Gold, Edelmetalle, Holz, Leder: Junge Halternerin verdient ihr Geld als Goldschmiedin

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Goldschmiedin Karina-Juliana Reiß hat am Gantepoth 6 eine Goldschmiedewerkstatt mit Geschäft eröffnet. Ihr Angebot sprengt aber die Erwartungen.

Haltern

, 12.01.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ihr Geschäft ist ganz sicher kein Selbstbedienungsladen und hier gibt es auch keinen Modeschmuck: Karina-Juliana Reiß hat im September am Gantepoth 6 eine Goldschmiedwerkstatt und ein Geschäft eröffnet.

Handwerk und Kreativität in Einklang bringen

Die 25-jährige Neu-Halternerin stammt aus Herdecke an der Ruhr. „Bei den Überlegungen, was ich mal beruflich machen wollte, waren mir zwei Punkte wichtig“, sagt sie. „Einerseits wollte ich gern einen Beruf ergreifen, in dem ich meine Kreativität einsetzen konnte, andererseit sollte es auch etwas Handwerkliches sein.“

Ihre Wahl fiel auf den Beruf der Goldschmiedin. „Eine Berufsausbildung, die es heute nicht mehr sehr oft gibt“, so Karina Reiß. „In ganz Nordrhein-Westfalen gibt es nur noch drei Berufsschulen, an denen man die Schulausbildung dazu machen kann: in Münster, in Essen und in Köln“.

Sie begann ihre Ausbildung bei einem Juweliergeschäft in Dortmund und ging dreieinhalb Jahre in Essen zur Berufsschule. Der Ausbildungsbetrieb gehörte zu den hochwertigen Juwelieren, dort standen in der Praxis vor allem die klassischen Goldschmiedearbeiten an. „Danach habe ich noch ein halbes Jahr in einem neu gegründeten Betrieb gearbeitet“, sagt Karina-Juliana Reiß.

Seit September 2019 eigenes Geschäft in Haltern

2016 zog sie nach Haltern und machte sich zunächst mit einer Werkstatt ohne Verkaufsraum selbstständig. „Das hatte den Nachteil, dass ich meine Arbeiten nicht öffentlich präsentieren konnte“, sagt sie. Deshalb beschloss sie, sich im September 2019 am Ganthepoth beruflich neu aufzustellen.

Hier gibt es aber keine Waren von der Stange. Die gelernte Goldschmiedin legt Wert auf individuelle Anfertigungen. Und dabei sprengt sie die Grenzen dessen, was man normalerweise in einem Schmuckgeschäft erwartet.

Sowohl bei der Auswahl der Materialien, als auch bei der Gestaltung geht die Goldschmiedin eigene Wege. „Ich arbeite nicht nur mit Gold und Edelmetallen. Ich fertige auch Arbeiten aus Holz, aus Epoxidharz, aus Leder, aus Edelstahl oder Palladium“, so Reiß. „Alles ist möglich.“

In ihrem Geschäft präsentiert sie jetzt ihre eigenen Arbeiten, aber auch einige Stücke von befreundeten Kreativen. Karina Reiß ist es wichtig, auf die individuellen Wünsche ihrer Kunden einzugehen. Beim klassischen Ring oder der Kette ist da noch lange nicht Schluss. „Ich schmiede auch ein komplettes Besteck, auch das war ein Teil meiner Ausbildung“, sagt sie.

Positive Reaktionen

Die Resonanz ihrer Kunden war bisher sehr ermutigend. „Es gab viele positive Reaktionen“, freut sich die Goldschmiedin. Ihr ist die Erhaltung der alten Handwerkstradition wichtig, die sie mit kreativen Konzepten neu beleben möchte. „Wenn man bei mir eine Arbeit in Auftrag gibt, kann man sie nicht sofort mitnehmen, aber man hat die Vorfreude, die man auch genießen kann“, sagt Karina Reiß.

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