Grippe-Welle hat Haltern erreicht: Ärzte berichten von Zunahme der Arztbesuche

mlzGrippe in Haltern

Die Grippewelle hat Haltern nun offiziell erreicht. Das berichten Ärzte in Haltern. Dennoch scheint dieses Jahr anders als die Vorjahre zu sein.

Haltern

, 05.02.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Grippewelle ist nun offiziell in Haltern angekommen. „Am Montag hatten wir den ersten bestätigten Verdachtsfall“, sagt die Sprecherin der Halterner Ärzte Dr. Astrid Keller. „Weitere Fälle sind da. Anfangs waren es ein bis zwei Fälle pro Woche, in dieser Woche hat sich die Zahl schätzungsweise verdreifacht.“ Auch die Zahl der allgemeinen Atemwegsinfekte habe zugenommen.

Ähnlich sieht es auch in der Praxis von Dr. Björn Hollensteiner aus. „Aktuell verzeichnen wir seit Anfang letzter Woche eine deutliche Zunahme an Konsultationen wegen Erkältungserkrankungen“, sagt der Mediziner. „Darunter befinden sich auch einige Grippefälle.“

In der vergangenen Woche habe es in seiner Praxis zwei positive Tests auf Influenza gegeben. Hollensteiner vermutet allerdings, dass die Dunkelziffer höher liegt, da nicht jeder Erkältungsfall auf Grippe getestet werde. „Nach den Erfahrungen der letzten Jahre denke ich, dass die Grippewelle 2020 nun vor der Tür steht“, so Hollensteiner.

Im Sixtus-Hospital hat es in diesem Jahr bisher 4 bis 6 Grippefälle gegeben, so Dr. Lars Heining, Chefarzt der Lungenklinik Ruhrgebiet Nord. Ihm zufolge sei es in diesem Jahr ausschließlich der Influenza Typ A, der hier grassiere. Im vergangenen Jahr sei es hauptsächlich der Typ B gewesen. Dabei sei der eine aber nicht gefährlicher als der andere.

Einer der ruhigsten Grippe-Januare der letzten Jahre

Allerdings scheint die Grippe in diesem Jahr etwas später Einzug gehalten zu haben als üblich. „Im Vorjahr war zum jetzigen Zeitpunkt die Grippewelle schon zwei bis drei Wochen in vollem Gange“, sagt Björn Hollensteiner. Ähnliche Eindrücke berichtet auch Dr. Astrid Keller. Erst in der vergangenen Woche seien Patienten in Hollensteiners Praxis gekommen, deren Symptome eine Grippe hatten vermuten lassen. „Aus meiner Sicht haben wir, was die Influenza angeht, bislang einen der ruhigsten Januare der letzten Jahre erlebt.“

Ähnliche Eindrücke hatten bis zur letzten Woche auch Dr. Astrid Keller und der Halterner Apotheker Dr. Hannes Müller (Römer-Apotheke) berichtet. Gerade in der dritten oder vierten Kalenderwoche werde der Beginn der Grippe regelmäßig erwartet, so Dr. Hannes Müller.

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Kreisweit scheint die Lage etwas anders zu sein. Laut dem Landeszentrum für Gesundheit (LZG) in Bochum hat es im Kreis Recklinghausen bis zur vierten Kalenderwoche 63 Grippefälle gegeben. 18 Fälle waren es allein in der vierten Woche, 25 in der dritten. Im Vergleich zu 2019 sind in 2020 bis Kalenderwoche vier fast doppelt so viele Fälle aufgetreten (2019: 37).

Grippe-Impfstunde wird gut angenommen

Weil seine Patienten während der normalen Arztbesuche immer mal wieder nach Grippe-Impfungen gefragt haben, hat Dr. Björn Hollensteiner zum Beginn der aktuellen Grippesaison im vergangenen Jahr eine neue Grippe-Sprechstunde eingerichtet. Das, sagt der Mediziner, habe den Ablauf in seiner Praxis verbessert.

„In den Vorjahren haben sich die Patienten sehr oft ohne Voranmeldung mit dem Wunsch nach einer Impfung in der Praxis eingefunden“, so Hollensteiner. Das habe regelmäßig durch Unterbrechung der normalen Abläufe zu längeren Wartezeiten geführt.

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Immer dienstags und donnerstags können sich Patienten zwischen 15 und 16 Uhr impfen lassen. Patienten, die während eines anderen Termins in der Praxis eine Impfung wünschten, wurden gebeten, in den Impf-Sprechzeiten noch einmal in die Praxis zu kommen. Die meisten Patienten hätten sich zwischen Oktober und Ende Dezember impfen lassen.

„Unsere Erfahrungen sind bislang sehr gut“

„Unsere Erfahrungen mit einer Bündelung der Impfungen sind bislang sehr gut“, sagt Hollensteiner. Deshalb wolle man ähnliche Impf-Zeiten in der kommenden Saison von 2020 auf 2021 wiederholen.

Wie schwer die Grippewelle in diesem Jahr ausfallen wird, das werde sich in den nächsten zwei bis drei Wochen zeigen, so Hollensteiner. Dr. Lars Heining rechnet mit dem Grippehoch in etwa 4 bis 6 Wochen. „Händewaschen ist die beste Prophylaxe“, sagt Dr. Astrid Keller.

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