schüler Kinder einer Welt sind.“ Dieses Verständnis und die Vielfalt in der Grundschule seien für alle Kinder und auch für die Lehrerschaft vor allem eine Bereicherung.

Aber dass dadurch kein vernünftiger Unterricht stattfinden könne, sei völlig falsch. „Wir unterrichten die Kinder, die noch nicht so gut Deutsch sprechen und ins 1. Schuljahr kommen müssten, zunächst in einer Willkommensklasse, in der das Erlernen der deutschen Sprache und der deutschen Kultur an erster Stelle steht. Je nachdem, wie gut die Kinder Fortschritte beim Lernen machen, werden sie nach und nach in die Regelklassen integriert.“ Leistungsstarke und leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler gebe es bei allen Nationalitäten.

Und die „Toiletten-Polizei“? Ploner: „Es gibt an unserer Schule zwar tatsächlich eine ‚Toiletten-Polizei‘, die allerdings vom Schülerparlament, dem Mitbestimmungsorgan der Marienschüler, eingerichtet wurde, weil manche Kinder - übrigens völlig ungeachtet ihrer Herkunft - das WC nicht richtig sauber hinterlassen haben.“ Einen Bezug zu irgendwelchen Bedrohungen im Toilettenbereich gebe es definitiv nicht. Bei der Entscheidung, welche Schule für die neuen Erstklässler die Richtige ist, helfe grundsätzlich immer ganz einfache Regeln: „Kurze Beine, kurze Wege - und: Schauen Sie sich die Schule an und machen Sie sich selbst ein Bild.“

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