Händler, Gaukler und viele Besucher: Wikinger campierten am Silbersee

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Die Schlange an der Zufahrt zum Silbersee II reichte zeitweise fast bis zur Münsterstraße. Zahlreiche Besucher strömten zur Seerenade, dem inzwischen fünften Wikingerlager am Strand.

Haltern

, 04.10.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Samstagmittag reichte die Schlange an der Zufahrt zum Silbersee II zeitweise fast bis zur Münsterstraße. Zahlreiche Besucher unter anderem aus dem Ruhrgebiet, dem Münsterland und teilweise weit darüber hinaus, wollten zur Seerenade, dem inzwischen fünften Wikingerlager am Strand.

Die Organisatoren um Uschi Dierkes waren überrascht von dem Andrang. Aber offensichtlich war am Feiertag zum Tag der Deutschen Einheit die Kunde vom Wikingerlager weit ins Land gedrungen.

Fantasie-Wikinger aus Kassel: Peer und Philia Gerhardson

Fantasie-Wikinger aus Kassel: Peer und Philia Gerhardson © Jürgen Wolter

„Wir gehen sehr gern auf solche Lager oder Mittelaltermärkte“, sagten Peer und Philia Gerhardson, die den Weg aus Kassel bis zum Silbersee gemacht hatten. Beide kamen in ungewöhnlichen Wikingerkostümen nach Sythen: „Es ist zwar nicht ganz stilecht, aber es hat vieles von einem echten Wikinger.

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Händler, Gaukler, Trinklieder - Besucher strömten zur Seerenade am Silbersee

Es ist schön, dass hier in Haltern mal wieder ein Markt stattfindet, denn in Coronazeiten ist fast alles andere ausgefallen. Da nimmt man auch schon mal 200 Kilometer Anreise in Kauf.“

„Vrevel“ sorgte mit Trinkliedern für gute Stimmung

Auf dem Parkplatz hatten sich die Händler und Gaukler ausgebreitet, das eigentliche Lager der Gruppen war am Silbersee-Strand aufgebaut. Schmied Pan aus „Maleus Saxorum“, im wirklichen Leben ein echter Leipziger, fertigte Schmiedearbeiten auf dem Ambos an, es gab einen Kramladen, mittelalterlichen Schmuck und Gewänder und man konnte sich im Bogenschießen üben. Und mittendrin sorgte die Gruppe Vrevel mit Trinkliedern für gute Stimmung.

Schmied Pan aus Maleus Saxorum schmiedete das glühende Eisen.

Schmied Pan aus Maleus Saxorum schmiedete das glühende Eisen. © Jürgen Wolter

Im eigentlichen Lager am Strand hatten sich zahlreiche Gruppen aus nah und fern niedergelassen, darunter „EA Exherdantia“ aus dem Kreis Unna, die am Lagertisch ihr Abendessen vorbereiteten. „Wir sind hier als unfreie Söldner“, berichteten die Mitglieder, die sich freuten, endlich mal wieder an einem Lager teilnehmen zu können.

Wegen Corona wurden die persönlichen Daten erfasst

Sie hatten, wie viele andere auch, vor ihrem Zeltlager eine Schrittbarriere errichtet, damit Besucher den notwendigen Corona-Sicherheitsabstand einhalten konnten. Wer zur Seerenade wollte, musste einen Zettel zur Erfassung der persönlichen Daten ausfüllen und an der Kasse abgeben. Dadurch kann es auch zu den Staus bei der Einfahrt am Samstagmittag. Auf dem weitläufigen Gelände gab es viel Raum, gelegentlich „knubbelte“ es sich aber auch an einigen Ständen. Stellenweise sah man auch Umarmungen und Gespräche von Gruppen ohne Maske.

Unterhielt die Besucher unter anderem mit Trinkliedern: die Gruppe Vrevel.

Unterhielt die Besucher unter anderem mit Trinkliedern: die Gruppe Vrevel. © Jürgen Wolter

Nicole und Robin Hiermer, deren Sohn Luis sich einen Schild und ein Schwert aussuchte, fanden das Schutzkonzept aber ausreichend. „Man hat kein schlechtes Gefühl, die meisten passen auf“, sagten sie. Luis hatte die Qual der Wahl und konnte sich kaum entscheiden. „Das hier ist für ihn genau das Richtige“, fanden seine Eltern, die sich aus Hagen zum Silbersee aufgemacht hatten.

Die Besucher konnten sich im Bogenschießen üben.

Die Besucher konnten sich im Bogenschießen üben. © Jürgen Wolter

Am Nachmittag setzt dann der Regen ein und die meisten Besucher machten sich auf den Rückweg. Im Lager war jetzt Durchhaltevermögen gefragt, denn die Nachricht von einer Unwetterwarnung machte die Runde. Bis auf den Regen gab es aber zum Glück keine Wetterkapriolen.

Welchen Schild soll ich nehmen? Luis Hierner und seine Eltern Nicole und Robin hatten die Qual der Wahl.

Welchen Schild soll ich nehmen? Luis Hierner und seine Eltern Nicole und Robin hatten die Qual der Wahl. © Jürgen Wolter

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