"Gute Botschafter" wollen "Schloss Sythen für alle"

Firmenansiedlung

Die Frage, ob die Firmensitz-Verlegung des Kommunikations- und Designbüros Gute Botschafter zum Schloss Sythen denkbar ist, bleibt weiterhin offen. Geschäftsführer Michael Buttgereit erzählt im Interview, wie er die Diskussion wahrnimmt und lädt für Mitte März zum Infoabend für alle Bürger ein.

SYTHEN

, 01.03.2017, 10:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
"Gute Botschafter" wollen "Schloss Sythen für alle"

Schloss Sythen

Die Meinungen zur Nutzung von Schloss Sythen sind gespalten. Wie nehmen Sie die Diskussionen der letzten Wochen wahr?

Aus vielfältigen Quellen vernehme ich in den letzten Monaten immer wieder Stimmen, die sich um das Wohl von Schloss Sythen sorgen. Das ist ein gutes Zeichen. Daran wird deutlich, dass viele Menschen und Vereine ein Interesse daran haben, dass es dort zu guten Entwicklungen kommt.

Und doch verschließen sich Sythener Bürger einer Veränderung. Alles soll bleiben, wie es ist. Enttäuscht Sie das?

Ich bin erstaunt, dass diese Meinungen sehr einseitig negativ ausfallen und damit auch gute Entwicklungen behindern. Es ist wohl wie ein Reflex, dass Veränderung stets Verschlechterung vermuten lässt. Da ich selbst in Sythen wohne, habe ich beispielsweise die Entwicklungen von Dorfplatz, Kindergarten, der Kirche St. Josef und dem neuen Edeka-Markt sehr intensiv verfolgt.

Es gab hier ähnlich massive einseitige Meinungsbildungen im Vorfeld. Ich finde, dass die vollendete Gestaltung unser Dorf sehr aufgewertet hat und wir froh und stolz darauf sein können, dass Fachleute hier mit Behutsamkeit, Fürsorge, aber auch Entschiedenheit das Bestehende zum Wohle aller weiterentwickelt haben.

Ein ähnlich gutes Ergebnis können Sie sich für Schloss Sythen vorstellen?

Die Idee unseres Designbüros sich auf Schloss Sythen anzusiedeln hat diese ganzheitliche Vision: „Schloss Sythen zu einem Ort für alle Bürger“ weiterzuentwickeln und diese Vision mit allen Vereinen, Initiatoren und Ideengebern zu ermöglichen. Brauchtum, Kunst, Kultur, Kirche und Wirtschaft können hier miteinander ganz neue Möglichkeiten eröffnet werden.

Wann sind Sie mit dieser Idee erstmals an die Öffentlichkeit gegangen?

Wir haben zum Ende 2014 das erste Mal Kontakt zur Stadt aufgenommen, um zu fragen, ob sich ein solches gemeinsames Interesse erzeugen ließe. Mit unserer öffentlichen Präsentation der ersten Ideen im Mai 2015 vor dem Rat der Stadt haben wir begonnen, diesen Gedanken mit allen Interessengruppen zu erörtern.

Darauf hat es mehr Empörung als Zuspruch gegeben…

Es hat mich sehr geschmerzt und irritiert, dass uns seitdem vorgeworfen wurde, wir würden uns Schloss Sythen bemächtigen, „Schlossherren“ werden wollen und ausschließlich unsere wirtschaftlichen Interessen verfolgen. Wir wissen, was die Vereine, insbesondere der Förderverein Schloss Sythen, da die letzen Jahrzehnte geleistet haben und soweit möglich, weiter leisten wollen.

Wer entwickelt in diesem Sinne die Planung?

Wir haben Kontakt zum Architekturbüro Pfeiffer & Ellermann aus Münster gesucht, da wir wissen, dass sich niemand besser um eine behutsame Umgestaltung und Erweiterung von Schloss Sythen kümmern kann. Schließlich hat das Büro einen wesentlichen Beitrag für den Sub-stanzerhalt in den 90er-Jahren geleistet und gilt als eines der renommiertesten Architekturbüros im Münsterland, nicht zuletzt, was architektonische Ergänzungen von historischen Gebäuden betrifft.

 

Die Diskussionen der letzten Wochen haben ohne Sie stattgefunden. Möchten Sie das ändern?

In den letzten Wochen ist mir auch klar geworden, dass sich da viele Personen bemühen, eine Meinung zu bilden, ohne je mit uns selbst zu sprechen, um sich ein ganzheitliches Bild zu machen. Deshalb wollen Herr Ellermann und ich alle interessierten, besorgten und entwicklungsfreudigen Bürger einladen, sich unsere Gedanken dazu aus erster Hand anzuhören und für Fragen zur Verfügung stehen. Dafür hat uns die Kirchengemeinde St. Joseph freundlicherweise am 14. März um 19 Uhr den Gemeindesaal zur Verfügung gestellt.

Wie sehen Sie die Zukunft?

Wir sind guten Mutes, gemeinsam mit den Bürgern weiter an eine langfristige Substanzsicherung und Entwicklung von Schloss Sythen zu glauben. Mein Traum ist, dass alle Bürger mit uns in einigen Jahren die Erweiterung feiern und alle Beteiligten sagen können, dass es sich gelohnt hat.

Lesen Sie jetzt