Geschulte Mitarbeiter sollen Flüchtlinge schneller vermitteln

Agentur für Arbeit

77.000 Flüchtlinge hat Nordrhein-Westfalen im Jahr 2015 bisher aufgenommen. Die Bundesagentur für Arbeit im Kreis Recklinghausen reagiert jetzt mit einem Maßnahmenpaket, um Menschen, die zu uns kommen, schneller in Beschäftigungsverhältnisse zu vermitteln. Auch für Flüchtlinge in Haltern entstehen damit neue Möglichkeiten.

HALTERN

, 28.07.2015, 06:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Bundesagentur für Arbeit ist in Zukunft mit speziellen Beratern in den Asylunterkünften präsent. Dr. Dietmar Thönnes (Vorsitzender der Geschäftsführung, l.) stellte in Haltern Gizem Girgin (3.v.l.) und Pedram Dastyari (4.v.r.) an der Asylunterkunft am Lorenkamp vor.

Die Bundesagentur für Arbeit ist in Zukunft mit speziellen Beratern in den Asylunterkünften präsent. Dr. Dietmar Thönnes (Vorsitzender der Geschäftsführung, l.) stellte in Haltern Gizem Girgin (3.v.l.) und Pedram Dastyari (4.v.r.) an der Asylunterkunft am Lorenkamp vor.

Helmut Lampe, Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales bei der Stadtverwaltung Haltern, begrüßt die Möglichkeit, Flüchtlinge zügig als Arbeitskräfte vermitteln zu können, ausdrücklich: „Jede Vermittlung in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis entlastet die kommunalen Kassen“, sagt er.

Die Bundesagentur für Arbeit nutzt neue gesetzliche Möglichkeiten, um auf den steigenden Andrang zu reagieren. Dr. Dietmar Thönnes, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur im Kreis Recklinghausen, stellte bei einem Ortstermin an der Asylunterkunft am Lorenkamp die Maßnahmen vor.

In Zukunft ist die Agentur mit speziell geschulten Mitarbeitern direkt vor Ort, um die Asylsuchenden bei der Arbeitssuche zu unterstützen. „So kommen wir weg von der Bürosituation, die die Asylsuchenden zusätzlich verunsichert, sparen außerdem ihre Fahrtkosten.“

Drei Integrationsfachkräfte

Zwei Integrationsfachkräfte für Asylbewerber und Flüchtlinge wurden bereits eingestellt, eine dritte folgt im August: Gizem Girgin und Pedram Dastyari werden unter anderem auch in Haltern direkt Beratungen für Asylbewerber durchführen.

Gizem Girgin (27) hat türkische Wurzeln, wurde aber in Deutschland geboren und studierte Kulturmanagement. Pedram Dastyari (37) stammt aus dem Iran, hat ein Studium der Betriebs- und Volkswirtschaft abgeschlossen und bisher bei einer Fluggesellschaft gearbeitet. Beide werden vor allem ihre Sprachkenntnisse (unter anderem Türkisch, Persisch, Niederländisch, Englisch, Französisch und Spanisch) für ihre Arbeit nutzen können.

Sprache als Grundvoraussetzung

„Wichtigste Voraussetzung für einen Zugang zum Arbeitsmarkt ist natürlich die deutsche Sprache“, sagt Ariane Hohengarten, Beauftragte für Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt bei der Arbeitsagentur in Recklinghausen. 

Durch neue Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds (EZF) werden in Zukunft mehr Sprachkurse an allen Standorten der Agentur, also auch in Haltern, angeboten. Die Arbeitsagentur sucht zurzeit den Kontakt zu den Bildungsträgern, um diese Kurse zu realisieren.

„Ehrenamtliche Kurse sind wichtig, aber es darf auch keinen Missbrauch des Ehrenamts geben“, sagt Dr. Marion Lillig von der Caritas Agentur für Beschäftigung, die in der Elnet-Bleiberechts-Initiative mitarbeitet.

Professionelle Sprachkurse

Professionelle Angebote seien für kontinuierliche Sprachkurse unumgänglich. Die Zusammenarbeit mit der Arbeitagentur sei durch die neuen Berater auf eine sehr positive Basis gestellt worden. Die Arbeitsagentur rechnet mit Angeboten vor Arbeitgeberseite, wenn die neuen Maßnahmen greifen.

„Wir reagieren mit den neuen Maßnahmen auf die steigende Zahl der Flüchtlinge, die zu uns kommen“, sagt Dr. Dietmar Thönnes. „Es ist dringend erforderlich, neue Wege zu gehen.“ 

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