Haltern will sich mit attraktivem Bauplatz für ein neues Altenheim anbieten

mlzAlternative zu Kita

Ob an der Krummen Meer oder sonstwo: Haltern möchte attraktive Bauplätze anbieten, wenn im Kreis neue Alten- und Pflegeheime gebaut werden. Politiker haben aber auch andere Pläne im Kopf.

Haltern

, 02.10.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Kreis und die kreisangehörigen Städten hatten sich im Jahr 2016 darauf verständigt, anhand einer Bedarfsplanung die Zahl der stationären Pflegeplätze zu regulieren. Noch im vergangenen Jahr hieß es, im Kreis würden wegen eines Überhangs keine weiteren Altenheim- und Pflegeplätze benötigt.

Aktuelle Zahlen von IT.NRW und Prognosen des Kreises widerlegten inzwischen diese Aussage, sagte Bürgermeister Bodo Klimpel im Ausschuss Generationen und Soziales am 19. September. Klimpel war bereits bei seiner zuvor gestarteten Rundreise durch Halterns Altenheime mit der Aussage „Haltern sieht Bedarf für ein neues Seniorenheim“ an die Öffentlichkeit gegangen. Im Ausschuss wurde er konkreter.

Kreis wertet Zahlen aus

„Es ist zum jetzigen Zeitpunkt erforderlich, im Kreis neue stationäre Pflegeplätze zu schaffen“, betonte Bodo Klimpel. Das sagte er vor dem Hintergrund eines Gesprächs zwischen den Bürgermeistern und Sozialdezernenten der kreisangehörigen Städte. Die Kreisverwaltung sei gegenwärtig damit beschäftigt, die Zahlen bezogen auf jede einzelne kreisangehörige Stadt auszuwerten und tabellarisch darzustellen. Klimpel rechnet damit, dass er diese Erhebung in der nächsten AGS-Sitzung am 14. November vorlegen kann.

Der Kreistag werde sich im November mit den aktuellen Prognosen beschäftigen. „Erstmalig ist dann eine Ausschreibung von 240 stationären Pflegeplätzen im Kreis geplant“, berichtet Klimpel. Das Kreisgebiet werde hierbei als ein Sozialraum betrachtet, wobei die möglichen Standorte zukünftiger Einrichtungen zwischen Kreis und kreisangehörigen Städten gemeinsam abzustimmen seien.

„Gute Chancen für Haltern“

Selbstverständlich habe er ein Interesse, ein neues Alten- und Pflegeheim in Haltern anzusiedeln. Bürgermeister Bodo Klimpel sieht sehr gute Chancen für Haltern am See - „wenn wir einen geeigneten Standort vorweisen können.“

Aktuell gibt es in Haltern 374 vollstationäre Pflegeplätze.

Ein Standort könnte auf Vorschlag der Verwaltung das Grundstück an der Ecke Krumme Meer/Dorstener Straße sein, für das gerade ein Bebauungsplan aufgestellt wird. Es sollte für eine weitere Fünf-Gruppen-Kita reserviert werden, die Festlegung im B-Plan wird nun auf „Gemeinbedarfsfläche Kita und Altenheim“ ausgeweitet.

Lieber alternatives Wohnprojekt

Im Ausschuss Stadtentwicklung und Umwelt wurden das und die öffentliche Auslegung der Pläne zwar beschlossen, aber die Parteien können sich durchaus auch anderes vorstellen. Die Grünen wünschen sich statt Heim ein alternatives Senioren-Wohnprojekt. Die Wählergemeinschaft hätte die Kita gern auf der anderen Straßenseite (Zirkusplatz) in direkter Angrenzung zum Wohngebiet und das Altenheim an der Krummen Meer. Die SPD möchte die erweiterte Darstellung am liebsten ganz streichen. „Es fehlt die Grundlage, dass hier ein Altenheim überhaupt Sinn macht“, findet Beate Pliete.

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