Medimax war ein wichtiger Frequenzbringer für die Muttergottesstiege. © Elisabeth Schrief
Elektronikfachmarkt

Haltern ohne Medimax: Spürbare Veränderungen in der Stadt befürchtet

Die Muttergottesstiege ist immer wieder ein Sorgenkind. 2013 verlieh Peter Heckmann diesem verlassenen Standort neuen Glanz. Nun geht Medimax, damit fehlt ein wichtiger Frequenzbringer.

Der Elektronikfachmarkt Medimax verabschiedet sich im Februar nach nur sechs Jahren von Haltern. Damit gibt es erneut einen Leerstand in der Muttergottesstiege. Das tut dem Standort am oberen Ende der Fußgängerzone Rekumer Straße nicht gut. Vor allem das Modewerk nebenan hat – abgesehen von eigener Attraktivität – von Medimax als Frequenzbringer profitiert.

„Der Abschied von Medimax ist höchst bedauerlich“, kommentiert Peter Heckmann die Schließung des Fachmarktes. Medimax habe sehr wohl zu höheren Frequenzen in der Innenstadt und insbesondere der oberen Rekumer Straße geführt.

Peter Heckmann an der neuen Bar im Obergeschoss.
Peter Heckmann an der neuen Bar im Obergeschoss. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Das sei alleine schon an der Auslastung des Parkhauses abzulesen gewesen. Peter Heckmann hatte 2013 eine mutige unternehmerische Entscheidung getroffen: Er eröffnete in dem ehemaligen Kaufhaus Burgholz mit Partner Pettrup ein Mode- und Schuhgeschäft. Im Dezember 2013 zog Medimax direkt nebenan ein.

„Die Innenstadt wird sich in Zukunft verändern“

Peter Heckmann beobachtet die aktuellen Entwicklungen mit Sorge: „Die Zeiten sind gerade extrem und werden auch für Haltern am See zukünftig spürbare Veränderungen hinterlassen“, sagt er, der drei Modegeschäfte in Haltern und Coesfeld führt. Die Corona-Pandemie mache es noch schlimmer. „Der Veränderungsprozess, der durch die Pandemie deutlich an Geschwindigkeit aufgenommen hat, wird sich in einem veränderten Innenstadtbild in Zukunft abbilden“, ist er überzeugt.

Wie dieser Prozess auch die Halterner Innenstadt verändern werde, sei aktuell nicht absehbar. Aber „ein so wie es mal war“ werde es sicherlich nicht mehr geben.

Bei allem Pessimismus will Peter Heckmann allerdings an der Zukunftsfähigkeit der Innenstadt weiter arbeiten. „Dies tun viele Partner. Nicht nur durch ‚Haltern am See – tut gut‘ sondern generell aktuell sehr intensiv und ich hoffe, dass wir in einigen Jahren wissen, wofür diese Pandemie ‚gut‘ war.“

Aber eines müsse in Haltern über allem stehen: Gemeinsamkeit. Nur so lasse sich der Aufwand, der notwendig sei, umsetzen.

Die Entwicklungen an der Muttergottesstiege

Die überdimensionierten drei Wohn-, Büro- und Gewerbekomplexe der Muttergottesstiege waren einst politisch heftig umstritten. Zunächst jedoch profitierte die Stadt vom Kaufhaus Burgholz, das dort am 27. April 1989 eröffnete. 2002 meldete das Unternehmen jedoch Insolvenz an und das große Geschäftslokal wurde zum Problemfall.

Zwei Jahre dauerte es, bis das Versorgungswerk der Apothekerkammer einen neuen Mieter gefunden hatte: den Textildiscounter KiK. Er befreite die Stadt 2004 von einem Leerstand an strategisch wichtiger Stelle.

Ausverkauf bei Schuh Okay, es folgte Medimax.
Ausverkauf bei Schuh Okay, es folgte Medimax. © Foto: Holger Steffe © Foto: Holger Steffe

Nebenan wurden Lebensmittel verkauft, aber der Umsatz brach ein, 2006 war Ausverkauf. Schuh Okay zog 2008 ein und 2013 wieder aus. Es folgte Medimax.

So ist Medimax erreichbar

Aufgrund des Lockdowns können Kunden aktuell zwar nicht den Elektronikfachmarkt besuchen, im Onlineshop sind aber die verfügbaren Angebote einzusehen und zu bekommen, teilt das Unternehmen mit.

Fragen zu bestimmten Produkten können per Mail (info.haltern@medimax.me) oder auch telefonisch unter Tel. 02364/ 50699-13 geklärt werden. Das Halterner Medimax-Team ist montags bis samstags von 10 bis 15 Uhr erreichbar.

KiK bekam 2005 Gesellschaft von Tedi und dem Dänischen Bettenlager, wenige Jahre später gab das Kaufhaus auf und wieder stand das größte Ladenlokal Halterns leer. Bis Peter Heckmann mit unternehmerischer Kreativität daraus das Modewerk machte. „Wir müssen und wollen Nachhaltigkeit entwickeln“, sagte er damals aus Verbundenheit zu seiner Heimatstadt. So entstand auf 1800 Quadratmetern Halterns größte ebenerdige Verkaufsfläche. Sie bringt Leben in die Stadt, braucht aber auch eine verlockende Nachbarschaft.

Wer auf Medimax folgt, ist noch ungewiss.

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Haltern am See ist für mich Heimat. Hier lebe ich gern und hier arbeite ich gern: Als Redakteurin interessieren mich die Menschen mit ihren spannenden Lebensgeschichten sowie ebenso das gesellschaftliche und politische Geschehen, das nicht nur um Haltern kreist, sondern vielfach auch weltwärts gerichtet ist.
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Elisabeth Schrief

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