Die Ärztinnen Dr. Christina Holz (vorn), Dr. Annette Rudolph (Mitte) und Dr. Christiane Trogemann führten die Informationsgespräche durch. © Ingrid Wielens
Coronavirus

Großteil der in Haltern lebenden Geflüchteten ist nun geimpft

Der Großteil der in Haltern lebenden und impfberechtigten Geflüchteten ist jetzt gegen das Coronavirus geimpft worden. In der Unterkunft im Lorenkamp war vorübergehend ein Impfzentrum aufgebaut worden.

Weil geflüchtete Menschen in Gemeinschaftsunterkünften in beengteren Wohnverhältnissen leben, ist die Gefahr, sich mit dem Coronavirus anzustecken, erhöht. Das hatte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet bereits im April betont, als er Schwerpunkt-Impfaktionen auch in Flüchtlingsunterkünften ankündigte. Die Bewohner von Sammelunterkünften gehören bereits seit März zur Priorisierungsgruppe 2.

Zum Impftermin waren die in Haltern lebenden Geflüchteten Anfang der Woche in die Unterkunft Lorenkamp eingeladen worden.

„Ausgesprochen gute Resonanz“

Innerhalb von gut drei Stunden konnten 133 Geflüchtete sowie zehn haupt- und ehrenamtliche Flüchtlingshelfer geimpft werden. „Die Resonanz war ausgesprochen gut“, sagte Dr. Christiane Trogemann, die die Aktion in Kooperation mit der Stadt Haltern durchgeführt hatte. „Alle, die sich angemeldet haben, sind auch zur Impfung gekommen“, stellte sie fest. Rund 70 Prozent der impfberechtigten erwachsenen Geflüchteten seien damit erreicht worden, freute sich Michael Schniederjan von der Stadtverwaltung.

Eve Nadzeika-Scheda (l.) und Maren Loest zogen die Impfdosen auf. © Ingrid Wielens © Ingrid Wielens

Im Wasch- und Trockenraum der Unterkunft am Lorenkamp war das „Impfzentrum“ eingerichtet worden. Vor dem Gebäude hatten sich zeitweise kleinere Warteschlangen gebildet, Abstände wurden aber eingehalten. Wieder im Einsatz war das Ärzteteam, zu dem neben den Halterner Ärztinnen Dr. Christiane Trogemann und Dr. Annette Rudolph auch die in Marl praktizierende Ärztin Dr. Christina Holz zählt. Die drei Medizinerinnen haben an sämtlichen Impfaktionen in Halterner Einrichtungen teilgenommen. Ein eingespieltes Team zusammen mit den medizinischen Fachangestellten Eve Nadzeika-Scheda und Maren Loest, die die Impfdosen aufzogen, sowie Daniela Abendroth, Carina Wilke-Rüstemeyer und Sarah Holtrup, die die Impfung schließlich durchführten.

Eine Impfung mit dem Impfstoff Johnson & Johnson

Verabreicht wurde der Impfstoff Johnson & Johnson. Bei diesem Impfstoff ist keine zweite Impfung nötig. Es genügt ein Termin.

In der Unterkunft am Lorenkamp wurde die Impfaktion durchgeführt. © Ingrid Wielens © Ingrid Wielens

Christiane Trogemann hob das große Engagement der ehrenamtlichen Helfer von Caritas und Asylkreis hervor. Diese hätten schon im Vorfeld sehr viel Aufklärungsarbeit geleistet. Die Ärztin ist froh, „eine so große Gruppe“ mit der Aktion erreicht zu haben. Denn mitunter habe es zunächst einige Missverständnisse gegeben. So hätten beispielsweise unter anderem Mythen über eine angebliche Unfruchtbarkeit als Folge der Impfung ausgeräumt werden müssen.

Drei Impfaktionen im Stadtgebiet

  • Insgesamt drei große Impfaktionen gab es kürzlich in Haltern. Wie Stadtsprecherin Sophie Hoffmeier am Mittwoch mitteile, erhielt das Personal der Grundschulen (Lehrer, Hausmeister, Sekretärinnen, Reinigungskräfte, OGS-Mitarbeiter) – insgesamt rund 350 Personen – bereits am Freitag (28. Mai) in der Katharina von Bora-Schule die zweite Impfung.
  • Am Samstag (29. Mai) bekamen dann 343 Personen aus den Priorisierungsgruppen in der Seestadthalle ihre zweite Impfung, darunter 295 Erzieherinnen und Erzieher sowie Mitarbeitende aus dem Tagespflegebereich.
  • Die Impfaktion in der Unterkunft im Lorenkamp bildete den Abschluss.
  • Bei allen Terminen war das Ärzteteam rund um Dr. Christiane Trogemann im Einsatz. „Die Kooperation lief wirklich vorbildlich ab. Wir haben hier in Haltern am See ein großartiges Ärzteteam. Es ist beachtlich, mit welchen Engagement und Enthusiasmus es nach Praxisschluss noch die Impfungen angeht“, sagt Vivi Klappheck, Schulleiterin der Katharina von Bora-Schule.
Über die Autorin
Redaktion Haltern
Geboren in Dülmen, Journalistin, seit 1992 im Medienhaus Lensing - von Münster (Münstersche Zeitung) über Dortmund (Mantelredaktion Ruhr Nachrichten) nach Haltern am See. Diplom-Pädagogin und überzeugte Münsterländerin. Begeistert sich für die Menschen und das Geschehen vor Ort.
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Ingrid Wielens

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