Auch Atemschutzgeräte kamen bei dem Feuer im Torf zum Einsatz. © Ingrid Wielens
Feuerwehr-Großeinsatz

Großbrand im Lavesumer Naturschutzgebiet: Riesige Torffläche entflammt

Mit einem Großaufgebot war die Feuerwehr am Mittwoch stundenlang bei einem Brand in einem Torfgebiet in Lavesum im Einsatz. Teilweise griffen die Flammen auch auf den angrenzenden Wald über.

Gegen 13.30 Uhr am Mittwoch wurde der Einsatz bei der Feuerwehr in Haltern ausgelöst. In Lavesum war ein Feuer auf einer drei Hektar großen Torfgebiet-Fläche ausgebrochen – das entspricht einer Fläche von vier Fußballfeldern. Das Gebiet – ein Naturschutzgebiet – befindet sich in einem 15 Hektar großen Waldgebiet des Regionalverbands Ruhr (RVR) zwischen der Merfelder Straße und der Autobahn 43. Schon von Weitem war der dichte Qualm über den Baumkronen zu erkennen.

Mit einem Großaufgebot der Feuerwehren aus Haltern und Umgebung waren die Einsatzkräfte vor Ort.
Mit einem Großaufgebot der Feuerwehren aus Haltern und Umgebung waren die Einsatzkräfte vor Ort. © Ingrid Wielens © Ingrid Wielens

Die komplette Feuerwehr der Stadt Haltern rückte umgehend aus. Unterstützt wurde sie von den Feuerwehren Maria Veen, Reken und Dülmen sowie von den Kollegen aus Dorsten-Wulfen, die „Stallwache“ in Haltern-Mitte hielten. Mit einer Drohne der Dülmener Kollegen konnte die Brandfläche schnell konkret ausgemacht werden. Die Merfelder Straße wurde komplett gesperrt.

„Torf brennt schnell, lange und tief“

Große Teile des Torfgebiets standen in Flammen. Wie der Revierleiter des Forststützpunkts Hohe Mark, Michael Reidemeister, vor Ort erklärte, sei es sehr schwierig, ein Feuer im Torf in den Griff zu bekommen. „Torf brennt schnell, lange und tief“, sagte er. Das Wasser könne daher nur sehr schwer bis zum Brandherd vordringen. Bis zur endgültigen Löschung aller Brandherde werde es einige Tage dauern, prognostizierte er. Bei dem Wald handelt es sich laut Reidemeister um einen „furztrockenen Kiefernwald“. Die Flammen griffen aber glücklicherweise nur auf einige kleinere Bäume ganz in der Nähe des Torfgebiets über.

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Waldbrand in Lavesum

Nach Angaben des Feuerwehr-Einsatzleiters Werner Schulte ist die Brandursache derzeit noch völlig unklar. Die Feuerwehr legte Schläuche aus dem Dorf bis zur hunderte Meter entfernten Einsatzstelle. Zudem wurde ein Pendelverkehr zum Transport des Wassers eingerichtet. Auch zwei Fahrer eines landwirtschaftlichen Lohnunternehmens aus Datteln wurden mit ihren leeren Gülletransportern kurzerhand angehalten. Diese brachten mehrmals jeweils über 30.000 Liter Wasser von einem nahe gelegenen Bach zur Einsatzstelle. „Das ist doch selbstverständlich, dass wir hier helfen“, meinte ein Fahrer.

Forstmulcher zog tiefe Schneise in den Wald

Die Feuerwehr legte die Leitungen durch das gesamte Torf, einem ehemaligen Aussandungsgebiet, und kämpfte sich durch das Gelände. Ein sogenannter Forstmulcher zog zudem im Norden des Brandherds eine gut drei Meter breite Schneise. Diese sollte verhindern, dass sich das Feuer weiter ausbreitet – mit Erfolg, wie sich später zeigte.

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Waldbrand an der Merfelder Straße

Gegen 17 Uhr hatten die Einsatzkräfte das Feuer unter Kontrolle. Bürgermeister Bodo Klimpel war gemeinsam mit Ordnungsamtsleiter Helmut Lampe vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen und den Einsatzkräften ausdrücklich zu danken.

Am Abend wollte die Feuerwehr die weitere Vorgehensweise festlegen. Höchstwahrscheinlich sind nun mehrere Tage Brandwache nötig, hieß es.

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Waldbrand an der Merfelder Straße II

Über die Autorin
Redaktion Haltern
Geboren in Dülmen, Journalistin, seit 1992 im Medienhaus Lensing - von Münster (Münstersche Zeitung) über Dortmund (Mantelredaktion Ruhr Nachrichten) nach Haltern am See. Diplom-Pädagogin und überzeugte Münsterländerin. Begeistert sich für die Menschen und das Geschehen vor Ort.
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Ingrid Wielens

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